Histologische Färbung eines Papilloms (gutartiger Hauttumor) in einer genetisch veränderten Maus, die Gene des Humanen Papillomavirus 8 in Keratinozyten exprimiert. Quelle: S. Werner
Hautkrebs

Zürcher Forscher untersuchen die Rolle von Sauerstoffradikalen bei der Entstehung von Hautkrebs

26. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Histologische Färbung eines Papilloms (gutartiger Hauttumor) in einer genetisch veränderten Maus, die Gene des Humanen Papillomavirus 8 in Keratinozyten exprimiert. Quelle: S. WernerIn den vergangenen Jahren hat die Zahl der Hautkrebs-Erkrankungen kontinuierlich zugenommen. Dies ist zumindest teilweise darauf zurückzuführen, dass Menschen ihre Haut ungeschützt der UV-Strahlung aussetzen. Durch UV-Licht entstehen in den Zellen aggressive Sauerstoffradikale. Diese können teilweise durch körpereigene Eiweiße „entschärft“ werden. Die Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Sabine Werner an der ETH Zürich untersucht, ob Defekte in der Bildung dieser schützenden Eiweißmoleküle an der Entstehung von Hautkrebs beteiligt sind. Dabei machen sich die Wissenschaftler ihre Erfahrungen im Bereich der Wundheilung und die interessanten Parallelen zwischen Wundheilung und Krebs zu Nutze.

Hautwunden und bösartige Tumore weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Die Zürcher Forscher konnten zeigen, dass Wundheilung und Tumorbildung durch ähnliche Mechanismen gesteuert werden. Der Körper kontrolliert diese Prozesse während der Wundheilung engmaschig und schaltet sie nach Abheilen der Wunde ab. In bösartigen Tumoren dagegen gerät die Steuerung außer Kontrolle. Um die genauen Zusammenhänge verstehen zu können, ist es deshalb wichtig, diejenigen Gene zu identifizieren, die sowohl die Wundheilung als auch das Wachstum von Tumoren steuern. Zudem soll die Konsequenz einer veränderten Expression dieser Gene für beide Prozesse untersucht werden. Diesen Fragestellungen widmet sich das Team an der ETH Zürich.

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Solarium - pixabay
Deutsche Krebshilfe

Checkliste für Solariennutzer

25. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Bonn (sts) – Ab dem 1. August 2012 dürfen Solariengeräte eine maximale Bestrahlungsstärke von 0,3 Watt pro Quadratmeter Haut nicht mehr überschreiten. Die Geräte müssen entsprechend gekennzeichnet sein. „Die neue Bestrahlungsstärke entspricht allerdings immer noch der höchsten UV-Dosis, die auf der Erde gemessen werden kann: mittags bei wolkenlosem Himmel am Äquator“, erklärt Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe. „Bisher wurde diese Bestrahlungsstärke von alten Geräten zum Teil um das Dreifache überschritten.“ Die neue Vorschrift basiert auf der UV-Schutzverordnung (UVSV) für Solarien, die seit dem 1. Januar 2012 rechtskräftig ist.

Solarien müssen ab 1. August maximale Bestrahlungsstärke einhalten!

Der Grund für die Einführung der UVSV sind die Gesundheitsgefahren, die von künstlichen UV-Strahlen ausgehen. Sie gelten neben den natürlichen Strahlen der Sonne als Hauptrisikofaktor für das Entstehen von Hautkrebs: „Wer vor dem 35. Lebensjahr regelmäßig Solarien nutzt, verdoppelt sein Risiko, am gefährlichsten Hautkrebs, dem malignen Melanom, zu erkranken“, betont Professor Dr. Eckhard Breitbart, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP). Rund 224.000 Menschen erkranken in Deutschland jährlich neu an Hautkrebs, 26.000 davon am malignen Melanom. Zunehmend sind auch jüngere Menschen davon betroffen, insbesondere dann, wenn sie sich jahrelang regelmäßig künstlich gebräunt haben. Etwa 3,5 Millionen der unter 36-Jährigen nutzen derzeit Solarien. Besonders gefährdet sind Frauen im Alter von 18 bis 25 Jahren,denn sie gehen etwa doppelt so häufig auf die Sonnenbank wie Männer. Erschreckend: Rund 167.000 der derzeitigen Solariennutzer sind minderjährig. Jugendlichen ist der Zugang zu Solarien gesetzlich untersagt. Seit März 2010 sind die Betreiber verpflichtet, ihnen den Zugang zu Solariengeräten zu verbieten.

