Gemeinsam wirken, Expertise bündeln

v.links n.rechts: Bernd Schmidt, Friedrich Carl Janssen, Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Gerd Nettekoven - Foto: D.HöwingDeutsche Krebshilfe

Berlin (ct) – „Gemeinsam wirken, Synergien nutzen, Expertise bündeln“ – das ist das Ziel der verstärkten Kooperation von Deutscher Krebshilfe und Deutscher Krebsgesellschaft, die auf der Jahres-Pressekonferenz der Deutschen Krebshilfe am 2. Juli 2012 in Berlin vorgestellt wurde. „Damit findet ein Schulterschluss zweier Organisationen statt, die sich seit Jahrzehnten auf unterschiedlichen Ebenen für Krebs-Patienten engagieren: die Deutsche Krebsgesellschaft als Medizinische Fachgesellschaft und wir als Hilfs- und Förderorganisation“, sagte Hans-Peter Krämer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, in Berlin. Das Spendenergebnis der Deutschen Krebshilfe im Jahr 2011 betrug 88,2 Millionen Euro. Damit hat die Organisation 155 neue Projekte gefördert und so die Versorgung krebskranker Menschen in Deutschland weiter verbessert.

Starkes Bündnis von Deutscher Krebshilfe und Deutscher Krebsgesellschaft

„Nach Angaben des Deutschen Spendenrats ist die Spendenbereitschaft in Deutschland im letzten Jahr gesunken. Umso mehr freut es uns, dass wir unsere Einnahmen auch in diesem Jahr wieder auf einem hohen Niveau halten konnten“, sagte Dr. Fritz Pleitgen, Präsident der Deutschen Krebshilfe, auf der Jahres-Pressekonferenz der Organisation in Berlin.

Die Einnahmen der Deutschen Krebshilfe lagen allein im Jahr 2011 bei insgesamt 88,2 Millionen Euro. Den größten Posten stellten die Erbschaften und Vermächtnisse mit 38,3 Millionen Euro dar. 22,7 Millionen Euro erhielt die Deutsche Krebshilfe aus Einzelspenden und Mitgliedsbeiträgen. Aus Veranstaltungen, Aktionen, Kondolenzspenden, Bußen und Jubiläen flossen ihr 6,2 Millionen Euro zu. „Unsere Organisation verzichtet bei ihrer Mittelakquise konsequent auf Spendenwerbung auf Provisionsbasis. Spenden der Pharmaindustrie nehmen wir nicht entgegen, um unabhängig bleiben zu können, Spenden der Tabakindustrie lehnen wir ab, da Rauchen nachweislich krebserregend ist“, so Pleitgen.

Gemäß ihrem Motto „Helfen. Forschen. Informieren.“ hat die Deutsche Krebshilfe mit den ihr anvertrauten Zuwendungen aus der Bevölkerung im Geschäftsjahr 155 neue Projekte auf allen Gebieten der Krebsbekämpfung unterstützt. „Wahrgenommen wurden wir im vergangenen Jahr aber auch mit unseren Präventionsbotschaften insbesondere zu den Themen Nichtrauchen und UV-Schutz, sowie mit der Förderung Onkologischer Spitzenzentren“, sagte Krämer.

Eines der Hauptanliegen der Deutschen Krebshilfe ist es, das hohe Niveau der Krebsforschung in Deutschland weiter zu steigern und die gewonnenen Erkenntnisse schnellstmöglich den Betroffenen zu Gute kommen zu lassen. „Innovative und zukunftsträchtige Forschungsprojekte zu erarbeiten und durchzuführen ist das Ziel zahlreicher Wissenschaftler und Forschergruppen an deutschen Kliniken und Forschungsinstituten, die wir jährlich unterstützen“, so Professor Dr. Otmar Wiestler, Vorsitzender des Beirats der Deutschen Krebshilfe. Alleine im Geschäftsjahr 2011 investierte die Deutsche Krebshilfe rund 31,8 Millionen Euro in eine Vielzahl hochwertiger onkologischer Forschungsprojekte. Das macht die Organisation zum größten privaten Drittmittelgeber in diesem Bereich in Deutschland.

Darüber hinaus stellte die Deutsche Krebshilfe für Kinderkrebs-Projekte 3,2 Millionen Euro bereit. 4,8 Millionen Euro flossen in den Härtefonds. Dieser Fonds kann von Menschen in Anspruch genommen werden, die durch eine Krebserkrankung in finanzielle Not geraten sind. Für Aufklärung und Information stellte die Deutsche Krebshilfe im letzten Jahr 5,7 Millionen Euro bereit.

„In der Krebsbekämpfung ist die Deutsche Krebshilfe zu einem der wichtigsten Gesprächspartner der Gesundheits- und Forschungspolitik geworden“, konstatiert Krämer. Dies werde deutlich durch die enge Einbindung der Organisation in den Nationalen Krebsplan des Bundesministeriums für Gesundheit. Der Nationale Krebsplan ist 2008 vom Bundesministerium für Gesundheit, gemeinsam mit der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentrum, der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe initiiert worden. „Er ist ein hervorragendes Beispiel für die effektive Zusammenarbeit mit der Deutschen Krebshilfe“, sagte der scheidende Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft, Professor Dr. Dr. h.c. Werner Hohenberger, bei der Pressekonferenz in Berlin.

Das gemeinsame Wirken in den letzten Jahren im Rahmen des Nationalen Krebsplans haben die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Krebsgesellschaft dazu veranlasst, in Zukunft – im Sinne der Patienten – eine noch stärkere Kooperation einzugehen, so auf dem Gebiet der Krebsinformation, bei der Durchführung von Informationsveranstaltungen und Kongressen, bei gesundheits- und wissenschaftspolitischen Aktivitäten und bei anderen grundlegenden Projekten. Hierzu wurde von beiden Organisationen am 2. Juli 2012 in Berlin ein Kooperationsvertrag unterzeichnet.

Hintergrund-Informationen: Krebs in Deutschland

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts erkranken in Deutschland jährlich 490.000 Menschen neu an Krebs, 219.000 starben im Jahr 2011 an den Folgen dieser Erkrankung. Brustkrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs sind die häufigsten Krebsarten bei Frauen. Männer erkranken besonders häufig an Prostatakrebs, Darmkrebs und Lungenkrebs. Experten schätzen, dass rund zwei Drittel aller Krebskrankheiten durch Verzicht auf das Rauchen, gesunde Ernährung, Bewegung und einen vorsichtigen Umgang mit der Sonne vermieden werden könnten. Früh erkannt, haben viele Krebserkrankungen eine große Heilungschance.

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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