Tumormetastasen an der Wirbelsäule mit Hitze behandeln

Resektionsplanung mit der Pfortader (orange), den Lebervenen (cyan) und den Metastasen (gelb)

Fachkrankenhaus Ratingen arbeitet europaweit als erster Anbieter mit navigierbarem Radiofrequenz-Ablationssystem

Ratingen im November 2013. Letzte Woche wendeten Mediziner des Fachkrankenhauses in Ratingen erstmals in Europa ein neues System zur Bekämpfung von schmerzhaften Wirbelkörpermetastasen an. „Die sogenannte Spinal Tumor Ablation mit Radiofrequenzenergie, kurz STAR Ablation genannt, ermöglicht uns, minimalinvasiv und schonend unsere Patienten von ihren Tumorbeschwerden im Knochen zu befreien“, erklärt Prof. Dr. med. Andreas A. Kurth, ärztlicher Direktor und orthopädischer Onkologe am Fachkrankenhaus Ratingen, und betont: „Bisher galt die operative Entfernung von Wirbelkörpertumoren als unbefriedigend, zumal die komplexe Struktur der Wirbelsäule schonende Verfahren unmöglich macht“. In Deutschland leiden etwa 1,5 Millionen Menschen an Krebs. In 13 Prozent der Fälle entwickeln Betroffene als Folge davon schmerzhafte Wirbelsäulenmetastasen, die den betroffenen Wirbel zerstören. Neben Schmerzmitteln behandeln Mediziner solche Knochenmetastasen zumeist lokal mit mehrwöchiger Chemotherapie.

Mithilfe der STAR Ablation lassen sich Wirbelkörpermetastasen mittels Radiofrequenzenergie beseitigen. Dank eines speziellen Instruments sowie der schnellen Wirkung dauert der Eingriff nur wenige Minuten. „Die neue Methode vereint gleich zwei Schritte. Zunächst zerstören wir punktuell mithilfe der Radiofrequenzenergie, also mit Hitze, das bösartige Tumorgewebe im Wirbelkörper, ohne dabei die empfindlichen Nachbarstrukturen zu gefährden. Dann füllen wir den entstandenen Hohlraum mit einem sehr zähflüssigen Knochenzement wieder auf und stabilisieren den gefährdeten Knochen“, erklärt Prof. Kurth. Besondere Vorteile für Patienten: Bei dem minimalinvasiven Eingriff werden Metastasen präzise und kontrolliert zerstört. Durch die schonende Vorgehensweise und die kurze Behandlungsdauer stellt sich eine sofortige Schmerzreduktion ein, ohne die lebenswichtige Chemotherapie zu unterbrechen. In der Folge erhöht sich die Lebensqualität von Betroffenen in wenigen Tagen.

Weitere Informationen unter www.dfine.eu

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