Am 8. Juni ist Welthirntumortag

Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB

Leipzig, 29. Mai 2012 – Der Welthirntumortag am 8. Juni macht auf die Situation von Hirntumorpatienten aufmerksam. In Deutschland erkranken jährlich etwa 7.000 Menschen an einem bösartigen Hirntumor. Weitere 50.000 sind von Hirnmetastasen betroffen, die infolge von Lungenkrebs, Brustkrebs oder anderen Krebsleiden entstehen. Der von der Deutschen Hirntumorhilfe e.V. initiierte Welthirntumortag ist Anlass, Solidarität und Mitgefühl mit Betroffenen und Angehörigen auszudrücken. Ein Zeichen kann jeder setzen, sei es durch das Tragen der grauen Schleife als Symbol der Verbundenheit, durch Spenden oder durch den Besuch einer der zahlreichen Veranstaltungen im Rahmen des Aktionstages.

Die Diagnose Hirntumor kann jeden von uns treffen und versetzt Betroffene in eine schwierige Situation. Von heute auf morgen ist das Leben nicht mehr so wie es war, da eine Heilung gerade der bösartigen Hirntumoren nur selten möglich ist. Umso wichtiger ist es, diese Tumoren genauer zu erforschen und Behandlungsmöglichkeiten ständig weiterzuentwickeln. Trotz Fortschritte in der medizinischen Versorgung stellt die Erkrankung sowohl behandelnde Ärzte als auch Betroffene noch immer vor besondere Herausforderungen.

Der Welthirntumortag soll die Öffentlichkeit auf die Situation von Hirntumorpatienten aufmerksam machen und Solidarität mit den Betroffenen und ihren Angehörigen wecken. Jeder Einzelne kann helfen, indem er betroffene Freunde, Nachbarn oder Arbeitskollegen weiterhin in den Alltag integriert, die graue Schleife als Zeichen der Verbundenheit trägt oder die Deutsche Hirntumorhilfe unterstützt, die sich für die Verbesserung der Patientenversorgung sowie den internationalen Wissenstransfer stark macht.

Verantwortliche in Politik und Wirtschaft müssen die Forschung aktiver unterstützen um die Entwicklung innovativer Therapien voranzubringen. Nur durch neue Erkenntnisse und eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit können die Heilungschancen von Hirntumorpatienten verbessert und Hirntumoren hoffentlich heilbar werden.

Für die Betroffenen selbst ist es wichtig, verlässliche und aktuelle Informationen zu erhalten, um die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten zu kennen und abzuwägen. Darüber hinaus schafft Wissen die Basis für einen angemessenen Umgang mit der Diagnose und kann die psychische Belastung durch die Krankheit verringern. Die Deutsche Hirntumorhilfe e.V. bietet Fachinformationen, vermittelt Kontakte und begleitet die Betroffenen und ihre Familien psychologisch.

Veranstaltung zum Welthirntumortag 2012

Anlässlich des Welthirntumortages finden deutschlandweit unter anderem folgende Veranstaltungen statt:

  • 02.06.2012 Tag der offenen Tür am Hirntumorzentrum Frankfurt
  • 06.06.2012 Informationsveranstaltung im Universitätsklinikum Gießen
  • 06.06.2012 Faszination Gehirn Münster
  • 06.06.2012 Fachsymposium Hypophysenadenome Seesen
  • 08.06.2012 Selbsthilfesprechstunde Göttingen
  • 08.06.2012 Informationsveranstaltung zu Gliomen Mainz
  • 08.06.2012 Informationsstand zur Therapie von Hirntumoren Köln
  • 08.06.2012 Patientenveranstaltung Hirntumornachsorge Münster
  • 20.06.2012 Jugendtheateraufführung „Nellie Goodbye“ Göttingen
  • 11.06.2012 Informationsveranstaltung zu Hirntumoren Solingen
  • 12.06.2012 Informationsveranstaltung für Patienten Stuttgart
  • 21.06.2012 Operationen von Hirntumoren früher und heute Landshut
  • 23.06.2012 Zumbathon Charity Event Aldenhoven
  • 23.06.2012 Fachveranstaltung Glioma 2012 Aachen

