Abschluss des 27. Deutschen Krebskongresses:

Kongress - pixabay
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Wir brauchen eine nationale Krebskonferenz! „Schon jetzt werden Krebspatienten in Deutschland nicht immer optimal und oft zu teuer behandelt. Die Situation in der o­nkologischen Versorgung wird sich in den kommenden Jahren zudem deutlich zuspitzen“, erklärt Prof. Michael Bamberg, Präsident der Deutschen Krebsgesellschaft e. V., zum Abschluss des 27. Deutschen Krebskongresses.

An 5 Tagen haben mehr als 7.200 Kongressteilnehmer intensiv die neusten Trends bei der Vermeidung, Früherkennung, Behandlung und Nachsorge von Tumorerkrankungen diskutiert. Insgesamt 3.500 Betroffene und Interessierte nutzten den Krebsaktionstag, um sich zu informieren und zu diskutieren.

ARD plant größte Gemeinschaftsaktion zum Thema Krebs

Die Problemfelder sind nun klar:

  • Die derzeitigen Strukturen lassen kaum eine flächendeckend optimale Behandlung von Krebserkrankungen in Deutschland zu
  • Die für Krebspatienten wichtigen Innovationen in der Tumortherapie sind in Deutschland nur schwer möglich und erst mit Verzögerung verfügbar
  • Die Finanzierung der modernen Krebsmedizin ist nicht gesichert

„Die letzten 5 Kongresstage haben gezeigt, wie hoch der Gesprächsbedarf bei allen Beteiligten gerade zu Strukturfragen ist, und wie groß die Herausforderungen sind, die mit der Zunahme an Krebserkrankungen in Deutschland verbunden ist“, resümiert Prof. Werner Hohenberger, Kongresspräsident des 27. Deutschen Krebskongresses. Aber das Motto hat überzeugt: Denn alle an der Versorgung von Krebspatienten beteiligten Parteien wie Forscher und Ärzte, Kostenträger und Bundesregierung üben den Schulterschluss und signalisieren Gesprächsbereitschaft. „Unsere Gesellschaft ist überhaupt nicht adäquat auf die Herausforderungen der nächsten Jahre vorbereitet.

Wir müssen jetzt reagieren und die Weichen für die Zukunft stellen. Wir laden im Herbst zu einer gemeinsamen nationalen Krebskonferenz, um den begonnenen Dialog fortzusetzen und zu handfesten Ergebnissen für die uns anvertrauten Patientinnen und Patienten zu gelangen“, so Bamberg weiter. „Inzwischen wird in Deutschland fast jede Minute einmal die Diagnose Krebs gestellt – Krebs kann schon in wenigen Jahren die Todesursache Nummer eins werden“, erklärt Prof. Bamberg. Die Deutsche Krebsgesellschaft wird deshalb jetzt handeln – gemeinsam, und lädt im Herbst diesen Jahres zur nationalen Krebskonferenz mit Politik, Selbstverwaltung, Medizin und Patientenvertretung. Deshalb unterstützt die Deutsche Krebsgesellschaft e.V. mit ihren mehr als 5.500 Mitgliedern die ARD, die sich im Rahmen der ARD Themenwoche Krebs vom 3. und 9. April 2006 dieses großen und wichtigen Themas annimmt. Der Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen, Dr. Günter Struve: „Eine solche Programmaktion hat es noch nicht geben: Eine Woche lang wird sich die ARD in allen Programmen – Hörfunk, Fernsehen und begleitend in Internet und Videotext – mit allen Aspekten der Volkskrankheit Krebs umfassend beschäftigen. Wir schaffen einen Programmschwerpunkt, der einen nachhaltigen Beitrag zur Information und Orientierung unseres Publikums leisten wird.“ Derzeit sind im Rahmen der ARD Themenwoche Krebs mehr als 1000 Beiträge geplant – vom herausragenden Spielfilm wie „Ein langer Abschied“ bis zum Hörspiel, von der Dokumentation bis zur Nachrichtensendung.

„Wir sind froh, mit einem so verlässlichen und seriösen Partner wie der ARD dazu beitragen zu können, die Krankheit Krebs in der Gesellschaft zu enttabuisieren und Betroffene, deren Angehörige und Interessierte zu informieren“, so Prof. Bamberg. Hochrangige Expertinnen und Experten der Deutschen Krebsgesellschaft e. V. aus der Grundlagenforschung, dem klinischen Alltag, dem Pflegebetrieb und der Psychoonkologie werden im Rahmen der Themenwoche sachkundigen Rat vermitteln. Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht ist es so möglich, Krebs als gesamtgesellschaftliches Thema zu etablieren und den Menschen Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen, die ihnen im Alltag bei der Vermeidung aber auch der Versorgung von Krebserkrankungen helfen.

André Franck, Pressestelle der Deutschen Krebsgesellschaft e.V.,


Krebszeitung

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