Bei Darmkrebs: bewegen statt schonen!

Themenfoto Darmkrebs - Foto: Bayer Vital gmbH

Bonn (sts) – Etwa 70.000 Menschen erkranken bundesweit jährlich neu an Darmkrebs. Betroffene, die während und nach der Therapie körperlich aktiv sind, steigern ihr Wohlbefinden und haben eine bessere Prognose als sportlich inaktive Patienten. „Krebskranke profitieren von diesen Effekten noch viel zu wenig“, betont Dr. Freerk T. Baumann, Deutsche Sporthochschule Köln, anlässlich des diesjährigen Darmkrebsmonats März. Die Deutsche Krebshilfe bietet Interessierten kostenlos den blauen Ratgeber „Bewegung und Sport bei Krebs“ an.

Bei der Behandlung von Krebs-Patienten hat ein Paradigmenwechsel stattgefunden – früher sollten sich die Betroffenen schonen, heute wird ihnen empfohlen, körperlich möglichst aktiv zu sein. Dies gilt insbesondere für Darmkrebs-Patienten: Erste epidemiologische Studien weisen darauf hin, dass sich die Überlebensprognose der Betroffenen, die an einem maßgeschneiderten Bewegungsprogramm teilnahmen, zwischen 14 und 47 Prozent verbessert. „Bisher existiert keine vergleichbare zusätzliche medikamentöse Behandlung, die diese Erfolgsraten aufweist“, erläutert Professor Dr. Martin Halle, Ärztlicher Direktor des Zentrums für Prävention und Sportmedizin an der Technischen Universität München. In weiteren Studien soll dies nun wissenschaftlich bestätigt werden.

Bewegung wirkt sich positiv auf das körperliche, seelische und soziale Befinden der Betroffenen aus. Darmkrebserkrankte können in fast jeder Krankheitssituation von sportlichen Übungen profitieren. Sie vertragen die Nebenwirkungen der Krebstherapie besser, fühlen sich seltener erschöpft, sind leistungsfähiger und bleiben beweglicher. Körperliche Aktivität hat zudem einen positiven Einfluss auf die Psyche: Sie kann helfen die Krankheit besser zu bewältigen. „Eine Bewegungstherapie sollte für jeden Betroffenen maßgeschneidert sein, schon im Krankenhaus, auch während der Chemotherapie und Bestrahlung, beginnen und in der Rehabilitationsklinik fortgesetzt werden“, fordert Baumann. „Spezielle Rehabilitationssportgruppen bieten in der Phase der Krebsnachsorge die Chance, sich fachlich angeleitet regelmäßig zu bewegen.“

Grundsätzlich sollten die Patienten mit ihrem behandelnden Arzt besprechen, welche Bewegungs- und Sportarten für sie während und nach einer Krebstherapie geeignet sind. Wichtig ist dabei auch, dass das Training an die Leistungsfähigkeit der Patienten angepasst wird. Als Ausdauersportarten, auch für Patienten mit künstlichem Darmausgang, eignen sich  insbesondere Nordic Walking, Wandern und Radfahren.

Bundesweit gibt es derzeit etwa 1.000 spezielle Sportgruppen für die Krebsnachsorge. Nähere Informationen zu wohnortnahen Sportangeboten bietet der Deutsche Behindertensportverband unter www.dbs-npc.de sowie der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe unter der Telefonnummer 02 28/ 729 90 -95.

Der blaue Ratgeber „Bewegung und Sport bei Krebs“ sowie weiteres umfangreiches Informationsmaterial zum Thema Darmkrebs können bei der Deutschen Krebshilfe kostenlos bestellt, oder hier heruntergeladen werden.

Pressemitteilung Deutsche Krebshilfe e. V.


Krebszeitung

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