Thema Haut- und Lungenkrebs

Hautlupe

Rekombinante Interferone werden in Deutschland in der Routine der adjuvanten Therapie von Hautkrebspatienten mit einem hohen Metastasierungsrisiko eingesetzt. Durch den fehlenden Wirksamkeitsnachweis der konventionellen Chemotherapie in der adjuvanten Situation sind rekombinante Interferone in den Mittelpunkt allen Interesses gerückt. Die adjuvante Interferontherapie bei Patienten mit Hochrisikomelanom ist in den noch resektablen Tumorstadien angebracht.

Neues aus der Onkologie: Hautkrebs

Die Verbindung von klassischen Interferonmolekülen mit Polyethylenglykol (PEG) sorgt für eine deutlich verlängerte Halbwertszeit des pegylierten Interferons im Vergleich zum konventionellen Interferon im peripheren Blut. Ein weiterer Vorteil liegt in der nur einmal wöchentlichen subkutanen Applikation. Pegylierte Interferone werden derzeit im Rahmen von prospektiv-randomisierten Studien bei Hochrisikomelanompatienten hinsichtlich ihrer Wirksamkeit und Toxizität überprüft.

Daneben spielen in der experimentellen Melanomtherapie derzeit Multikiriase Inhibitoren eine große Rolle. Eine dieser Substanzen, Sorafenib, erzielte ^sehr vielversprechende Resultate in einer Phase-IIStudie an 105 Patienten in|den USA. Bei 85 Prozent der mit Sorafenib behandelten Patienten konnte eine Tumorkontrolle (Remission oder Stabilisierung der Metastasierung) erreicht werden.

Eine Überprüfung der Therapieergebnisse in Form einer randomisierten Phase-lll-Studie in der second-line-Therapie des fernmetastasierten Melanoms konnte die guten Ergebnisse der Kombination von Carboplatin, Paclitaxel und Sorafenib im Vergleich zu Carboplatin, Paclitaxel und einem oralen Plazebo aber nicht bestätigen. Hier zeigten sich überlappende Kurven für das progressionsfreie Überleben,

Bis heute gelingt es nicht, bei den verschiedenen Hauttumorentitäten vor Therapiebeginn einen eventuellen Erfolg oder auch Misserfolg der Behandlung mit hinreichend großer Wahrscheinlichkeit vorauszusagen. Mögliche prädikative Marker werden derzeit in translationalen Forschungsprojekten untersucht. Die Etablierung von „Biobanken“ an einzelnen Kliniken oder auch im Rahmen eines multizentrischen Verbundprojektes der ADO und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft stellen einen neuen, interessanten Ansatz zur Generierung von Daten dar.

Hautkrebs (Basalzellkarzinome, Plattenepithelkarzinome und maligne Melanome) stellt in Deutschland mit jährlich 130.000 Neuerkrankungen die häufigste aller Krebserkrankungen dar. Die Haut als gut erreichbares und einsehbares Organ ist für primäre und sekundäre Hautkrebsprävention hervorragend geeignet (standardisierte Ganzkörperuntersuchung).

Neues aus der Onkologie: Lungenkrebs

Die Ursache dieses Tumors ist weitgehend klar. Die Inhalation exogener chemischer Karzinogene, an erster Stelle des Tabakrauches, wird als wesentlicher Faktor angesehen. 85 Prozent aller Bronchialkarzinomtodesfälle muss man auf das Tabakrauchen zurückführen. Andere pulmotrope Karzinogene wie Asbest, Chromate, Arsen, Haloaether, Nickel, Kohleverbrennungsprodukte, Radon u. a. spielen demgegenüber nur eine untergeordnete Rolle. Das Inhalieren von Tabakrauch ist nicht nur für etwa 85 Prozent aller Bronchialkarzinome, sondern auch für 80 bis 90 Prozent der chronischen Atemwegserkrankungen und 25 bis 43 Prozent aller koronaren Herzerkrankungen ursächlich verantwortlich. Dies hat für die Behandlung von Bronchialkarzinompatienten besonders, wenn sie sich im fortgeschrittenen Lebensalter befinden, ganz erhebliche Konsequenzen. Die gleiche Noxe, welche die Tumorerkrankung ausgelöst hat, behindert gleichzeitig die therapeutischen Möglichkeiten durch Beeinträchtigung wesentlicher Organfunktionen. Dies gilt sowohl für die Operation als auch die Strahlen- und Chemotherapie.

Gerade beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom zeichnet sich in den letzten drei Jahren auf Basis randomisierter Studien ein Therapiefortschritt ab. Die bedeutsamste Entwicklung ist sicherlich die Einführung der adjuvanten Chemotherapie in den frühen Stadien. Im lokal weit fortgeschrittenen Tumorstadium III wird eine Verbesserung der Prognose in mulltimodalen Therapiekonzepten erreicht. Im metastasierten Tumorstadium wird die Effektivität sogenannter „biologischer Therapieansätze“ deutlich. Künftig wird es bedeutsam sein, die Patientengruppen zu charakterisieren, die von solchen Ansätzen am besten profitieren und darüber hinaus auch in den metastasierten Tumorstadien solche Therapieansätze sinnvoll in den Gesamtalgorhythmus der Behandlung einzubinden,

Hoffnung macht hier vor allem die Tumorvermeidung durch den, in Deutschland begonnenen Nichtraucherschutz. Dem Global Voices for a Smokefree World 2007 Status Report, einem kürzlich erschienenen internationalen Bericht zufolge, bieten ausschließlich zu 100 Prozent rauchfreie Einrichtungen wirksamen Schutz vor dem Tabakrauch. Der Bericht wurde im Rahmen der derzeit weltweit laufenden Kampagne „Global Voices for a Smokefree World“ erstellt. Diese Kampagne fordert Regierungen in aller Welt dazu auf, sich den Fakten zu stellen: Die wissenschaftliche Beweislage bezüglich Schädlichkeit des Passivrauchens ist zweifelsfrei.

Pressekonferenz Deutsche Krebsgesellschaft und Detlef Höwing


Krebszeitung

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