„Blutige Entlassungen“ gefährden Behandlung von Brustkrebspatientinnen

Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM

Gemeinsame Stellungnahme (KURZFASSUNG) der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) der DGGG und der DKG, der Deutschen Gesellschaft für Senologie (DGS), des Berufsverbandes der Frauenärzte (BVF) und der Frauenselbsthilfe nach Krebs e.V.

Mit großer Besorgnis beobachten Fachgesellschaften, Berufsverbände und Selbsthilfegruppen, dass Krankenkassen mit einer restriktiven Budgetierung die Behandlung von Brustkrebspatientinnen zunehmend gefährden. Denn immer häufiger wer-den vor allem bei brusterhaltenden Therapieformen die von den Krankenkassen und der Deutschen Krankenhausgesellschaft selbst festgelegten Pauschalen nicht mehr akzeptiert, die berechnet wurden, um eine leitliniengerechte Krebsbehandlung durchzuführen. Eine interdisziplinäre, moderne Diagnostik, Therapie und Betreuung von Brustkrebspatientinnen, die Voraussetzung für gute Heilungschancen ist, lässt sich bei einer Kürzung dieser Pauschalen nicht mehr durchführen.

Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshlfe, die Deutsche Gesell-schaft für Senologie, der Berufsverband der Frauenärzte und die Frauenselbsthilfe nach Krebs appellieren an die Krankenkassen und an die Medizinischen Dienste der Krankenkassen:

Die festgelegte Summe (Fallpauschale), die eine Klinik für die Behandlung einer Brustkrebspatientin erhält, darf in Nachprüfungen zwischen den Medizinischen Diensten der Krankenkassen und den Krankenhäusern nicht in Frage gestellt werden. Wenn aus den Krankenhaus-Abrechnungen nachträglich Aufenthaltstage der Patientin gestrichen werden, damit eine Krankenkasse für eine – lediglich auf dem Papier – verkürzte Aufenthaltsdauer erheblich niedrigere Pauschalen an das Kran-kenhaus zahlen muss, dann gefährdet dies die leitliniengerechte Behandlung und die Heilungschancen von Patientinnen und die Existenz der zertifizierten Brustkrebszentren.

DGGG 2012

Ihre Ansprechpartner:
Prof. Dr. med. Anton Scharl, Vorsitzender der Kommission Mamma der AG Gynäkologische Onkologie der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, Chefarzt der Frauenklinik und Leiter des Brustzentrums am Klinikum St. Marien, Mariahilfbergweg 7, 92224 Amberg.

Referat für Presse und Öffentlichkeitsarbeit der DGGG:
Dr. med. Susanna Kramarz, Berlin.
E-Mail redaktion@dggg.de

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V., Dr. Susanna Kramarz


Krebszeitung

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