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Brustkrebszellen - Quelle: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum
Brustkrebs

Brustkrebskongress erfolgreich beendet: Senologen sehen Fortschritte auf hohem Niveau

24. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Stuttgart/Berlin, Juli 2012 – Brustkrebs wird in Deutschland immer frühzeitiger diagnostiziert, die Therapie hat sich in den letzten Jahren weiter verfeinert und die Überlebenschancen liegen im internationalen Vergleich auf einem hohen Niveau. An der diesjährigen Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie, die vom 5. bis 7. Juli in Stuttgart stattfand, nahmen 2.600 Experten teil. Diese diskutierten in über 105 wissenschaftlichen Sitzungen über neueste Erkenntnisse ihres Fachgebietes. Die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) zieht am Ende ihres Jahreskongresses in Stuttgart eine positive Bilanz und rechnet in den nächsten Jahren mit weiteren Verbesserungen.

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Werden die myxoiden Liposarkomzellen (MLS 402) mit steigenden Mengen eines Wirkstoffes behandelt, der die FGFR-Signale hemmt, wachsen sie langsamer und sterben schließlich ab. Quelle: AG PD Dr. Merkelbach-Bruse: Helen Künstlinger
Seltene Tumorarten

Sarkome: Signalmolekül „FGFR“ als neuer Ansatz für die Therapie?

24. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Sarkome sind bösartige Tumoren des Weichgewebes und machen ca. 1 Prozent aller Krebserkrankungen aus. Die Therapie dieser Tumoren beschränkt sich neben der operativen Entfernung fast ausschließlich auf klassische Chemo- und Strahlentherapie. Zielgerichtete Therapien mit spezifischen Angriffspunkten in den Tumorzellen stehen kaum zur Verfügung. Das wollen Forscher vom Institut für Pathologie der Universität Köln ändern. Die Forscher sehen in den so genannten Fibroblastenwachstumsfaktor-Rezeptoren („FGFR“), einer Familie von Signalmolekülen, einen geeigneten Anknüpfungspunkt zur Entwicklung neuer Behandlungsstrategien.

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Weisser Hautkrebs - Quelle: Universitäts-Hautklinik Tübingen
Hautkrebs

Unterschätzte Gefahr: Weißer Hautkrebs

23. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Nienburg im Juli 2012. Sonne gilt als wichtig und gesund für den Körper, doch übertriebenes Sonnenbaden schädigt die Haut langfristig und führt im schlimmsten Fall sogar zu Krebserkrankungen der Haut. Weißer Hautkrebs, das sogenannte Basalzellkarzinom, zählt dabei zu den häufigsten Krebsarten überhaupt – Tendenz steigend. Im Gegensatz zum Melanom, dem schwarzen Hautkrebs, bildet das Basalzellkarzinom nur sehr selten Tochtergeschwüre und gilt damit als sehr gut behandelbar. Zu spät erkannt, zerstört das Karzinom allerdings Weichteile sowie darunter liegende Knorpel und Knochen.

Tumore besonders in sensibler Gesichtsregion effektiv und möglichst unauffällig behandeln

Oft erneute Operation nötig

In einigen Fällen tritt das Basalzellkarzinom auch nach der operativen Entfernung erneut auf. So muss bei etwa 30 Prozent der Patienten noch einmal Gewebe entfernt werden. „Deshalb wenden wir in unserer Klinik das sogenannte zweizeitige Vorgehen an“, erklärt Dr. Ingo Dantzer, Facharzt für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie und Leiter der Klinik am Weserbogen in Nienburg. Nach dem Eingriff deckt der Chirurg die Wunde für einige Tage mit künstlicher Haut ab. Erst wenn die mikroskopische Untersuchung die vollständige Entfernung des Tumors aus dem umliegenden gesunden Gewebe bestätigt, vernäht der Operateur die Wunde.

