68. Urologen-Kongress: „Ökonomie – Medizin – Qualität“

Logo des 68. DGU-Kongress 2016
Logo des 68. DGU-Kongress 2016

Unter dem Motto „Ökonomie – Medizin – Qualität“ findet der 68. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 28. September bis 1. Oktober 2016 im Congress Center Leipzig (CCL) statt. Zu der weltweit drittgrößten urologischen Fachtagung unter der Leitung von DGU-Präsident Prof. Dr. Kurt Miller werden rund 7000 internationale Teilnehmer sowie hochrangige Akteure aus dem deutschen Gesundheitswesen erwartet.

„Die Medizin braucht dringend Wege aus dem Dilemma zwischen Ökonomie und Qualität, und deshalb freue ich mich sehr, dass wir sowohl den Vorsitzenden des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), Prof. Josef Hecken als auch den Leiter des Instituts für Qualität und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG), Dr. Christof Veit, und Franz Knieps, Vorstand BKK Dachverband e.V., zu einer Round-Table-Diskussion im Eröffnungsforum in Leipzig begrüßen können“, sagt DGU-Präsident Prof. Miller, Direktor der Urologischen Klinik und Poliklinik Charité, Universitätsmedizin Berlin. Zahlreiche Veranstaltungen im Kontext des Kongressmottos vertiefen die Debatte. Dabei geht es um Versorgungsforschung, Evidenz, Ökonomie und Forschung, um Mindestmengen, Zentren, Risikomanagement und Fehlerkultur.

Mit insgesamt rund 100 Einzelveranstaltungen deckt die 68. DGU-Jahrestagung praxisrelevante Fortbildung sowie aktuellen Wissenschaftsaustausch in Diagnostik und Therapie auf allen Kerngebieten der Urologie ab. Neuigkeiten werden vor allem in der Uro-Onkologie mit Blick auf die Immuntherapie beim Nieren- und Blasenkrebs und die Bildgebung beim Prostatakarzinom erwartet. Die personalisierte Präzisionsmedizin steht im Fokus eines ersten Gemeinschaftsforums der DGU mit der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. Das Forum zur Jungensprechstunde und sexuell übertragbaren Erkrankungen sowie den Schutz vor HPV-Viren reflektiert die aktuelle Diskussion über die Impfung von Jungen.

Erstmals in der Kongressgeschichte erwarten die Teilnehmer in Leipzig die Übertragung einer Live OP aus dem Unversitätsklinikum Leipzig sowie Live-Streams aus den wichtigsten Foren, die an ausgewählten Plätzen im CCL zur Verfügung stehen.

Wichtig für die persönliche Kongressplanung: Bereits der erste Kongresstag, der 28. September, bietet ein hochkarätiges Programm mit diversen Foren unter anderen zum Nierenzellkarzinom, zur Kinderurologie und Infektiologie, zum Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom mit einem PREFERE-Update 2016 sowie zu den operativen Techniken samt Live-OP.

Ebenfalls auf der Agenda stehen in bewährter Form ein Pflegekongress für die urologischen Assistenz- und Pflegeberufe und das gemeinsame berufspolitische Forum von DGU und Berufsverband der Deutschen Urologen. Rund 180 Unternehmen werden auf der begleitenden Industrieausstellung in Leipzig vertreten sein und innovative Medizinprodukte und -technik vorstellen. Auch 2016 würdigt die DGU verdiente Autoritäten aus der Urologie und vergibt eine Reihe wissenschaftlicher Preise. Der mit 2500 Euro dotierte Medienpreis Urologe wird zum dritten Mal verliehen.

Einmal mehr gibt die medizinische Fachgesellschaft auf ihrem Kongress mit der Aktion „Werde Urologin/Urologe für einen Tag“ Oberstufenschülerinnen und -schülern aus der Umgebung die außergewöhnliche Gelegenheit, die Welt der Medizin kennenzulernen. Außerdem sind interessierte Leipziger eingeladen, sich auf einem kostenfreien Patientenforum am 1. Oktober 2016 im CCL über urologische Erkrankungen zu informieren.

Das gesamte Kongressprogramm ist ab Juni über die Website www.dgu-kongress.de und die Kongress-App „DGU 2016“ abrufbar. Bereits jetzt lädt DGU-Pressesprecher Prof. Dr. Christian Wülfing die Medienvertreter herzlich nach Leipzig ein. Die wichtigsten Pressetermine: Eröffnungs-Pressekonferenz, Donnerstag, 29. September 2016, 13.00 – 14.30 Uhr; Pressegespräch, Freitag, 30. September 2016, 13.00 – 14.00 Uhr.


