Inkontinenz ist kein Schicksal!

Zeichnung der Anlage der AMS 700 und AMS 800 als AMS 1500. - Grafik Detlef HöwingZeichnung der Anlage der AMS 700 und AMS 800 als AMS 1500. - Grafik Detlef Höwing

Prävention ist möglich:
Urologen können dabei helfen

Harninkontinenz ist der medizinische Ausdruck für Blasenschwäche und bezeichnet die mangelnde oder fehlende Fähigkeit des Körpers, den Blaseninhalt sicher zu speichern und den Zeitpunkt der Entleerung selbst zu bestimmen. In der Folge kommt es zu unwillkürlichem Urinverlust. Die Ursachen sind ganz unterschiedlich: Am häufigsten sind die Belastungsinkontinenz und die Dranginkontinenz. Belastungsinkontinenz bedeutet Urinverlust bei ganz alltäglichen körperlichen Anstrengungen wie Heben, Bücken, Lachen, Husten, Niesen, Springen oder beim Sport.

Bei der Dranginkontinenz kann der Urinabgang infolge eines überfallartigen Harndrangs nicht unterdrückt werden. Die Symptome beider Inkontinenzformen können auch gleichzeitig als Mischinkontinenz auftreten.

In Deutschland leiden mehr als acht Millionen Menschen an irgendeiner Form der Harninkontinenz. Die Dunkelziffer ist aber immer noch sehr hoch. Betroffen sind junge und alte Menschen, Frauen und Männer – und auch schon Kinder. Je nach Art der Inkontinenz gibt es heute erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten.

Und es gibt auch Möglichkeiten der Prävention, das gilt vor allem für die Harnbelastungsinkontinenz und damit verbundene Begleiterkrankungen wie Blasensenkung, Stuhlgangsbeschwerden oder Sexualfunktionsstörungen.Und es gibt auch Möglichkeiten der Prävention, das gilt vor allem für die Harnbelastungsinkontinenz und damit verbundene Begleiterkrankungen wie Blasensenkung, Stuhlgangsbeschwerden oder Sexualfunktionsstörungen.

Was führt zur Harnbelastungsinkontinenz der Frau?

Bei Frauen ist die Belastungsinkontinenz die häufigste Form der Blasenschwäche und betrifft auch jüngere Frauen. Ursachen sind meist eine Schwächung der Beckenbodenmuskulatur und eine Funktionsstörung des Blasenschließmuskels in Folge von Übergewicht, chronischem Husten und Obstipation sowie Schwangerschaft und Geburt oder Hormonmangel in den Wechseljahren. Die Prävalenz der Harninkontinenz nach einer Schwangerschaft wird z.B. mit 14 – 43 Prozent angegeben.

Was ist Prävention?

Die Primärprävention zielt darauf ab, Krankheiten, in diesem Fall die Harnbelastungsinkontinenz und Beckenbodenschwäche, zu vermeiden. Bei der Sekundärprävention soll bei bereits bestehender leichter Harninkontinenz die Verschlechterung verhindert werden bzw. inkontinenzgefährdete Patienten geschützt werden.

Instrumente zur Prävention sind neben Information und Aufklärung die Entwicklung von Strategien zur Gesunderhaltung. Bei der Prävention der Belastungsinkontinenz bedeutet dies die Berücksichtigung allgemeiner Faktoren wie regelmäßiger Sport, gesunde Ernährung, Vermeidung von Übergewicht, Rauchen und Obstipation, aber auch die spezielle Beachtung der Geburtsmethoden und der Veränderungen im Alter. Voraussetzungen, um Prävention der Bevölkerung nahe zu bringen und erfolgreich umzusetzen, sind die Entwicklung von Übungsstandards und Qualitätsmanualen, die Ausbildung von speziellen Therapeuten und Trainern sowie die Integration von Übungsprogrammen in Schul- und Gesundheitssport.

Wie kann man vorbeugen?

Wer gut informiert ist, kann einer Blasenschwäche in vielen Fällen sinnvoll vorbeugen. Denn auch für die Inkontinenz gilt: „Vorbeugen ist besser als heilen“

Gewichtsreduktion hilft!

Bedeutet „fat gleich wet?“

Eine hochkalorische Ernährung erhöht das Inkontinenzrisiko um das 3-fache. Eine Gewichtsreduktion von 5 – 10 Prozent halbiert die Anzahl der wöchentlichen Inkontinenzepisoden. Kann der Kaiserschnitt die Inkontinenz vermeiden? Die Schwangerschaft per se – unabhängig von der Geburtsmethode – ist ein Risikofaktor für eine Harnbelastungsinkontinenz. Allerdings gibt es auch Studien, die den Kaiserschnitt als protektiven Faktor gefunden haben. Präventives Beckenboden-Training ist die wirksamste Methode, um eine Inkontinenz zu vermeiden.

Was kann man den Frauen raten?

Sorgen Sie für Normalgewicht durch gesunde Ernährung, mehr Bewegung und den richtigen Sport. Radfahren, Schwimmen, Nordic Walking oder Yoga entlasten und stärken den Beckenboden. Mit ballaststoffreicher Ernährung erzielen Sie regelmäßigen Stuhlgang ohne Pressen und damit ohne das Schließmuskelsystem zu belasten. Kompetente Ansprechpartner finden Sie bei den in den letzten Jahren entstandenen interdisziplinären Kontinenz- und Beckenbodenzentren der Deutschen Kontinenz Gesellschaft sowie bei den gynäkologischen, urologischen und allgemeinund viszeralchirurgischen Fachgesellschaften. Diese widmen sich schwerpunktmäßig Problemen der Harn- und Stuhlinkontinenz sowie Erkrankungen des Beckenbodens hinsichtlich Prävention, Diagnostik, Therapie, Rehabilitation und Versorgung. Durch die große Expertise und enge interdisziplinäre Zusammenarbeit aller beteiligten ärztlichen und nicht-ärztlichen Fachbereiche kann eine optimale Versorgung der Betroffenen garantiert werden.

Referent: Prof. Dr. med. Stefan C. Schumacher

Pressemitteilung der DGU


Krebszeitung

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