Aktion „Ich bleibe am Ball!“

Dr. Diethard Sturm, Facharzt für Allgemeinmedizin, Chirotherapie
Dr. Diethard Sturm, Facharzt für Allgemeinmedizin, Chirotherapie

Therapie-Begleitung für Patienten mit einer Hormontherapie beim Prostatakarzinom

Leipzig  – Der Patient, der an einem Prostatakarzinom erkrankt ist, benötigt intensive Hilfestellung und Unterstützung durch seinen behandelnden Arzt.

Experten aus der Urologie, der Ernährungswissenschaft, der Psychoonkologie und der
Sporthochschule Köln haben nun speziell für diese Patientenberatung den Therapie-Begleiter „Ich bleibe am Ball!“ entwickelt. Dieser unterstützt den Arzt bei der Aufklärung zur Einleitung der Hormontherapie, in seiner Aufklärung des Patienten zur Vermeidung  bzw. Reduzierung von eventuellen Nebenwirkungen der Therapie sowie bei der Aktivierung seiner Patienten für eine ausgewogene Lebensführung.

Das Leben mit Prostatakrebs ist für die meisten Betroffenen eine große Belastung. Die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen, das Warten auf Ergebnisse stellen oft
eine extreme Belastung für den Patienten und auch seine Angehörigen dar.

Besonders in Stadien der Erkrankung, in denen eine Hormontherapie eingeleitet werden muss, sind eine ausführliche Beratung und eine besondere Unterstützung des Patienten durch den behandelnden Urologen sehr hilfreich.

Die Hormontherapie: ein Ziel und viele Möglichkeiten

Ziel einer Hormontherapie ist es, das Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, das Prostata-karzinom zu verkleinern und Beschwerden, die durch die Erkrankung bedingt sind, zu lindern.

Die Therapie mit LHRH-Analoga ist einer der wichtigsten Therapiestandards in der Behandlung des Prostatakarzinoms. LHRH-Analoga wirken wie das körpereigene Hypothalamus-Hormon LHRH auf die Hypophyse und greifen damit in die Testosteronproduktion ein.

Zu Beginn der Behandlung mit LHRH-Analoga kommt es vorübergehend zu einer vermehrten
LH- und FSH-Ausschüttung, was mit einem Anstieg des Testosteronspiegels verbunden ist. Nach kurzer Zeit sinkt der Testosteronspiegel dann auf das für die Therapie gewünschte Niveau einer chirurgischen Kastration ab.

Fast jede medikamentöse Therapie ist mit Begleiterscheinungen verbunden. Dreht man mit
der LHRH-Analoga-Therapie an bestimmten Stellschrauben des Testosteron-Regelkreises,
um den Testosteronwert zu senken, sind bestimmte Nebenwirkungen ein untrügliches
Zeichen für den Testosteronmangel und damit die Wirksamkeit der Behandlung.

Regelmäßige Bewegung – ausgewogene Ernährung – nachhaltige Entspannung

Neben der vertrauensvollen Behandlung durch den Urologen sind die drei Bausteine
„regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung und nachhaltige Entspannung“ wichtige Elemente, um die möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen zu reduzieren oder zu verhindern. Der Patient kann also durch einen aktiven Umgang mit seiner Erkrankung selbst viel dafür tun, dass die Therapie positiv verläuft und zusätzlich sein Wohlbefinden und damit seine Lebensqualität erhalten bleibt.

Experten aus der Urologie, der Ernährungswissenschaft, der Psychoonkologie und der
Sporthochschule Köln haben nun speziell für diese Patientenberatung den Therapie-Begleiter „Ich bleibe am Ball!“ entwickelt. Dieses unterstützt den Arzt bei der Aufklärung zur Einleitung der Hormontherapie, in seiner Aufklärung des Patienten zur Vermeidung  bzw. Reduzierung von eventuellen Langzeitfolgen der Therapie sowie bei der Aktivierung seiner Patienten für eine ausgewogene Lebensführung.

Die in einer praktischen Umhängemappe zusammengefasste Einheit besteht aus kompakten  Tipps und Hinweisen zu den Themen Bewegung, Ernährung und Entspannung. Die reich bebilderten Hinweise sind praxisnah und alltagstauglich.

Gesunde Ernährung muss gut schmecken

Zur Primärprävention des Prostatakarzinoms liegt eine große Zahl von teilweise guten Unter-
suchungen vor. Die Datenlage zur sog. Tertiärprävention ist dagegen eher dürftig. Von daher orientieren sich Empfehlungen zur Ernährung beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom eher
am Bedarf eines Patienten, der z.B. eine Hormontherapie erhält.

Prof. Dr. med. Bernd Schmitz-Dräger, Facharzt für Urologie, EuromedClinic und Autor des Ernährungs-Faltplans rät: „Grundsätzlich ist es ratsam, auf eine ausgewogene, vollwertige Ernährung zu achten und auf Lebensmittel zurückzugreifen, die mit möglichst wenigen Schadstoffen belastet sind. Vollwertkost erfüllt die Regeln für eine ausgewogene Ernährung  auf schmackhafte Weise und mit gesundem Genuss.“

Die Auswahl der in der Mappe integrierten Rezepte erfolgte im Wesentlichen danach, dass sie gut schmecken, möglichst leicht verfügbare Zutaten enthalten und leicht zuzubereiten sind.

