Aktivierung des Immunsystems hemmt Wachstum bösartiger Hirntumoren

Hirntumor - Quelle: NGFN

Operation, Strahlen- und Chemotherapie sind bei der Behandlung von bösartigen Hirntumoren meist wenig erfolgreich. Deshalb verfolgt die Arbeitsgruppe Neuroonkologie um Prof. Michael Weller aus der Neurologischen Universitätsklinik Tübingen seit mehreren Jahren auch alternative Konzepte zu deren Therapie. Maligne Hirntumorzellen haben die besondere Eigenschaft, das Immunsystem betroffener Patienten zu schwächen. Dadurch entziehen sich die Tumorzellen einer wirksamen Immunabwehr.

Als der wahrscheinlich wichtigste Faktor, den die Tumorzellen bilden und der das Immunsystem hemmt, wurde das kleine Eiweiß-Molekül TGF-ß (transforming growth factor ß) identifiziert. Zwei aktuelle Publikationen* der Tübinger Arbeitsgruppe in der Zeitschrift Cancer Research zeigen nun, dass die Ausschaltung dieses einen Moleküls einen Durchbruch in der Therapie bösartiger Hirntumoren darstellen könnte.

Zunächst wurde mittels einer neuen molekulargenetischen Technik (RNA- Interferenz) die Bildung des TGF-ß-Moleküls in den Tumorzellen ausgeschaltet. Damit kam das Tumorwachstum in Gehirn von Mäusen zum Erliegen. Im zweiten Schritt zeigte sich, dass auch ein neuartiges, noch experimentelles Medikament (SD-208) das Tumorwachstum in der Maus hemmt. SD-208 schützt die gesunden Zellen des Wirtsorganismus vor den biologischen Wirkungen des Tumorfaktors TGF-ß: Verabreichte man die experimentelle Substanz, war TGF-ß nicht mehr in der Lage, die Immunzellen der tumortragenden Mäuse zu blockieren. Gleichzeitig wurde die Bösartigkeit der Tumorzellen deutlich reduziert.

Die Wissenschaftler hoffen, dass die Weiterentwicklung SD-208-ähnlicher Stoffe zu neuen medikamentösen Therapiekonzepten für bösartige Tumoren führt. Mit konventionellen Behandlungsmethoden können diese Hirntumoren bisher nur sehr unzureichend behandelt werden.

Ansprechpartner für nähere Informationen:
Universitätsklinikum Tübingen
Neurologische Klinik
Prof. Dr. Michael Weller, Leitender Oberarzt
Hoppe-Seyler-Str. 3
72076 Tübingen
Tel. 0 70 71 / 29-8 76 37
Fax 0 70 71 / 29-52 60

* Originaltitel der Publikationen:
o RNA interference targeting TGF-ß1,2 enhances NKG2D-mediated
anti-glioma immune response, inhibits glioma cell migration and
invasiveness and abrogates tumorigenicity in vivo
o SD-208, a novel transforming growth factor-ß receptor I kinase
inhibitor, inhibits growth and invasiveness and enhances
immunogenicity of murine and human glioma cells in vitro and in vivo

Pressemitteilung, Universittsklinikum Tübingen, Dr. Ellen Katz


Krebszeitung

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  • Lungenkrebszelle bei der Teilung Quelle: Dr. Felix Bestvater, Deutsches Krebsforschungszentrum
    Lungenkrebs

    Seit kurzem stehen für die Behandlung von Patienten mit nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom (NSCLC) deutlich mehr Therapieoptionen zur Verfügung.

    Entsprechend dem neuen Zulassungstext kann Navelbine® Oral (Vinorelbin) zur „Behandlung des nicht kleinzelligen Bronchialkarzinoms (Stadium 3 oder 4)“ eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass Navelbine® Oral sowohl in jeder Kombination mit anderen antineoplastischen Therapeutika als auch mit Strahlentherapie zum Einsatz kommen kann, soweit sich diese Kombinationen als wirksam und verträglich erweisen haben. Darüber hinaus lässt diese Zulassung auch die adjuvante Therapie mit Navelbine® Oral von NSCLC-Patienten im Stadium III zu. Damit handelt es sich um die erste Substanz, die zumindest für Stadium III-Patienten zulassungskonform in der Adjuvanz verabreicht werden kann!

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  • Schmerz - pixabay
    Medizin

    Die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie und die Patientenorganisation Deutsche Schmerzliga präsentieren auf dem 24. Deutschen Schmerz- und Palliativtag in Frankfurt/Main die erste von beiden Organisationen gemeinsam konsentierte „PraxisLeitlinie“ zum Thema „tumorbedingte Durchbruchschmerzen“. Die PraxisLeitlinie Tumorschmerz wird im Laufe der Tagung zur Kommentierung im Internet freigeschaltet, weitere Leitlinien zur Behandlung von Kreuz- und Kopfschmerzen befinden sich in der Entwicklung.

    Die Zahl der Leitlinien in der Schmerztherapie steigt seit Jahren kontinuierlich. Doch von vielen halten die Schmerzmediziner eher wenig. „Die Analysen der verfügbaren Studienergebnisse, die darauf beruhenden Interpretationen und die letztlich resultierenden Empfehlungen entsprechen nicht selten weder unseren praktischen Erfahrungen, noch helfen sie betroffenen Patienten“, kritisiert Priv. Doz. Dr. Michael A. Überall, Präsident der Deutschen Schmerzliga e.V. und Leiter des Instituts für Qualitätssicherung in Schmerztherapie und Palliativmedizin (IQUISP) in Nürnberg.

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