Karzinome im Gallengang früher erkennen

Abbau der extrazellulären Matrix durch die invasive Brustkarzinomzellinie - Quelle: Universität StuttgartAbbau der extrazellulären Matrix durch die invasive Brustkarzinomzellinie - Quelle: Universität Stuttgart
Konfokale Lasermikroskopie zur Untersuchung der Gallengänge Quelle: Klinikum rechts der Isar

Konfokale Lasermikroskopie zur Untersuchung der Gallengänge Quelle: Klinikum rechts der Isar

Die Ärzte der II. Medizinischen Klinik am Klinikum rechts der Isar (Ärztlicher Direktor Prof. Roland Schmid) setzen seit einiger Zeit als weltweit erste ein neues Verfahren zur besseren Diagnostik von Gallengangskarzinomen ein, das sie selbst mitentwickelt haben. Nun ziehen sie ein erstes Fazit: Mit der neuen präzisen Methode können sie in vielen Fällen eine Krebserkrankung diagnostizieren, die früher zunächst unerkannt geblieben wäre.

Das Gallengangskarzinom (Cholangiokarzinom) ist ein bösartiger Tumor der Gallenwege. Es handelt sich zwar um einen eher seltenen Tumor, die Erkrankungsrate ist in den letzten Jahrzehnten jedoch deutlich angestiegen. Klinische Symptome sind erhöhte Leberwerte, Ikterus (Gelbfärbung der Haut), Schmerzen und Gewichtsverlust. Die Tumoren können in der Leber (intrahepatisch) oder in den außerhalb der Leber liegenden (extrahepatischen) Gallengängen auftreten. Bisher konnte das Gallengangskarzinom nur durch eine Gewebeuntersuchung eindeutig diagnostiziert werden. Für die Entnahme von geeignetem Gewebe ist in der Regel eine Operation nötig, da die Tumoren meist nur schwer zugänglich sind.

Klinikum rechts der Isar entwickelt Hightech-Verfahren für präzisere Diagnostik

An der II. Medizinischen Klinik des Klinikums rechts der Isar wurde weltweit erstmalig ein neues Verfahren eingeführt, das die Diagnostik dieser Karzinome deutlich verbessert: Über eine miniaturisierte Glasfaser mit einer Linse an der Spitze erfolgt eine sogenannte konfokale Lasermikroskopie. Hierbei wird das Gewebe mit dem Laser untersucht, ein Rasterbild zeigt eine mikroskopische Darstellung des Gewebes, ohne dass hierfür Proben entnommen werden müssen. Vor der Untersuchung wird ein Farbstoff gespritzt (Fluoreszein), anschließend können durch die miniaturisierte Faser selbst verengte Gallengangsstrukturen und schwer zugängliche Regionen erreicht und optisch dargestellt werden. Veränderungen im Blutfluss sowie in der Gewebestruktur können dokumentiert werden.

Prof. Alexander Meining, der verantwortliche Mediziner, ist mit den bisherigen Erfahrungen sehr zufrieden: „Bisher haben wir am Klinikum rechts der Isar knapp 60 Patienten mit auffälligen Verengungen des Gallengangs mit dieser Methode untersucht. Bei insgesamt 25 Patienten haben wir dabei bösartige Veränderungen diagnostiziert. Interessant war für uns vor allem, dass wir bei 8 Patienten mit Hilfe der Lasermikroskopie einen bösartigen Tumor entdeckt haben, der bei der feingeweblichen Untersuchung der entnommenen Proben nicht erkennbar war. Mit der neuen Methode können wir somit schonend, schnell und präzise eine gesicherte Diagnose stellen, ohne dafür operieren zu müssen.“

Gemeinsam mit Wissenschaftlern der University of Colorado (Denver, USA) arbeitet Prof. Meining derzeit an einer multizentrischen Studie zur weiteren Evaluation dieser vielversprechenden Methode.

Pressemitteilung Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München, Tanja Schmidhofer


Krebszeitung

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