Bessere Klassifikation von Darmkrebs

Mikroskopische Aufnahme eines Gewebsschnitts durch einen Dickdarmtumor mit Spezialfärbung: Die blau angefärbten Zellen produzieren den Wachstumsfaktor Epiregulin. Es handelt sich zum Großteil um Bindegewebszellen (Tumorfibroblasten). - Foto: Dr. Clemens Neufert

Mit insgesamt 1,3 Millionen Euro fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung in den nächsten drei Jahren ein Verbundprojekt zur molekularen Diagnostik von Darmkrebs an den Universitätsklinika Frankfurt und Erlangen. Ziel ist es, neue molekulare Methoden für die frühzeitige Erkennung besonders aggressiver Darmkrebsformen in die klinische Routinediagnostik einzubinden.

Unter Federführung von PD Dr. Roland Croner und Prof. Dr. Michael Stürzl aus der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Werner Hohenberger) wurde das Projekt eingeworben. „Wir sind überzeugt, dass Patienten sehr schnell von unseren Forschungsergebnissen profitieren werden“, sagte Prof. Stürzl.

Der Grund: „Unsere Arbeit ist ausschließlich darauf ausgerichtet, in der Vergangenheit identifizierte und patentierte Darmkrebs-Marker im klinischen Alltag zu erproben. Außerdem konnte mit Siemens einer der weltweit umsetzungsstärksten Industriepartner gewonnen werden.“

Die Arbeitsgruppe will eine neue Technologie erproben, mit der bereits aus kleinsten, bei klinischen Routineuntersuchungen gewonnen Mengen Tumormaterial sehr aussagekräftige Ergebnisse zur Genexpression bei Darmkrebs gewonnen werden können. Croner und Stürzl hoffen, dass durch die geförderte Studie für die betroffenen Patienten neue Möglichkeiten für eine frühzeitige stadiengerechte Behandlung eröffnet werden.

Im Rahmen des Verbundprojekts arbeiten am Standort Erlangen folgende Einrichtungen zusammen:

  • die Chirurgische Klinik (Direktor: Prof. Dr. Dr. h. c. Werner Hohenberger),
  • die Medizinische Klinik 1 (Prof. Dr. Markus Neurath),
  • das Pathologische Institut (Direktor: Prof. Dr. Arndt Hartmann) und
  • das Institut für Medizininformatik, Biometrie und Epidemiologie (Direktor: Prof. Dr. rer. nat. Olaf Gefeller).

Pressemitteilung Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Ute Missel


Krebszeitung

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  • Kegelstrahl-CT der Brust - Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft
    Brustkrebs

    Berlin – Um bei Brustkrebspatientinnen zu prüfen, ob der Tumor bereits Krebszellen in das umliegende Gewebe gestreut hat, untersuchen Ärzte benachbarte Lymphknoten und entfernen sie. In den letzten Jahren zeigte sich, dass die Entnahme einer ganzen Reihe von Achsellymphknoten, auch axilläre Dissektion genannt, keinen Vorteil in Bezug auf das Überleben der Patientinnen bietet. Eine neue Studie weist jetzt aber darauf hin, dass eine zusätzliche Bestrahlung der Lymphknotenstationen den Frauen Überlebensvorteile bringt. Experten der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) diskutieren die Ergebnisse der EORTC-Studie anlässlich des Europäischen Krebskongresses in Amsterdam.

    In den letzten Jahren wurde die operative Entfernung der Lymphknoten bei Brustkrebs immer weiter eingeschränkt, da die Eingriffe das Leben der Frauen nicht verlängerten. Professor Dr. med. Wilfried Budach, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Mitglied der DEGRO-Arbeitsgruppe Mammakarzinom: „Indirekte Hinweise ließen uns aber vermuten, dass eine Bestrahlung der Lymphknotenstationen für bestimmte Patientinnengruppen Überlebensvorteile bringt.“ Die lang erwarteten Ergebnisse einer europaweiten Studie der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC- 22922-10925) mit über 4000 Patientinnen und 43 beteiligten Zentren scheinen dies nun zu bestätigen: Danach führt die zusätzliche Bestrahlung zu einem statistisch signifikanten besseren Gesamtüberleben, erklärt der Experte aus Düsseldorf.

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  • Histologischer Schnitt durch eine Prostata mit normaler Drüsenstruktur (links) und Tumorzellherden (rechts). Farblich unterscheidbar sind Zellkerne (braun), Bindegewebe (blau) und Drüsenlumen (weiße Bereiche). Maßstab/ Vergrößerung: 200-fach Quelle: NGFN
    Prostatakrebs

    Welche genetischen Voraussetzungen erhöhen das Risiko, an Krebs der Vorsteherdrüse zu erkranken? Welche molekularen Veränderungen begleiten Entstehung und Ausbreitung dieses Tumors? Welche krebsfördernden Gene sind aktiviert, welche tumorhemmenden ausgeschaltet? Diesen und anderen Fragen versuchen die Mitglieder des Deutschen Prostatakarzinom-Konsortiums (DPPK) – ein interdisziplinärer Verbund von Wissenschaftlern aus den Bereichen Urologie, Pathologie, klinischer Chemie, Genetik und Grundlagenforschungseinrichtungen (Deutsches Krebsforschungszentrum, Max-Planck-Institut) sowie Patientenvertretern – gemeinsam auf den Grund zu gehen.

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