Hintergrundinformationen:
Die Deutsche Hirntumorhilfe engagiert sich seit 14 Jahren für Hirntumorpatienten und hat sich als zentrale Anlauf- und Kontaktstelle für Betroffene etabliert. Unter dem Motto „Wissen schafft Zukunft“ stellt die unabhängige, gemeinnützige Organisation Patienten und Ärzten kostenfrei aktuelle Informationen über Standards und Fortschritte in der Therapie von Hirntumoren zur Verfügung, setzt sich für die Förderung von Wissenschaft und Forschung im Bereich Neuroonkologie sowie die Verbesserung der medizinischen Versorgung von Patienten ein. Alle Projekte und Aktivitäten der Deutschen Hirntumorhilfe werden ausschließlich durch private Spenden und Zuwendungen finanziert.

Weitere Informationen finden Sie unter www.hirntumorhilfe.de

Pressekontakt
Melanie Thomas
Deutsche Hirntumorhilfe e.V.
Karl-Heine-Str. 27
04229 Leipzig
Telefon: 0341.590 93 96
Fax: 0341.590 93 97
E-Mail: presse@hirntumorhilfe.de

Pressemitteilung Deutsche Hirntumorhilfe e.V., Melanie Thomas


Krebszeitung

--Download Am 8. Juni ist Welthirntumortag als PDF-Datei --


  • Eine Chlamydien-Infektion begünstigt Prozesse der Krebsentstehung. - Quelle: MPI für Infektionsbiologie / V. Brinkmann
    Forschung
    Durch den Abbau des tumorunterdrückenden Proteins p53 verhindern Chlamydien den programmierten Zelltod und begünstigen damit Prozesse der Krebsentstehung Infektionen mit den sexuell übertragenen Bakterien Chlamydia trachomatis bleiben oft unbemerkt. Die Erreger gelten nicht nur als [...mehr lesen]
  • Blick durchs Mikroskop: Der rote Farbstoff ist ein spezieller Tumorzell-Marker, das Skelett der zum Teil riesigen Tumorzellen ist in grün dargestellt, die Zellkerne in blau. © Aufnahme: Roman Reinartz/Institut für Rekonstruktive Neurobiologie der Uni Bonn
    dkfz

    Tumorzellen legen häufig wachstumshemmende Gene still, indem sie bestimmte Bausteine der DNA chemisch markieren. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum synthetisieren einen Wirkstoff, der diese Veränderungen rückgängig macht.Die Ausprägung von Genen kann auf verschiedenen Ebenen gesteuert werden. Bei einer Variante, der die Wissenschaft in den letzten Jahren große Beachtung schenkt, werden kleine Kohlenwasserstoffverbindungen, so genannte Methylgruppen, an die Cytosin-Bausteine der DNA gekoppelt. Diese Methylierung legt Gene still oder drosselt zumindest ihre Aktivität.

    Neuer Wirkstoff programmiert Tumorzellen um

    In Krebszellen sind häufig diejenigen Gene durch Methylierung inaktiviert, die die Zelle vor unkontrolliertem Wachstum schützen sollen, so genannte Tumorsuppressor-Gene. Ein Ziel der Krebsforscher war daher, die übermäßige Methylierung zu unterbinden. Dabei konzentrierten sie sich auf die Methyltransferasen, Enzyme, die für die Übertragung der Methylgruppen zuständig sind. Durch computergestützte Modellierung konnten Wissenschaftler um Dr. Frank Lyko im Deutschen Krebsforschungszentrum Methyltransferasen dreidimensional darstellen und anhand dieser Modelle die Struktur für einen exakt passenden Hemmstoff ableiten.

     

    […mehr lesen]

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