30 Jahre Deutsche Krebshilfe

Krebssymbol - pixabay
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Berlin (ct) – Am 25. September 1974 gründete Dr. Mildred Scheel die Deutsche Krebshilfe. In den 30 Jahren ihres Bestehens hat die größte Bürgerinitiative gegen den Krebs viel erreicht: Sie unterstützte die Gründung von Tumorzentren und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Krebs-Medizin. Die deutsche Krebsforschung hat ein international anerkannt hohes Niveau – auch dank der Forschungsförderung durch die Deutsche Krebshilfe. Krebs ist heute kein Tabu mehr, und in der Gesundheitspolitik setzt die Deutsche Krebshilfe Akzente im Sinne der Krebs-Patienten. Doch die Versorgung krebskranker Menschen ist in Deutschland noch immer nicht ideal. Die Deutsche Krebshilfe wird auch in Zukunft alles daran setzen, Strukturprobleme zu lösen, Kommunikationsdefizite zu beheben und Versorgungslücken zu schließen.

Größte Bürgerinitiative gegen Krebs drei Jahrzehnte erfolgreich

Mitte der siebziger Jahre in Deutschland: Die Behandlung Krebskranker ist alles andere als vorbildlich. Mit Messer und Strahlen versuchen die Ärzte, Krebs zu bekämpfen. Doch die Heilungschancen stagnieren, niemand fühlt sich für eine Verbesserung der Versorgung krebskranker Menschen zuständig. Und: über Krebs spricht man nicht – das Thema ist tabu.

„Die Deutsche Krebshilfe – namentlich ihre Gründerin Dr. Mildred Scheel – hat dazu beigetragen, das Tabu Krebs zu brechen“, konstatierte Professor Dr. Dagmar Schipanski, Präsidentin der Deutschen Krebshilfe, auf einer Pressekonferenz am 23. September 2004 in Berlin. Die Gründung der Deutschen Krebshilfe sei ein mutiger Schritt gewesen – doch schnell habe sich gezeigt, dass die Zeit dafür reif war. „Die Bevölkerung schenkte Mildred Scheel Vertrauen und machte die Deutsche Krebshilfe rasch zu einer unverzichtbaren Größe im Gesundheitswesen“, so Schipanski. Mildred Scheel starb 1985 selbst an den Folgen einer Krebserkrankung, doch die Organisation bestand diese schwere Belastungsprobe. Bis heute hat die Deutsche Krebshilfe 2.200 innovative Projekte gefördert und damit die Situation krebskranker Menschen in Deutschland maßgeblich verbessert.

Die Deutsche Krebshilfe hat in Deutschland die Tumorzentren auf den Weg gebracht und die interdisziplinäre Zusammenarbeit in der Krebs-Medizin gefördert. Dank der Initiative und der finanziellen Unterstützung durch die Deutsche Krebshilfe gibt es heute in Deutschland gut funktionierende Knochenmarkspender-Dateien und keine Engpässe mehr auf Knochenmarktransplantations-Stationen. Mit der Förderung fast aller Therapiestudien in der Kinderkrebs-Medizin sowie mit dem Auf- und Ausbau von Kinderkrebs-Stationen und -Zentren hat die Deutsche Krebshilfe erheblich dazu beigetragen, dass heute drei von vier krebskranken Kindern geheilt werden können. Die Deutsche Krebshilfe hat die Krebsforschung voran gebracht und der Palliativmedizin in Deutschland den Weg bereitet. Die Krebs-Selbsthilfe ist heute gut etabliert und ein integraler Bestandteil der psychosozialen Krankenbetreuung geworden.

„Trotz aller Erfolge haben wir in Deutschland noch keinen Idealzustand bei der Versorgung krebskranker Menschen erreicht. Nach wie vor gibt es Strukturprobleme, Kommunikationsdefizite und in manchen Bereichen auch noch Versorgungslücken“, sagte Friedrich Carl Janssen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, in Berlin. Die Deutsche Krebshilfe arbeitet daher zurzeit an einer Neuausrichtung der Tumorzentren mit dem Ziel, die Behandlung von Krebs-Patienten im ganzen Land auf höchstem Qualitätsniveau zu sichern. „Unsere Vision ist, die Tumorzentren zu hoch kompetenten Anlaufstellen zu machen, die dem Patienten den richtigen Weg weisen. Die Versorgung von Tumorpatienten darf in Kiel oder Konstanz, Saarbrücken oder Dresden nicht unterschiedlich sein“, so Janssen. Auch die flächendeckende psychosoziale Begleitung von Krebs-Patienten und die Verbesserung der Krebs-Früherkennung sind Ziele für die nächsten Jahre.

„Unsere Aktivitäten sind nur möglich, weil die Menschen uns vertrauen und uns mit ihren Spenden, Aktionserlösen und Vermächtnissen unterstützen“, sagte Janssen. Die Deutsche Krebshilfe ist sich dieser Verantwortung bewusst und geht sorgsam mit den Spendengeldern um. Der Verwaltungsaufwand liegt bei nur 3,7 Prozent.

