Aktueller Studienstand beim Brustkrebs

Kegelstrahl-CT der Brust - Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft
Kegelstrahl-CT der Brust - Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft

(Frankfurt – März 2008) Anlässlich des 5. Jahrestreffens der German Breast Group (GBG) informierten Ärzte und Wissenschaftler zu dem aktuellen bundesweiten und internationalen Studienstand der German Breast Group bei Brustkrebs. Weiterhin wurden die internationale Erfahrung auf dem Gebiet der klinischen Studien und gemeinsame Kooperationen dargestellt.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung

Jeden Tag sterben in Deutschland 52 Frauen an Brustkrebs. Brustkrebs ist eine der Haupttodesursachen für Frauen zwischen 35 und 60 Jahren. Bei 50.000 Neuerkrankungen und 19.000 Todesfällen ist der Kampf gegen Brustkrebs eine der größten gesundheits-politischen Herausforderungen der Gegenwart. Jede Patientin möchte mit der besten verfügbaren Therapie behandelt werden. Sie möchte, dass die neuesten Erkenntnisse aus der medizinischen Forschung genutzt werden, um ihr zu helfen und sie möchte, dass zuverlässig und intensiv an neuen, noch besseren Therapieverfahren geforscht wird. Dank klinischer Studien wurden in den letzten Jahren bei der Behandlung von Brustkrebs spektakuläre Fortschritte erzielt.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung (ca. 25%) bei Frauen in Deutschland. Das mittlere Lebenszeitrisiko von Frauen an Brustkrebs zu erkranken, beträgt in Deutschland 9,2%, jede 11. Frau erkrankt im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs. Im Vergleich zu den EU-Ländern nimmt Deutschland sowohl bei der Bruststerblichkeit als auch bei der Neuerkrankungsrate eine mittlere Position ein. Die Altersgipfel liegen zwischen dem 45. und 50. und zwischen dem 60. und 65. Lebensjahr. Die Prognose des Brustkrebses ist trotz verschiedener komplexer Therapieansätze, immer noch ungünstig. Insgesamt versterben 50% der Frauen, die an einem Mammakarzinom erkranken. Die relative 5-Jahres-Überlebensrate liegt bei 80% und damit günstiger im Vergleich zu anderen Tumorerkrankungen, wie z.B. Lungenkrebs mit 15% oder Magenkrebs 31% (RKI 2007). Die relative 5-Jahres-Überlebensrate reicht jedoch zur Beurteilung der Überlebensaussichten von Patientinnen mit Brustkrebs alleine nicht aus. Wesentliche Prognosefaktoren, wie Tumorgröße, Anzahl befallener Lymphknoten, Hormonrezeptorenstatus und feingewebliche Stadialisierung, beeinflussen das Gesamt- und progressionsfreie Überleben.

Die Therapie des Mammakarzinoms beruht auf drei Säulen. Grundsätzlich stehen als Behandlungsmöglichkeiten die Operation, die Strahlentherapie und die medikamentöse Therapie (Zytostatika, Hormontherapie, zielgerichtete Therapien) zur Verfügung. Ausschlaggebend sind Tumorgröße, histologische Eigenschaften des Tumors, Hormonrezeptorstatus, Metastasierung sowie Menopausen-Status. Um die Verbesserung der Prognose und Optimierung von Prävention, neo- und adjuvanten und palliativen Behandlungsformen des Brustkrebses durch neue Therapieansätze untersuchen zu können, werden die Patientinnen deutschlandweit und international im Rahmen der GBG-Studien behandelt.

Die Top-4 GBG Studien werden dargestellt. In der Neoadjuvanz ist die Gepar Quinto Studie (ein Phase III-Studienprogramm zur Kombination von Bevacizumab, Everolimus (RAD001) oder Lapatinib mit einer neoadjuvanten Chemotherapie bei primärem Mammakarzinom), in der 2500 Patientinnen behandeln werden sollen, beachtenswert zu erwähnen. Von grosser Wichtigkeit in der Adjuvanz ist die NNBC-3 Studie (randomisierter Vergleich adjuvanter Chemotherapieschemata (6x FEC vs. 3x FEC à 3x Docetaxel) bei Patientinnen mit nodal-negativem Mammakarzinom und hohem Rezidivrisiko; in Kooperation mit AGO und EORTC Receptor and Biomarker Group). Diese Studie untersucht die Therapieoptimierung bei Patientinnen mit einem erhöhten Risiko und wie gut die Risikoklassifikation anhand klinisch-pathologischer Risiko-Selektionskriterien im Vergleich zu biochemischen Risiko-Selektionskriterien ist.

Die TBP Studie (eine multizentrische, randomisierte Studie der Phase III zum Vergleich von Capecitabin alleine oder in Kombination mit Trastuzumab bei Patientinnen mit HER2 positivem metastasiertem Mammakarzinom und Progression nach vorheriger Behandlung mit Trastuzumab) wurde bereits geschlossen. Eine erste Überlebensanalyse konnte eine Verbesserung der progressionsfreien Überlebenschance bei Patientinnen, die mit der Kombination behandelt wurden. Die RADAR Phase II Studie untersucht prospektiv nach einem randomisierten, diskontinuierlichen Design die Effektivität des RAD001, ein oral verfügbares und gut verträgliches Rapamycin-Derivat, ausschließlich bei Patientinnen mit ossär metastasiertem Mammakarzinoms.

Eine bedeutende, anspruchsvolle Mission der German Breast Group ist die Forschung auf dem Gebiet des Mammakarzinoms zu fördern, sowie die Kommunikation zwischen Klinikern und Forschern zu verbessern. Diesbezüglich wurden bereits zahlreiche begleitende Forschungsprojekte im Rahmen der GBG Studien etabliert. Insgesamt 5 Universitätskliniken und 3 Forschungszentren aus dem In- und Ausland sind involviert.

Jedes an den klinischen Studien beteiligte Zentrum verwendet die gleichen Standard Operating Procedures, um Biomaterialien, wie Blut- und Tumor-Gewebsproben zu asservieren.

Die German Breast Group ist eine Academic Research Organisation (ARO),  aus der 1981 gegründeten German Adjuvant Breast Cancer Group (GABG) hervorgegangen. Mittlerweile sind über 50 Studien mit mehr als 25.000 Teilnehmerinnen durchgeführt und publiziert worden oder befinden sich noch in Durchführung. Die German Breast Group ist zu einem mittelständischen Unternehmen mit 103 Beschäftigten gewachsen und entwickelt sich weiter dynamisch. 2007 nahmen 3774 Patientinnen an Studien der GBG teil. Mehr als 350 nationale und internationale Einrichtungen gehören zu diesem Netzwerk.

Kontakt:GBG Forschungs GmbH
Stefanie Hildebrandt
Tel. (06102)79874-20
Fax: (06102)79874-40
Mail: hildebrandt@GermanBreastGroup.de
Internet: www.GermanBreastGroup.de
Pressemitteilung: German Breast Group – GBG e.V.

Krebszeitung

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