„Generell sollen die Rezepte dazu anregen, eine bewusste  Ernährung anzustreben. Sie sind daher nicht als strenge Vorgaben zu sehen, sondern sollen anregen zu experimentieren, sich mit der Materie auseinanderzusetzen und den gesamten Vorgang der Ernährung bewusst zu genießen.“, so Prof. Schmitz-Draeger weiter.

Bewegung für mehr Lebensqualität

Hat man in den 90er Jahren gedacht, dass sportliche Aktivitäten dem onkologischen Patienten schaden und ihn weiter schwächen, so weiß man heute, dass es den Betroffenen durch regelmäßige Bewegung besser geht. Dies wird auch durch zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen belegt. Bewegung ist eine hervorragende Maßnahme, um möglichen Folgen einer Hormonentzugstherapiewie wie z.B. Osteoporose oder Herz- Kreislauf-Erkrankungen entgegenzuwirken.

Dr. Freerk T. Baumann, Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin, Deutsche Sporthoch-
schule Köln kommentiert: „Körperliche Aktivität stellt für die Betroffenen einen Ausweg
aus dem Teufelskreis der Inaktivität dar und kann die unerwünschten Folgen der medizinischen Therapie reduzieren. Die körperliche Fitness nimmt zu, hingegen Müdigkeit und Erschöpfung ab. Die körperliche Aktivität wirkt auch auf der psychischen Ebene, in dem neues Selbstvertrauen vermittelt wird und psychische Beeinträchtigungen wie z. B. Depressionen und Ängste überwunden werden können.“ Dr. Baumann zieht Resümee: „Insgesamt beobachten wir  eine grundlegende Verbesserung der Lebensqualität, wenn Patienten ihre körperliche Aktivität steigern.“

Dabei ist jede körperliche Aktivität sinnvoll: Spaziergänge, Treppen steigen oder Fitnessstudio. Auch kleine Bewegungseinheiten sind sinnvoll und wichtig.

„Innere Batterien“ aufladen.

Schlaflosigkeit, Unruhe oder daraus resultierende Muskelverspannungen, die oft starke
Schmerzen verursachen, sind keine Seltenheit bei Tumorpatienten. Diese Beschwerden werden vom Patienten oft schlimmer empfunden als die eigentliche Grunderkrankung.

Der Therapie-Begleiter „Ich bleibe am Ball“ enthält daher auch ein Audioprogramm mit Begleitheft, das Übungen zur Tiefenentspannung – im Speziellen zur Selbsthypnose – beinhaltet.

Die heutige Gehirnforschung weiß, dass Körper und Geist eine untrennbare Einheit bilden.

Botenmoleküle im Gehirn und im Körper, wie z.B. Sexualhormone, Glukose und Insulin stellen diese Verbindung her und erhalten sie aufrecht. Gedanken, Einstellungen und Gefühle beeinflussen die Freisetzung und den Fluss dieser Botenmoleküle ebenso, wie diese ihrerseits das Denken, Fühlen und Handeln beeinflussen. Positive Einflüsse setzen Botenmoleküle frei, die das Gefühl der Freude und des Wohlgefühls hervorrufen; bei negativen Einwirkungen werden Gefühle der Traurigkeit und Enttäuschung geweckt.

Tiefenentspannungsübungen führen zu einer Senkung der Erregung. Sie erhöhen die Belastbarkeit und bauen bestehende psychosomatische Beschwerden wie z. B. Spannungs-kopfschmerzen und Herz-Kreislauf-Störungen ab.

Die Selbsthypnose ist eine alltagstaugliche Methode zur Stressbewältigung, die der Patient ohne viel Aufwand zu jeder Zeit und an jedem Ort durchführen kann.

Wir bleiben am Ball!

Die Patenschaft für dieses Projekt haben Michael und Uli Roth übernommen. Die Zwillingsbrüder waren erfolgreiche Bundesliga-Handballer mit zahlreichen nationalen und internationalen Titeln. Gemeinsam gewannen sie 1984 die Silbermedaille bei Olympia und wurden deutscher Meister.

Vor einigen Jahren erkrankten beide innerhalb weniger Wochen an Prostatakrebs. Eine Diagnose, die die Brüder nach dem ersten Schock zu einer Neuorientierung ihres Lebens führt. Beide legen neben der Fitness viel Wert auf bewusste Ernährung und Entspannung.

Seit ihrer Erkrankung werben Michael und Uli Roth für einen öffentlichen Umgang mit der Erkrankung und dafür, dass Männer das Angebot der Früherkennung häufiger nutzen.

Weitere Informationen:

Takeda Pharma GmbH
Alida Cardinal
Viktoriastraße 3-5
52066 Aachen

Tel.: ++49 (0)241/941 2320

alida.cardinal@takeda.com
www.takeda.de

Pressemitteilung Takeda Pharma GmbH, Alida Cardinal


Krebszeitung

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