Tivozanib erzielt das längste bisher berichtete progressionsfreie Überleben in der First-Line-Therapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms (RCC)

Links die normale Lage der Nebennieren (gelbe Pfeile) im Körper, rechts ein Nebennieren-karzinom in einer kernspintomographischen Darstellung. Bild: Medizinische Klinik

(München, 5. Juni 2012) Im Rahmen der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO), in Chicago, USA, gaben Astellas Pharma und AVEO Oncology bekannt, dass Tivozanib, ein neuer einmal täglich oral einzunehmender Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI), den primären Studienendpunkt erreicht hat: Mit 11,9 Monaten im Vergleich zu Sorafenib mit 9,1 Monaten zeigte Tivozanib eine statistisch signifikante Verbesserung des medianen progressionsfreien Überlebens (PFS) in der Gesamtpopulation (Intention to treat, HR = 0,797; 95% CI 0,639-0,993; p=0,042).1 Besonders hervorzuheben ist, dass Tivozanib dabei ein günstiges Sicherheitsprofil aufwies, das mit vorangegangenen Analysen übereinstimmt.1

Detaillierte Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten der TIVO-1-Studie (Tivozanib Versus Sorafenib in 1st line advanced RCC) wurden am 2. Juni 2012 präsentiert.

Dabei standen folgende Eckdaten im Vordergrund:

  • Tivozanib ist die erste Therapieoption, die ein medianes PFS von mehr als einem Jahr bei therapienaiven Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (Renal Cell Carcinoma, RCC) (präspezifizierte Subanalyse) erzielte
  • Die Behandlung mit Tivozanib führte zum längsten bisher berichteten medianen PFS im Rahmen einer Zulassungsstudie: 12,7 Monate im Vergleich zu 9,1 Monaten unter Sorafenib (HR = 0,756; p = 0,037)1
  • Die Subgruppe der therapienaiven Patienten machte etwa 70% der Gesamt-Studienpopulation aus1
  • Bei Patienten, die mit einer systemischen Therapie – darunter auch Zytokine – vorbehandelt waren (30% der Studienteilnehmer), zeigte Tivozanib eine Verbesserung im medianen PFS von 11,9 Monaten im Vergleich zu 9,1 Monaten unter Sorafenib2
  • Der Wirksamkeitsvorteil von Tivozanib im Vergleich zu Sorafenib stimmte in den Subgruppen der Studie überein (HR = 0,797; p = 0,042)1,3
  • Die objektive Ansprechrate (ORR) betrug unter Tivozanib 33% im Vergleich zu 23% unter Sorafenib (p = 0,014)2
  • Tivozanib war allgemein gut verträglich und ging neben der überlegenen Wirksamkeit und Verträglichkeit mit einer geringeren Rate an Therapieunterbrechungen und Dosisreduktionen einher2
  • o Die häufigste unter Tivozanib berichtete Nebenwirkung (alle Schweregrade / ≥ Grad 3) war Bluthochdruck (Tivozanib: 44% / 25% vs. Sorafenib: 34% / 17%), ein gängiger und gut kontrollierbarer Gruppeneffekt von VEGFR-(Vascular Endothelial Growth Factor Receptor)-Inhibitoren2
  • o Die häufigste unter Sorafenib berichtete Nebenwirkung war das Hand-Fuß-Syndrom (Tivozanib: 13% / 2% vs. Sorafenib: 54% / 17%)1
  • o Weitere Nebenwirkungen (alle Schweregrade / ≥ Grad 3) unter Tivozanib waren u.a. Diarrhö (Tivozanib: 22% / 2% vs. Sorafenib: 32% / 6%), Fatigue (Tivozanib: 18% / 5% vs. Sorafenib: 16% / 4%) und Neutropenie (Tivozanib: 10% / 2% vs. Sorafenib: 9% / 2%)1
  • o Die Rate an Therapieunterbrechungen aufgrund von Nebenwirkungen betrug unter Tivozanib 18% im Vergleich zu 35% unter Sorafenib2
  • o Die Rate an Dosisreduktionen lag unter Tivozanib bei 14%, unter Sorafenib bei 44%2

TIVO-1 ist eine weltweit durchgeführte, randomisierte klinische Phase-III-Überlegenheitsstudie, die die Wirksamkeit und Sicherheit der in der Entwicklung befindlichen Substanz Tivozanib mit dem zugelassenen Wirkstoff Sorafenib bei 517 Patienten mit fortgeschrittenem RCC untersuchte.1,4 Alle Patienten der TIVO-1-Studie litten an einem klarzelligen RCC, hatten sich zuvor einer Nephrektomie unterzogen und waren nicht mit einer Targeted Therapy vorbehandelt.4 TIVO-1 ist die allererste klinische Studie in der ein aktiver TKI als Vergleichssubstanz für eine First-Line-Therapie beim RCC herangezogen wurde.