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Gewebeschnitt durch ein Melanom. Bild: KGH, Wikimedia Commons
dkfz

Maßgeschneiderte Viren für verbesserte Krebstherapie

23. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Parvoviren töten spezifisch Krebszellen und werden zur Behandlung bösartiger Hirntumoren bereits klinisch erprobt. Weil sie jedoch auch normale Zellen infizieren können – ohne diesen zu schaden -, geht bei der Therapie ein großer Teil der Viren verloren. Wissenschaftler im Deutschen Krebsforschungszentrum veränderten die Viren nun so, dass sie zunächst ihre Infektionsfähigkeit verlieren. In einem zweiten Schritt statteten sie die Viren mit einem molekularen Schlüssel für die Infektion von Krebszellen aus.

Einige Parvoviren können Krebszellen befallen und vernichten, verursachen aber beim Menschen keine Krankheitssymptome. Seit 1992 erforschen Wissenschaftler um Prof. Jean Rommelaere im Deutschen Krebsforschungszentrum diese Viren mit dem Ziel, sie für die Krebstherapie einzusetzen. Die Forscher wählten dafür Parvoviren des Stamms H1, die normalerweise Nagetiere befallen, aber auch für menschliche Zellen infektiös sind. H1-Viren töten Tumorzellen aufgrund natürlicher Eigenschaften ab, ihr Erbgut muss dafür nicht genetisch verändert werden. Im Universitätsklinikum Heidelberg wird bereits eine Behandlung von bösartigen Hirntumoren mit H1-Viren in einer klinischen Phase I/IIa-Studie geprüft.

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MRT-Bildgebung des Gehirns (C) Klaus Scheffler / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen
Hirntumoren

Gehirntumoren in den Tod treiben

22. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Stammzellen im Gehirn können entarten und Krebs auslösen. Das junge Gehirn scheinen sie aber vor bestimmten Tumorarten zu bewahren, indem sie die Krebszellen abtöten. Dies könnte therapeutisch genutzt werden – auch bei älteren Patienten. Bei einer durchschnittlichen Überlebenszeit von wenigen Monaten nach der Diagnose ist das Glioblastoma multiforme eine der bösartigsten Krebserkrankungen des Menschen.

Es ist ein Vertreter von Gehirntumoren,die wohl aus genetisch mutierten Stammzellen des Gehirns hervorgehen – und bislang auch durch eine operative Entfernung, eine Strahlenbehandlung,eine Chemotherapie oder eine Kombination dieser Maßnahmen kaum geheilt werden können.

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MRT-Bildgebung des Gehirns (C) Klaus Scheffler / Max-Planck-Institut für biologische Kybernetik, Tübingen
Hirntumoren

Neuronale Stammzellen zerstören Hirntumore

22. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Stammzellen des Gehirns bekämpfen in jungen Jahren Hirntumore wie zum Beispiel Glioblastome, die zu den häufigsten und bösartigsten Tumoren gehören. Jetzt haben Forscherinnen und Forscher vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin und der Charité – Universitätsmedizin Berlin einen neuen Mechanismus entschlüsselt, mit dem Stammzellen das junge Gehirn vor diesen Tumoren schützen. Danach setzen die Stammzellen Substanzen frei, die bei den Tumorzellen einen Ionenkanal aktivieren, der eigentlich als Geschmacksrezeptor für Chilipfeffer bekannt ist. Diese Aktivierung löst bei der Tumorzelle Stress und damit ihren Zelltod aus (Nature Medicine, http://dx.doi.org/10.1038/nm.2827)*.

Glioblastome können trotz Operation, Strahlen- oder Chemotherapie oder einer Kombination dieser drei Behandlungsmaßnahmen, nicht geheilt werden. Vor einigen Jahren hatte die Forschergruppe von Prof. Helmut Kettenmann vom MDC gezeigt, dass neuronale Stammzellen zu Glioblastomen wandern und sie angreifen. Die neuronalen Stammzellen schütten ein Protein aus (BMP- Protein – bone morphogenetic protein), das direkt die Tumorstammzellen angreift. Tumorstammzellen sind nach heutigen Erkenntnissen der Forschung die eigentliche Ursache dafür, dass ein Tumor immer wieder ausbricht.