Weitere Informationen:

http://www.dgu-kongress.de
http://www.urologenportal.de
http://www.dgu-kongress.de/akkreditierung.html Journalisten der Fach- und Publikumspresse können sich hier akkreditieren
https://idw-online.de/de/news643703 Medienpreis Urologie 2016

Pressemitteilung
Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V., Bettina-Cathrin Wahlers,
14.04.2016


Krebszeitung

--Download 68. Urologen-Kongress: „Ökonomie – Medizin – Qualität“ als PDF-Datei --


  • Mit dem Dermascanner wird die Hautoberfläche des Patienten aus verschiedenen Positionen gescannt. © Dirk Mahler/Fraunhofer IFF
    Hautkrebs

    Voraussetzung: langjährige Arbeit im Freien

    Bestimmte Formen des Hautkrebses, aktinische Keratosen und das Plattenepithelkarzinom, können wie eine Berufskrankheit anerkannt werden. Grundlage hierfür ist die Wissenschaftliche Begründung des Ärztlichen Sachverständigenbeirats „Berufskrankheiten“ beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die am 12. August 2013 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht wurde. Voraussetzung für eine Anerkennung ist, dass die Betroffenen über viele Jahre im Freien gearbeitet haben und dabei lange natürlicher UV-Strahlung ausgesetzt waren. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) unterstützt die wissenschaftliche Empfehlung und fordert vor diesem Hintergrund, die Berufskrankheitenliste entsprechend zu ergänzen. Andere Hautkrebsarten wie Melanom und Basaliom sind nicht von der wissenschaftlichen Begründung erfasst. Hier gibt es zum jetzigen Zeitpunkt keine ausreichenden medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse für eine arbeitsbedingte Verursachung, so dass die Voraussetzung für ihre Aufnahme in die Berufskrankheitenverordnung nicht gegeben ist.

    Damit eine Krankheit als Berufskrankheit anerkannt werden kann, müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein. Unter anderem muss wissenschaftlich belegt sein, dass bestimmte Personengruppen arbeitsbedingt ein höheres Erkrankungsrisiko haben als der Rest der Bevölkerung. Für aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome liegt dieser Nachweis nun vor. Danach haben Beschäftigte, die über viele Jahre „in der Sonne“ gearbeitet haben, ein wesentlich höheres Erkrankungsrisiko für aktinische Keratosen und Plattenepithelkarzinome als die übrige Bevölkerung. Ursache hierfür ist, dass langjährige Sonnenstrahlung zu chronischen Schäden der Haut und nachfolgend zu Hautkrebserkrankungen führen kann.

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  • Fluoreszenz-Mikroskopie des MAGE-Antigens auf einer Brustkrebszelllinie - Quelle: Dr. H. Schwarzenbach
    Brustkrebs

    Brustkrebs wird bei Frauen, die schwanger sind oder stillen, oftmals nicht frühzeitig genug entdeckt. Das hat mehrere Ursachen: Durch die Schwangerschaft und das Stillen verändert sich die Brust; Milchstau kann während der Stillzeit immer wieder zu kleinen Knötchen führen, die sich von selbst wieder auflösen. Auf der anderen Seite liegt das Zentrum der Aufmerksamkeit in Schwangerschaft und mehr noch in der Stillzeit mehr auf dem Baby, das alle Kraft und Achtsamkeit beansprucht. Beides kann dazu führen, dass eine Veränderung der Brust so lange übersehen wird, bis eine erfolgreiche Behandlung gefährdet ist.

    Brustkrebs in Schwangerschaft oder Stillzeit ist eine seltene Erkrankung: Grob geschätzt ist eine von 5000 Schwangeren betroffen, in Deutschland nur wenig mehr als 100 Frauen pro Jahr. Für sie bedeutet die Diagnose allerdings einen existenziellen Einschnitt. Zunächst einmal gilt wie auch außerhalb einer Schwangerschaft, dass die Operation umso kleiner ausfallen kann und die Aussichten umso besser sind, je früher der Krebs entdeckt wird. Eine Bestrahlung der operierten Brust sollte entsprechend den gültigen Leitlinien möglichst nach der Schwangerschaft durchgeführt werden, um mögliche Tumorreste zu zerstören. Während dieser Zeit sollte nicht gestillt werden. Eine Systemtherapie und/ oder Operation und können dagegen auch bereits während einer Schwangerschaft durchgeführt werden.

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