Aachener Wissenschaftler untersuchen die Entstehung von Leberkrebs durch regelmäßigen Alkoholkonsum

Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.

Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine Leberkrebserkrankung mit zunehmender Häufigkeit und sehr schlechten Heilungschancen. Regelmäßiger, starker Alkoholkonsum ist ein erwiesener Risikofaktor für die Entstehung von HCC. Obwohl dieser Zusammenhang schon sehr lange bekannt ist, sind die zugrunde liegenden Mechanismen kaum erforscht. Die Arbeitsgruppe um Dr. Yulia Nevzorova aus der Uniklinik der RWTH Aachen will nun die Mechanismen der alkoholbedingten Leberkrebsentstehung analysieren. Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Leberzellteilung nach Alkoholkonsum. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein gezielter Eingriff in den Zellteilungsprozess vor HCC schützen könnte.

Die unkontrollierte Teilung von Körperzellen führt häufig zu Tumorentstehung und Krebs. In der Leber ist eine präzise Kontrolle der Leberzellteilung besonders wichtig, weil Leberzellen (Hepatozyten) ohnehin ein besonders hohes Teilungspotential besitzen. Da die Leber für die Entgiftung des Körpers zuständig ist, sterben häufig Hepatozyten durch direkten Kontakt mit giftigen Substanzen. Normalerweise wird dieser Zellverlust durch die sogenannte Leberregeneration repariert. Dabei „merken“ gesunde Hepatozyten, dass ihre Nachbarzelle gestorben ist und aktivieren einen Prozess, der als Zellzyklus bezeichnet wird. Dabei verdoppeln die Zellen ihre Erbsubstanz und teilen sich anschließend, wodurch der ursprüngliche Zellverlust kompensiert wird. Bei einer chronischen Leberschädigung zum Beispiel durch regelmäßigen Alkoholkonsum – der sogenannten alkoholischen Lebererkrankung – kann es allerdings zu einer kontinuierlichen Leberzellteilung kommen, wodurch sich das Risiko für die Entstehung von Leberkrebs stark erhöht (siehe Abbildung).

Dr. Yulia Nevzorova und Professor Christian Trautwein von der Uniklinik Aachen wollen nun herausfinden, welche Moleküle der Leberzellen für die alkoholabhängige Fehlregulation des Zellzyklus besonders wichtig sind. Dr. Yulia Nevzorova konnte bereits in Vorarbeiten zeigen, dass zwei Zellzyklus-Proteine, nämlich das Regulator-Eiweiß Cyclin E sowie das Krebs-Gen c-myc in Patienten mit alkoholischer Lebererkrankung besonders stark aktiviert werden. Die Forscher haben nun die Hypothese aufgestellt, dass eine Manipulation von Cyclin E oder c-myc vor der alkoholbedingten Leberkrebsentstehung schützen könnte.

Um diese Annahme zu prüfen, wollen die Wissenschaftler nun genetisch veränderte Mäuse untersuchen, die entweder kein Cyclin E mehr bilden können oder alternativ sehr viel c-myc produzieren. In diesen Tieren soll untersucht werden, ob das Krebsrisiko nach regelmäßigem Alkoholkonsum im Vergleich zu normalen Mäusen erhöht oder erniedrigt ist. Zusätzlich kann mit diesem Ansatz untersucht werden, welche Faktoren in der Leber außerdem fehlerhaft reguliert sind. Aus dem Ergebnis kann später gefolgert werden, an welcher Stelle ein Medikament eingreifen müsste, um die alkoholische Lebererkrankung zu therapieren. Sollten die Ergebnisse der Studie zeigen, dass die Hemmung von Cyclin E das Risiko für Leberkrebs vermindert, wäre dies die Basis für die Entwicklung einer neuen Behandlungsmethode.

Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert dieses Forschungsprojekt mit rund 100.000 Euro. Stiftungszweck ist die Förderung der medizinischen Forschung, insbesondere von Projekten im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de

Kontakt (Projektleitung):
Dr. nat. med. Yulia Nevzorova,
Uniklinik RWTH Aachen

Telefon: +49 (0)241 80 89200,
E-Mail. ynevzorova@ukaachen.de

Pressemitteilung Wilhelm Sander-Stiftung, Bernhard Knappe

Schnell und präzise messbar – Wie sprechen Tumorzellen auf Krebsmittel an?


Krebszeitung

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  • Brustkrebsrisiko - © dkfz.de
    Brustkrebs

    Neues Ultraschallverfahren bemisst Erfolg von Chemotherapie bei Brustkrebs

    Berlin, 21. März 2013 – Die 3-D-Ultraschalltechnik ermöglicht es Ärzten, Tumore in der Brust in ihrem gesamten Volumen darzustellen. Die neueste Entwicklung dieser Technologie, die „automatisierte Volumendarstellung der Brust“ (ABVS), eignet sich nach Auffassung von Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) besonders gut, um den Erfolg einer Chemotherapie zu beurteilen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass die Ergebnisse des Brustultraschalls bereits ohne die Anwendung der neuen Technik mit denen der Brust-Magnetresonanztomografie vergleichbar sind. Es ist zu erwarten, dass die ABVS die Resultate nochmals verbessert, betonen die Experten auf der heutigen Pressekonferenz der DEGUM in Berlin. Entsprechende Studien hierzu stehen allerdings noch aus.

    „Der große, mechanisch geführte Ultraschallkopf des Gerätes gewährleistet eine lückenlose Durchuntersuchung, die gleichzeitig auch dokumentiert wird“, erklärt Professor Dr. med. Jens-Uwe Blohmer, Chefarzt der Abteilung Frauenheilkunde und Geburtshilfe und Leiter des Brustzentrums City am Sankt Gertrauden-Krankenhaus in Berlin. Jeder Bereich der Brust wird gescannt und dokumentiert, und zwar auch dann, wenn er unauffällig ist. „Die gespeicherten 3-D-Ultraschallbilder können standardisiert, systematisch untersucht und mit vorherigen Ergebnissen verglichen werden“, erklärt Blohmer. Damit eigne sich das Verfahren besonders gut zur Nachkontrolle im Anschluss an eine Chemotherapie. „Schlägt die Behandlung an, können wir auf den Ultraschallbildern verfolgen, wie der Tumor schrumpft“, so der Experte.

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