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Immun-Fluoreszenzfärbung, um die Differenzierung einer Stammzelle festzustellen. Fett-Tropfen (rot) sind charakteristisch für Fettzellen, die aus den Stammzellen entstanden sind. Die noch undifferenzierten Zellen sind durch grüne Fluoreszenz in den Zellkernen zu erkennen. Foto: O. Karpiuk
Forschung

Genetische Lesezeichen programmieren Krebszellen

22. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

Immun-Fluoreszenzfärbung, um die Differenzierung einer Stammzelle festzustellen. Fett-Tropfen (rot) sind charakteristisch für Fettzellen, die aus den Stammzellen entstanden sind. Die noch undifferenzierten Zellen sind durch grüne Fluoreszenz in den Zellkernen zu erkennen. Foto: O. Karpiuk(umg) Krebs entsteht durch Veränderungen am Erbgut der Zelle, der Desoxyribonukleinsäure (DNA). Diese Erkenntnis gilt schon lange als gesichert. Göttinger Krebsforscher um Prof. Dr. Steven A. Johnsen aus der Abteilung Molekulare Onkologie (Direktor: Prof. Dr. Matthias Dobbelstein) der Universitäts-medizin Göttingen haben in einer Studie einen Grund dafür gefunden, warum die DNA nicht alleine für das Verhalten der Zelle ausschlaggebend ist. Auch Veränderungen an DNA-gebundenen Eiweißmolekülen entscheiden darüber, ob Krebs entsteht. Diese Veränderungen dienen als „Lesezeichen“ in der Zelle. Sie legen fest, welche DNA-Abschnitte abgelesen werden, um die Bestandteile einer Zelle zusammenzubauen.

Die neu gewonnen Erkenntnisse könnten dabei helfen, die Therapie von Krebs und Osteoporose langfristig zu verbessern. Die Ergebnisse der Studie sind in der Juni-Ausgabe der Fachzeitschrift „Molecular Cell“ veröffentlicht. Erstautorin ist Oleksandra Karpiuk, Doktorandin des renommierten Master /PhD-Programms Molecular Biology und Stipendiatin des Dorothea Schlözer- Programms der Georg-August-Universität Göttingen.

 

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Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM
Deutsche Krebshilfe

Vorboten der Krebszellen

18. Juli 2012 Detlef Hoewing 0

München (gb) – Winzige Abschürfungen von Tumoren könnten die Ursache dafür sein, dass sich Krebs im Körper ausbreitet. Münchner Wissenschaftler untersuchen nun diese sogenannten Mikropartikel. Die Forscher vermuten, dass sie die Fähigkeit besitzen, durch den Körper zu wandern und gesunde Zellen in Krebszellen zu verwandeln. Sie hoffen, durch Blockade der Mikropartikel die Krebsausbreitung zu verhindern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsvorhaben mit 346.000 Euro.

Eine besondere Eigenschaft von Krebszellen ist ihre Fähigkeit, sich aus dem Zellverband eines Tumors zu lösen. Sie gelangen in die Blut- oder Lymphbahnen, werden durch den Körper transportiert und dringen in andere Gewebe ein. Dort können sie sich ansiedeln und Tochtergeschwülste des ursprünglichen Tumors bilden, in der Fachsprache Metastasen genannt. Geschieht dies, sinken die Heilungschancen des Patienten drastiscAuf welche Weise die bösartigen Zellen die Blut- und Lymphbahnen verlassen, in das Gewebe eindringen und neue Tumoren bilden, ist noch weitgehend unbekannt. Doch möglicherweise helfen ihnen winzige Mikropartikel, die von der Krebszellhülle abbrechen, bei ihrem Feldzug durch den Körper. Denn Tumorzellen geben ständig solche kleinen Zellhüll- Brocken in die Blutbahn ab. Diese Krebsboten können leichter in das Gewebe eindringen als die um ein Vielfaches größeren Krebszellen und diesen den Weg ebnen. Damit nicht genug: Die Tumorabschürfungen können einen molekularen Schutzwall um sich herum errichten, der verhindert, dass sie vom Abwehrsystem des Körpers erkannt und entfernt werden.

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