„In den letzten Jahren wurden signifikante Fortschritte in der Behandlung des RCC gemacht, aber das bedeutet nicht, dass die zur Verfügung stehenden Behandlungsoptionen ideal wären. Es gibt nach wie vor Probleme in Bezug auf Nebenwirkungen, die die Lebensqualität der Patienten stark beeinträchtigen“, sagte Professor Dr. Kurt Miller, Direktor der Klinik für Urologie an der Charité, Berlin. „Diese Daten sind ermutigend, da sie zeigen, dass Tivozanib nicht nur ein signifikant besseres progressionsfreies Überleben im Vergleich zum aktiven Komparator ermöglicht, sondern es scheint darüber hinaus niedrige Raten belastender unerwünschter Wirkungen, die einen großen Einfluss auf die Patienten haben, hervorzurufen.“

Das RCC ist für etwa 90% aller Nierenkarzinome verantwortlich, und macht zwei bis drei Prozent aller Krebserkrankungen weltweit aus.5,6 Innerhalb Europas hat sich die Inzidenz des RCC in den letzten 30 Jahren verdoppelt7 und pro Woche treten durchschnittlich 1.700 neue RCC-Fälle auf.8 Damit gehört das RCC zu den zehn häufigsten Tumorentitäten, die Männer und Frauen betreffen.8 40% der Patienten werden erst im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert, wenn die Prognose extrem schlecht und die Erkrankung bekanntermaßen schwer zu therapieren ist.6,9

Tivozanib blockiert die Signalwege des vaskulären endothelialen Wachstumsfaktors (VEGF), die eine Rolle bei der Bildung von Tumor-versorgenden Blutgefäßen spielen. Tivozanib ist ein potenter und selektiver Inhibitor aller drei VEGF-Rezeptoren (VEGFR) und konnte in Phase-I-Studien sein Potenzial in der Kombination mit weiteren Behandlungsoptionen sowie in anderen onkologischen Indikationen demonstrieren.10

Quellen:
1. Motzer R., Nosov D, Eisen T, et al. Tivozanib versus sorafenib as initial targeted therapy for patients with advanced renal cell carcinoma: Results from a Phase III randomized, open-label, multicenter trial. (Abstr 4501) Presented at ASCO, June 2012
2. Data on file (AVEO/Astellas
3. Data on file (AVEO/Astellas)
4. A study to compare tivozanib (AV-951) to sorafenib in subjects with advanced renal cell carcinoma (TIVO-1). NCT01030783. Available online: http://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT01030783?term=tivo&rank=1 [Last accessed April 2012]
5. Ljungberg B, Hanbury DC, Kuczyk MA et al. Guidelines on renal cell carcinoma. European Association of Urology. April 2010. Available at: http://www.uroweb.org/gls/pdf/Renal%20Cell%20Carcinoma%202010.pdf [Last accessed May 2012] 6. Bellmunt J, Current Treatment in Advanced Renal Cell Carcinoma (RCC): Impact of Targeted Therapies in the Management of RCC, European Urology Supplements 2007;6:484–491
7. Tsimafeyeu I, Aksel E. Renal Cell Carcinoma in the Russian Federation in 2008. Malign Tumours 2010; 1:1-4 [38 European countries, as defined by the United Nations]
8. Ferlay J, Parkin D M, E. Steliarova-Foucher. Estimates of cancer incidence and mortality in Europe in 2008. Eur J Cancer 2010; 46:765-781 [40 European countries]
9. The University of Texas MD Anderson Cancer Center. Kidney Cancer. Available at http://www.mdanderson.org/patient-and-cancer-information/cancer-information/cancer-types/kidney-cancer/index.html [Last accessed May 2012]
10. Kabbinavar F et al, Results from a phase I trial of tivozanib (AV-951) combined with temsirolimus therapy in patients (pts) with renal cell carcinoma (RCC). J Clin Oncol 2011;29: (suppl; abstr 4549)

Über Astellas
Astellas Pharma GmbH, mit Sitz in München, ist die deutsche Tochtergesellschaft der Astellas Pharma Europe Ltd. (London, Großbritannien), der europäischen Tochtergesellschaft der in Tokyo ansässigen Astellas Pharma Inc.. Astellas ist ein weltweites, forschungsorientiertes pharmazeutisches Unternehmen, das mit innovativen und bewährten Arzneimitteln zur Verbesserung der Gesundheit und der Lebensqualität der Menschen weltweit beitragen will.
Das Ziel des Unternehmens ist es, durch die Konzentration exzellenter Fähigkeiten in Forschung & Entwicklung sowie im Marketing ein kontinuierliches Wachstum in den pharmazeutischen Märkten der Welt zu realisieren. Astellas Pharma Europe umfasst 21 Niederlassungen in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika, 1 Forschungs- und Entwicklungszentrum sowie 3 Produktionsstätten mit insgesamt ca. 4.200 Mitarbeitern. Weitere Informationen zur Astellas Gruppe finden Sie im Internet unter www.astellas.com und www.astellas.de.

John Warning Corporate Communications GmbH, Henrike Boden


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