Info-Kasten: 30 Jahre Deutsche Krebshilfe„Helfen. Forschen. Informieren.“ – dieses Motto beschreibt die Arbeitsschwerpunkte der Deutschen Krebshilfe. Krebskranke Menschen und ihre Familien bekommen rasch und unbürokratisch Hilfe und Unterstützung. Die Deutsche Krebshilfe fördert die Krebsforschung und den medizinisch/wissenschaftlichen Nachwuchs im Bereich der o­nkologie. Sie informiert die Bevölkerung über das Thema Krebs einschließlich der Möglichkeiten, Krebs zu vermeiden und früh zu erkennen. Die Deutsche Krebshilfe finanziert all ihre Aktivitäten aus freiwilligen Zuwendungen der Bevölkerung. Sie erhält keine öffentlichen Mittel. Das Spendenaufkommen lag im Jahr 2003 bei 73,2 Millionen Euro. Informationen über die Arbeit und die Projekte der Deutschen Krebshilfe finden Interessierte auch unter www.krebshilfe.de

Bonn, 23. September 2004

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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  • Immunzellen in einem Dickdarmtumor (Gewebepräparat). T-Helfer-Zellen (rot) liegen zwischen den Drüsenstrukturen der Tumorzellen (Zellkerne blau gefärbt). - Quelle: Klaus-Peter Janssen
    Darmkrebs

    Ein empfindlicher Test für die Prognose bei Darmkrebs mit Lebermetastasen / Heidelberger Chirurgen veröffentlichen in „Annals of Surgery“. Ein Bluttest auf Tumorzellen könnte künftig darüber entscheiden, welche individuelle Krebsbehandlung ein Patient erhält, der an Darmkrebs mit Lebermetastasen erkrankt ist. Erstmals konnten Ärzte der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg (Geschäftsführender Direktor: Prof. Dr. Dr. h.c. Markus W. Büchler) nachweisen: Die Präsenz von Tumorzellen in Knochenmark oder Blut, die vor oder während der Entfernung des Tumorgewebes verstreut werden, erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass erneut Tochtergeschwülste (Metastasen) entstehen. Diese Patienten haben eine schlechtere Prognose und sollten deshalb möglicherweise eine zusätzliche Chemotherapie erhalten.

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  • Krankenkassen - pixabay
    Krankenkassen

    Sozialverband VdK sieht in Aussicht gestellte Rentenerhöhung von 2,5 Prozent skeptisch

    „Die Botschaft hör ich wohl, allein, mir fehlt der Glaube“, so  kommentierte Ulrike Mascher, Präsidentin des Sozialverbands VdK Deutschland, die im Rahmen einer Veranstaltung der Deutschen Rentenversicherung heute genannte mögliche Rentenerhöhung zwischen 2 und 2,5 Prozent für das Jahr 2014. „Damit würden die Renten erstmals seit vielen, vielen Jahren wieder gleichauf mit den Löhnen steigen. Aus den bitteren Erfahrungen der vergangenen Jahre wissen wir aber, dass zwischen den alljährlichen Herbstprognosen und den tatsächlichen Rentenerhöhungen im darauf folgenden Sommer oft Welten liegen“, erläuterte sie ihre Skepsis. Man müsse abwarten, was aus diesen Versprechungen wird. „Und selbst wenn es zu dieser Erhöhung kommen sollte, so gleicht sie längst nicht die fast zehnprozentigen Wertverluste der Renten seit 2004 aus“, ergänzte sie.

    Es sei zudem ein falsches Signal, bei ständig sinkenden Renten und drohender Altersarmut durch eine Absenkung des Beitragssatzes die bestehenden Rücklagen bis auf die Mindestrücklage aufzulösen. So kommentiert Mascher die Zahlen der Deutschen Rentenversicherung  Bund, wonach von einer Renten-Beitragssenkung von 18,9 auf 18,3 Prozent ausgegangen wird. Eine Senkung um 0,6 Prozentpunkte wirkt sich in den Geldbörsen der Beitragszahler nur minimal aus, rund 7,50 Euro bei einem Brutto-Monatseinkommen von 2500 Euro. „Es geht jedoch um eine langfristige Sicherung der Rentenkassen. Bei hohen Rücklagen Beiträge zu senken, ist zwar populär, aber keine nachhaltige Politik. Statt einer kurzsichtigen Beitragssenkung sollten die Mehreinnahmen weitsichtig zur Stabilisierung der Renten genutzt werden, zum Beispiel bei der Erwerbsminderungsrente und im Bereich der Rehabilitation“, so Mascher. Sie stimmt in ihrer Kritik mit der Deutschen Rentenversicherung überein, die an einem stabilen Beitrag festhalten möchte: „Die globale Wirtschaftskrise ist noch nicht gebannt. Daher ist ein sorgloser Umgang mit den Rücklagen der Rentenversicherung bedenklich. Die Reserven sind schnell aufgebraucht. Deshalb ist eine Beitragssenkung ein Irrweg“, so die VdK-Präsidentin. 

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