Großes Interesse am Welthirntumortag 2013

Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKBGliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil).© Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB

Leipzig, 10. Juni 2013 – Mit über 20 teilnehmenden Kliniken und mehreren hundert Besuchern bundesweit hat der Welthirntumortag 2013 alle Erwartungen übertroffen. Den Start machten bereits am 5. Juni das Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke, welches seinen Besuchern u.a. einen Einblick in den neurochirurgischen OP-Saal gewährte, sowie am 6. Juni das Neurologische Therapie Centrum Köln mit einer Arzt-Patienten-Fragerunde.

Am 8. Juni. Dem eigentlichen Welthirntumortag, mussten sich Patienten und Angehörige, aber auch Ärzte zwischen zwölf ganz unterschiedlichen Veranstaltungen im gesamten Bundesgebiet entscheiden. Egal ob Vortrag, Film, OP-Demonstration oder Klinikbesichtigung – alle Angebote stießen auf großes Interesse und wurden dankbar angenommen. Auch in den kommenden Tagen wird es weitere Aktionen rund um den Welthirntumortag geben, zu denen Interessierte herzlich eingeladen sind.

er von der Deutschen Hirntumorhilfe e.V. initiierte Welthirntumortag am 8. Juni soll zum einen den Betroffenen ein bundesweites Informationsangebot bieten, zum anderen auf die schwierige Situation von Patienten aufmerksam machen und bei der Bevölkerung das Bewusstsein für diese nur wenig bekannten Tumoren stärken. Jede der etwa 130 unterschiedlichen Tumorarten, die im Gehirn vorkommen können, ist für sich gesehen eine seltene Erkrankung. Als selten gilt eine Krankheit dann, wenn sie bei 10.000 Einwohnern weniger als fünf Mal im Jahr vorkommt. Nur allzu oft sind diese Erkrankungen in der breiten Öffentlichkeit fast unbekannt, Betroffene werden häufig von Arzt zu Arzt geschickt, oftmals bleiben sie mit einem Gefühl des Alleinseins zurück.

Trotz ihrer Seltenheit kann die Diagnose Hirntumor jeden von uns treffen. Und wenn sie gestellt wird, verändert sie das Leben der Betroffenen von heute auf morgen. Ein Hirntumor betrifft direkt die „Schaltzentrale“ des menschlichen Körpers, beeinträchtigt seine geistigen und körperlichen Funktionen und ist gleichzeitig nur schwer zu behandeln. Auch wenn bereits zahlreiche Fortschritte in der medizinischen Versorgung zu verzeichnen sind, stellt die Erkrankung sowohl behandelnde Ärzte als auch Betroffene noch immer vor besondere Herausforderungen. Umfassende Informationen sind für die Patienten daher unverzichtbar, um mit der Diagnose umgehen und den ganz eigenen Weg finden zu können.

Mittlerweile kann der Welthirntumortag auf eine lange Tradition zurückblicken. Seit 2000 rückt die Deutsche Hirntumorhilfe gemeinsam mit Kliniken und privaten Initiativen alljährlich am 8. Juni das Thema Hirntumor ein Stück weit mehr in das Bewusstsein der Öffentlichkeit und zeigt allen Patienten, dass sie mit ihrem Schicksal nicht allein sind.

Veranstaltungen zum Welthirntumortag 2013

Folgende Veranstaltungen finden in den kommenden Tagen statt:

  • 11.06.2013 Informationstag „Hirntumoren“ (Stuttgart)
  • 12.06.2013 Informationsnachmittag mit Besichtigungen (Duisburg)
  • 18.06.2013 Informationstag für Betroffene und Ärzte (Marburg)
  • 19.06.2013 Informationstag mit Demonstrationen (Gießen)
  • 22.06.2013 Benefizkonzert der Bigband der Blue Singers (Göttingen)

Hintergrundinformationen

Tumoren des Gehirns und des Rückenmarks stellen sowohl Mediziner als auch Betroffene vor besondere Herausforderungen. Vor allem die aggressiven, bösartigen Formen gehören zu den am schwersten zu therapierenden Krebserkrankungen und gelten bis heute als unheilbar. Eine Operation oder die Behandlung mit Strahlen- oder Chemotherapie bergen immer die Gefahr, wichtige Funktionen des Gehirns zu beeinträchtigen und erfordern eine auf den einzelnen Patienten individuell abgestimmte Therapie. Zwar konnten in den letzten Jahren dank neuer Medikamente, genauerer Bestrahlungstechniken und exakterer Operationsmethoden bereits Fortschritte in der Behandlung von Hirntumoren erreicht werden, Verbesserungen der Therapie hängen aber auch entscheidend von einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit der verschiedenen Fachdisziplinen sowie der Entwicklung innovativer Konzepte für die Behandlung ab.

Deutschlandweit erkranken jährlich etwa 8.000 Menschen neu an einem primären Hirntumor, die Zahl der Patienten mit Hirnmetastasen infolge von Lungenkrebs, Brustkrebs oder anderen Krebsleiden ist ungleich höher. Die Deutsche Hirntumorhilfe engagiert sich seit 15 Jahren für Hirntumorpatienten und hat sich als zentrale Anlauf- und Kontaktstelle für Betroffene etabliert. Unter dem Motto „Wissen schafft Zukunft“ stellt die unabhängige, gemeinnützige Organisation Patienten und Ärzten kostenfrei aktuelle Informationen über Standards und Fortschritte in der Therapie von Hirntumoren zur Verfügung, setzt sich für die Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich Neuroonkologie sowie die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Patienten ein. Alle Projekte und Aktivitäten der Deutschen Hirntumorhilfe werden ausschließlich durch private Spenden und Zuwendungen finanziert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hirntumorhilfe.de.

Pressekontakt
Melanie Thomas
Deutsche Hirntumorhilfe e.V.
Karl-Heine-Str. 27
04229 Leipzig

Telefon: 0341.590 93 96
Fax: 0341.590 93 97
E-Mail: presse@hirntumorhilfe.de

Pressemitteilung der Deutsche Hirntumorhilfe e.V., Melanie Thomas


Krebszeitung

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