Krebs-Vorsorge für Frauen künftig im fünf Jahres-Rhythmus?

Querschnitt durch eine Gewebeprobe eines Gebärmutterhalstumors. Die Krebszellen enthalten hohe Mengen an LEDGF-Protein (braune Färbung). Quelle: Miriam Reuschenbach, Universitätsklinikum Heidelberg

(Jena) Dr. Cornelia Scheungraber aus der Frauenklinik am Universitätsklinikum Jena (UKJ) hat für eine Studie den 1. Vortragspreis der Mitteldeutschen Gesellschaften für Frauenheilkunde und Geburtshilfe erhalten. Die preiswürdige Studie zeigt in einer Untersuchung von über 4000 Frauen, dass Vorsorgeuntersuchungen bei Gebärmutterhalskrebs bei Einsatz einer kombinierten Methode für einen Zeitraum von fünf Jahren sichere Voraussagen ergeben. Bei der Methode handelt es sich um die Kombination des herkömmlichen Zell-Abstrichs (Pap-Test) mit einem molekularbiologischen Test auf das Vorliegen von Hochrisiko-humanen Papillomviren (HR-HPV). Eine Infektion mit diesen Warzenviren gilt als Auslöser des Gebärmutterhalskrebses.

Studie am Uniklinikum Jena zu Prognose-Sicherheit des HPV-Tests bei Gebärmutterhalskrebs preisgekrönt

Die Jenaer Forschergruppe aus Gynäkologen, Molekularbiologen und Wissenschaftlern des Instituts für medizinischen Statistik hat in der Studie über einen Zeitraum von fünf Jahren wiederholt die Ergebnisse der verschiedenen Testmethoden und deren Aussagekraft für eine langfristige Prognose über das Krebsrisiko der untersuchten Frauen verglichen. Im Ergebnis zeigte sich, dass Frauen mit unauffälligem Pap-Test und einem negativen HPV-Test mit großer Sicherheit auch in den nächsten fünf Jahren nicht Gefahr laufen, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken.

„Es war uns wichtig zu zeigen, dass ein negativer HPV- Test für die untersuchten Frauen ein sicherer Hinweis darauf ist, dass in den nächsten Jahren nicht mit der Entwicklung eines Gebärmutterhalskrebses zu rechnen ist“, betont Prof. Dr. Ingo Runnebaum, Mitautor des Vortrags und komm. Direktor der Jenaer Gynäkologie. „Zudem ist es wichtig, diese Verfahren zu kombinieren“, erklärt dazu Prof. Dr. Matthias Dürst, der das Thema seit Jahren erforscht,. „Fällt der HPV-Test, den wir im Labor selbst durchführen, positiv aus, geben ein zytologischer Abstrich und eine Kolposkopie Klarheit, ob Veränderungen vorliegen.“

Auch wenn die prognostische Funktion des HPV-Tests noch in weiteren Studien geprüft werden muss, werten die Jenaer die Ergebnisse als Hinweis darauf, dass die Vorsorge für Gebärmutterhalskrebs bei Nachweis von Hochrisiko-HPV intensiviert werden sollte und dass bei negativem HPV-Test die Vorsorgeintervalle künftig verlängert werden können.

„Bereits jetzt können alle Frauen eine solche Spezialvorsorge mit Hilfe eines HPV-Tests in der Poliklinik der Jenaer Frauenklinik durchführen lassen“, so Ingo Runnebaum. „Zum Jahresende rechen wir zudem damit, auch die Impfung gegen eine Infektionen mit HPV anbieten zu können.“

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Ingo Runnebaum
komm. Direktor Abteilung Frauenheilkunde, Frauenklinik, Universitätsklinikum Jena

Tel.: 03641 / 933063

E-Mail: direktion-gyn@med.uni-jena.de

Pressemitteilung Friedrich-Schiller-Universität Jena, Helena Reinhardt


Krebszeitung

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