Das metabolische Syndrom: „The silent killer“

Prof. D. med. Dr. h.c. Stefan E. Müller Müller - Quelle: Wahlers PR

Präventions-Initiative zu urologischen Folgeerkrankungen mit Patientenratgeber und innovativen Konzepten

In Deutschland sind bereits 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig (BMI> 25) und mehr als sechs Prozent sogar adipös (BMI> 30). Die World Health Organization (WHO) spricht von etwa 1,6 Milliarden Übergewichtigen und ca. 400 Millionen adipösen Erwachsenen weltweit. Schätzungen zufolge wird diese Zahl auf 700 Millionen ansteigen. Deutsche Männer sind in 66 Prozent, Frauen in knapp 51 Prozent übergewichtig, und etwa 21 Prozent beider Geschlechter sind adipös.

Zunehmender Bauchumfang, und weniger der BMI, ist ein eindeutiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus, aber auch für zahlreiche Malignome. Gerade dieser Zusammenhang ist noch zu wenig bekannt. Eine Gewichtsreduktion von zehn Kilogramm kann z.B. das Risiko an einem Mamma-, Endometrium- oder kolorektalen Karzinom zu erkranken, um bis zu 40 Prozent reduzieren. Besonders hormonabhängige Tumore wie auch das Prostatakarzinom sind mit Übergewicht assoziiert. Der mit Übergewicht und dem Metabolischen Syndrom assoziierte Diabetes mellitus reduziert die Lebenserwartung drastisch. Ist das persönliche Risiko einen Diabetes mellitus zu entwickeln höher als 10 Prozent, verkürzt sich die Lebenserwartung um 13 Jahre.

Bewegung, gesunde Ernährung, kein Nikotin, wenig Alkohol und Normalgewicht sind die Garanten für ein gesundes und langes Leben, und auch im Alter lassen sich mit diesen fünf Lebensstilfaktoren erstaunliche Erfolge erzielen. Jemand, der diese fünf Punkte nicht erfüllt, hat ein mehr als 80 Prozent höheres Risiko, an Diabetes zu erkranken. Umgekehrt kann jeder einzelne der Faktoren das Diabetesrisiko um etwa 30 Prozent senken. Urologisch interessant sind die mit Diabetes einhergehende Nierenfunktionseinschränkung und der Zusammenhang mit der Sterblichkeit.

Nierenfunktionsabnahme und Herz-Kreislauf Sterblichkeit verlaufen parallel. Ähnlich verhält es sich mit Herz-Kreislauferkrankungen und Erektionsstörungen im Alter.

Herzinfarkt und Impotenz haben identische Risikofaktoren. Harnsteine sind als typische Wohlstandskrankheit mit Übergewicht assoziiert, und Erkrankungen, die man als klassische Alterserscheinungen betrachtet, wie Alzheimer und die damit oft einhergehende Harninkontinenz, lassen sich durch körperliche Aktivität und gesunde Lebensweise bessern, vielleicht sogar verhindern.

Mit Blick auf die Zukunft gilt es deshalb, mit sinnvollen Konzepten der Primärprävention vor allem unsere Jugend zu erreichen, und wir Urologen sollten uns dabei besonders um den „jungen Mann“ kümmern. Im Gegensatz zu jungen Mädchen und Frauen, die sich mit ihrem Gynäkologen identifizieren, wird er vernachlässigt und weiß oft nicht wohin mit seinen pubertären Ängsten und Nöten.

Der Begriff „Männerarzt“ ist bei Weitem noch nicht etabliert, und es könnten durchaus wir Urologen sein, die im Rahmen einer „Jungensprechstunde“ den Präventionsgedanken an den Mann bringen. Wer, wenn nicht wir, sollte ihm erklären, dass das metabolische Syndrom ihm frühzeitig die Potenz raubt und das Leben verkürzt.

Das künftige soziale Gesundheitswesen wird sich eine freie „Volksfürsorge“ nicht mehr leisten können. Gesundheit wird mehr und mehr wieder zum Selbstzweck, wie schon vor Bismarck.

Wer sie haben möchte, muss sich darum kümmern – ganz im Sinne von Sebastian Kneipp: „Gesundheit bekommst Du nicht im Handel, sondern durch den Lebenswandel!“ Die Deutschen Urologen sind bereit, Ihre Patientinnen und Patienten dabei mit einer eigenen Broschüre und Konzepten zur Primärprävention für den jungen Mann zu unterstützen.

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller

Pressemitteilung der DGU


Krebszeitung

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