Gebärmutterhalskrebs – Studien zeigen, wie wirksam Impfen ist

Legende: A) Normales Gebärmutterhalsgewebe, das viel pro-IL-1β enthält (braun gefärbt) B) Gebärmutterhalskrebs, negativ für pro-IL-1β - Bildquelle: DKFZ/Charité Berlin

Gute Nachrichten zum Thema Gebärmutterhalskrebs: Aktuelle Studien untermauern erneut, dass die Impfung gegen bestimmte Humane Papillomviren (HPV) einen effektiven Schutz vor dieser Krebsart und ihren Vorstufen bieten kann – und dass diese Schutzmaßnahme gut verträglich ist. Gebärmutterhalskrebs ist laut Europäischem Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) nach Brustkrebs die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen zwischen 15 und 44 Jahren. Neben den jährlichen Krebsfrüherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt ist die Impfung gegen bestimmte HPV-Typen eine wichtige Möglichkeit der Vorbeugung. Denn dass diese Viren sowohl Genitalwarzen als auch Vorstufen von Gebärmutterhalskrebs und den Krebs selbst verursachen können, gilt als gesichert.

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Auch Jungen können geimpft werden

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Standardimpfung gegen die HPV-Typen 16 und 18 in Deutschland für Mädchen von 12 bis 17 Jahren. Und seit Beginn des Jahres 2013 empfiehlt die Sächsische Impfkommission (SIKO) die HPV-Impfung gegen bestimmte HPV-Typen zudem für Jungen und Männer im Alter von 12 bis 26 Jahren. Denn Infektionen mit bestimmten HPV-Typen können bei beiden Geschlechtern zu schwerwiegenden Erkrankungen führen – bei Männern sind dies Anal- und Peniskarzinome sowie Tumore im Kopf- und Halsbereich. Aber auch unangenehme Genitalwarzen treten bei Männern häufig auf. Werden Jungen und Männer geimpft, so die Meinung international renommierter Experten, dann sind auf diese Weise künftig auch ungeimpfte Mädchen geschützt. Entsprechende Impfempfehlungen gibt es daher bereits in Amerika, Kanada, Australien und Österreich.

Wie wirksam der HPV-Schutz sein kann, weisen neben zahlreichen internationalen Studien jetzt auch erste Daten aus Deutschland nach: Eine Untersuchung des Bremer Instituts für Epidemiologie und Präventionsforschung (BIPS) hat die Auswirkungen der HPV-Impfung auf HPV-bedingte Erkrankungen in der deutschen Bevölkerung untersucht. Hierzu werteten die Forscher die Daten von rund 6,3 Millionen Versicherten einer gesetzlichen Krankenkasse aus und verglichen die Anzahl der Neuerkrankungen an Genitalwarzen für die Jahre 2007, dem Jahr der Einführung der HPV-Impfung, und 2008. Das Ergebnis zeigt: Die Anzahl der Neuerkrankungen an Genitalwarzen ist bei jungen Frauen im Alter von 15 bis 19 Jahren um knapp 23 Prozent zurückgegangen. „Da Genitalwarzen bereits drei bis fünf Monate nach einer Erkrankung mit den HPV-Typen 6 oder 11 auftreten, wird der Rückgang der Anzahl der Neuerkrankungen an Genitalwarzen als ein Hinweis für die Wirksamkeit der Impfung gewertet. Mittlerweile konnte in Australien auch ein Impfeffekt auf Krebsvorstufen am Gebärmutterhals gezeigt werden. Die Impfrate liegt auf dem Kontinent bei über 70 Prozent. Dort hat sich die Zahl der Fälle von bestimmten Krebsvorstufen bei Frauen unter 18 Jahren fast halbiert“, so Dr. med. Burkhard Ruppert, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Berlin. Ruppert betont: „Die HPV-Impfung gehört zu den am besten erforschten Impfstoffen hinsichtlich Wirksamkeit und Verträglichkeit.“ Weltweit wurden bisher über 100 Millionen Impfdosen ausgeliefert.

Früh gegen bestimmte HP-Viren schützen

Eine gute Gelegenheit für die HPV-Impfung ist die Jugendgesundheitsuntersuchung (J1) beim Haus- oder Kinder- und Jugendarzt, die für 12- bis 14-Jährige angeboten wird. „Aber auch der erste Frauenarztbesuch bietet sich an, um gegen HPV zu immunisieren“, sagt Dr. Monika Hampl, leitende Oberärztin der Frauenklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf. Sie rät Müttern, die Impfung ihrer Kinder nicht zu lange hinauszuzögern, da die HP-Viren schon durch erste sexuelle Erfahrungen (z. B. Petting oder Geschlechtsverkehr) übertragen werden können. Das bedeutet jedoch nicht, dass jedes Mädchen oder jede junge Frau nach dem „ersten Mal“ gleich infiziert sein muss. Deshalb können auch diejenigen, die bereits sexuell aktiv sind, von der Impfung profitieren. Die HPV-Impfung kann vor Gebärmutterhalskrebs und seinen Vorstufen, verursacht durch die HPV-Typen 16 und 18, schützen. „Das Thema Gebärmutterhalskrebs ist für junge Frauen meist weit weg. Aber durch die Behandlung von Krebsvorstufen kann das Risiko für eine verringerte Empfängnisfähigkeit oder für Fehlgeburten steigen. Dieser Aspekt macht das Thema HPV und Gebärmutterhalskrebs für junge Frauen greifbarer“, so die Erfahrung von Dr. med. Ina Ilkhanipur, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Gernsbach.

Für Mädchen zwischen dem 12. und dem 18. Geburtstag werden die Kosten für die Schutzimpfung von allen gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Auch für Frauen ab 18 Jahren erstatten immer mehr Krankenkassen die Kosten für die Impfung auf Anfrage.

Erfahrene Mediziner beantworten wichtige Fragen

Warum sollen schon junge Mädchen geimpft werden, die möglicherweise erst in einigen Jahren sexuell aktiv werden? Warum ist es empfehlenswert, auch Jungen gegen HPV zu impfen? Wie lange hält der Impfschutz an? Muss mit Nebenwirkungen gerechnet werden? Was geschieht, wenn Zellveränderungen am Gebärmutterhals auftreten? Diese und viele andere Fragen beantworten unsere Experten, erfahrene Kinder- und Jugendärzte und Frauenärzte, die sich besonders mit dem Thema HPV-Impfung auskennen, am 16. Mai 2013 von 11 bis 16 Uhr.

Am Telefon sitzen für Sie:

  • Dr. med. Burkhard Ruppert, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin in Berlin, Experte für Jugendmedizin
  • Dr. med. Ina Ilkhanipur, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe in Gernsbach, Expertin für Kinder- und Jugendgynäkologie
  • Prof. Dr. med Monika Hampl, leitende Oberärztin der Frauenklinik am Universitätsklinikum Düsseldorf, u. a. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), der Arbeitsgemeinschaft für Infektionen und Infektionsimmunologie in der Gynäkologie und Geburtshilfe (AGI) sowie der Arbeitsgemeinschaft für gynäkologische Onkologie (AGO) und hier Vorsitzende der AGO Kommission Vulva/Vagina

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