Fortschritte in kleinen Schritten

Pressekonferenz über die Priorisierung und Forschungsförderung
Pressekonferenz über die Priorisierung und Forschungsförderung

Jüngste Neuerungen aus der Grundlagenforschung und der translationalen Forschung werden im Rahmen des diesjahrigen Deutschen Krebskongress präsentiert und hier unter dem Fachpublikum diskutiert. Die Grundlagenforschung ist ein spannendes Feld, nicht zuletzt deshalb, weil sie uns einen Einblick in die Zukunft der Krebsbehandlung erlaubt. Sie liefert Ansätze für neue Diagnose- und Therapiemöglichkeiten, und es ist deshalb nicht verwunderlich, dass die Deutsche Krebsgesellschaft die Förderung der o­nkologischen Grundlagenforschung als eine ihrer Hauptaufgaben betrachtet.

Was gibt es Neues aus der onkologischen Grundlagenforschung?

So sind z.B. 5% der Brustkrebsfälle erblich bedingt und durch Hochrisikogene verursacht. Hier stehen wir möglicherweise vor einem Quantensprung. Seit den neunziger Jahren sind die Gene BRCA1 und BRCA2 bekannt, die für die Hälfte der erblichen Brustkrebserkrankungen verantwortlich sind. Demnächst wird für diese Patientinnen eine gezielte Therapie möglich sein. Denn die risikoadaptierte Prävention von Hochrisikopatientinnen soll in der Zukunft im Vordergrund stehen,“ so Frau Prof. Rita Schmutzler.

„Wenn innerhalb einer Familie mindestens 2 Frauen, eventuell auch mit einem Lebensalter unter 50 Jahren, an Brustkrebs erkrankt sind, werden mittlerweile die anderen Familienmitglieder intensiv nach Krebs- verursachenden Genen untersucht und gezielt präventiv mit neuesten, nebenwirkungsarmen Medikamenten behandelt, um einen Ausbruch der Erkrankung zu verhindern“.

Die Prozesse, die das Tumorwachstum vorantreiben, sind vielfältig. Aufgrung der zunehmenden Kenntnis der molekularen Abläufe von Tumorentwicklung und maligner Tumorprogression, werden auch immer mehr Targets für eine gezielte Tumortherapie entwickelt.

Der Einsatz Target- orientierter Wirkstoffe und ihre gezielte Kombination setzt die Kenntnis der molekularen Signatur des individuellen Tumors voraus, was bedeutet, dass eine rationale Therapie mit diesen neuen Wirkstoffen auf eine präzise Diagnostik beruht, die uns sagt, welche Angriffspunkte für die neuen Wirkstoffe bei jedem einzelnen Patienten vorhanden sind.
Für die Zukunft heißt dies also – eine personalisierte, Multi-Target Krebsmedizin.

Detlef Höwing


Krebszeitung

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  • Gewebe- Dünnschnitt eines kutanen T-Zell-Lymphoms. Die Zellkerne sind blau gefärbt, PP4R1 braun. Die unter der Haut liegenden T-Zellen weisen keine braune Färbung und somit kein PP4R1 auf. - Quelle: Dr. Marco Herling, Universität Köln
    Lymphome

    Die Behandlung mit alleiniger Strahlentherapie könnte gegenüber einer kombinierten Strahlen- und Chemotherapie für Patienten mit Hodgkin-Lymphom langfristig zu einem erhöhten Risiko führen, Jahre später an einer anderen Krebsart zu erkranken. Dies ist ein Ergebnis einer Meta-Analyse der „Hodgkin Second Malignancies Collaborative Group“ im Kompetenznetz Maligne Lymphome, die Dr. Jeremy Franklin heute in Köln vorgestellt hat.

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  • Chemosaturation-Kreislauf -Quelle: Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt a. M.
    Chemotherapie

    Neuherberg, 10.05.2013. Die Funktion der Mitochondrien – auch als Kraftwerke der Zellen bezeichnet – ist entscheidend dafür, ob und wie einige Chemotherapeutika im Gewebe wirken. Damit haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München ein entscheidendes Zellmerkmal entdeckt, das den Therapieerfolg vorhersagen könnte. Ihre Ergebnisse wurden kürzlich in der Fachzeitschrift ‚The Journal of Pathology‘ veröffentlicht.

    Das Ansprechen auf eine Chemotherapie bei Krebspatienten kann individuell sehr unterschiedlich sein. Die Gründe hierfür sind vielfältig und weitgehend unbekannt. Wissenschaftlern der Abteilung Analytische Pathologie (AAP) am Helmholtz Zentrum München ist es nun gelungen, einen beteiligten Mechanismus aufzudecken. Dr. Michaela Aichler und ihre Kollegen fanden heraus, dass die Funktion von Enzymen in der Atmungskette, die in den Mitochondrien der Zellen stattfindet, die Empfindlichkeit der Zellen für Cisplatin-basierte Chemotherapeutika steuert.

    Dazu untersuchten die Wissenschaftler das Gewebe von Tumoren der Speiseröhre, des Magens und der Brust von insgesamt 428 Patienten. Mittels bildgebender Verfahren (sogenanntes MALDI-Imaging und LC-MS/MS) konnten Proteinmuster der Zellen erstellt und die dargestellten Enzyme identifiziert werden. Diese Muster von vorhandenen bzw. fehlenden Enzymfunktionen verglichen die Wissenschaftler mit dem klinischen Ansprechen der Patienten auf eine Cisplatin-enthaltende Chemotherapie.

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