Bestätigung für den Erfolg des Vorsorge-Screenings

Postkarte für die Darmkrebs-Vorsorge - Quelle: Dr. Thomas Block

Rückgang der Darmkrebs-Behandlungen

(26.07.2013) Die Barmer Ersatzkasse dokumentiert in ihrem aktuellen Krankenhausreport einen Rückgang der stationären Behandlungen bei Kolorektalen Karzinome von 21 Prozent in den letzten acht Jahren. „Dies ist vermutlich ein Ergebnis eines Vorsorgeprogrammes, um das uns andere beneiden“, erklärt Prof. Dr. Leopold Ludwig vom Berufsverband der niedergelassenen Gastroenterologen (bng).

Die Zahlen könnten in eindrucksvoller Weise die bislang angestellten Berechnungen zur Effektivität der Darmkrebsvorsorge in Deutschland betätigen. Eine Analyse von Prof. Dr. Hermann Brenner vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg kam 2010 zu dem Ergebnis, dass durch das Darmkrebs-Screening bislang etwa 100.000 Fälle von Darmkrebs durch Früherkennung und endoskopische Abtragung der Krebs-Vorstufen verhindert worden sind.

„Solche Daten basieren auf Berechnungen und müssen in langfristig angelegten epidemiologischen Untersuchungen bestätigt werden“, erläutert der bng-Sprecher aus der Region Baden-Württemberg. Die aktuell präsentierten Ergebnisse stammen gewissermaßen aus dem ‚laufenden Geschäft’ und liefern unter anderem eine unmittelbare Interpretationsmöglichkeit zur Wirkung der seit 2002 gesetzlich eingeführten Vorsorgekoloskopie auf die Morbidität des Kolonkarzinoms.

„Das größte Problem der Früherkennungs-Koloskopie ist nach wie vor die optimierbare Teilnahme der Anspruchsberechtigten, die gegenwärtig nur bei etwa zwei Prozent jährlich liegt“, so Prof. Ludwig. Verbessert werden kann die Akzeptanz nach Einschätzung des bng in erster Linie durch gezielte Einladungsverfahren, wie es das im April dieses Jahres in Kraft getretene Krebsfrüherkennungs- und registergesetz (KFRG) vorsieht.

„Dies sollte jetzt die letzten Zweifler animieren den Inhalt zur strukturierten Einladung unmittelbar umzusetzen und nicht langwierige Evaluationsverfahren in Gang zu setzen. Wir erwarten, dass unsere gegenwärtigen Bemühungen um zumindest landesweite Einladungsprogramme in Baden Württemberg und Bayern sowie einzelner Krankenkassen in anderen Ländern durch die aktuell präsentierten Zahlen neuen Schwung bekommen“ betont der bng-Sprecher aus Baden-Württemberg.

Die Darmkrebsvorsorge verhindert viel Leid. Sie führt aber auch, wie jetzt gezeigt, zu einer deutlichen Reduktion operativer Eingriffe und stationärer Behandlungen und schont damit die knappen Ressourcen unseres Gesundheitssystems.

Angebot an die Redaktionen: Wir bieten kompetente Gesprächspartner zu den Themen Darmkrebs, Hepatitis, Morbus Crohn und allen anderen Erkrankungen des Verdauungstraktes. Die Mitglieder des Berufsverbandes engagieren sich mit zahlreichen Projekten zur Versorgungsforschung für die Verbesserung der Behandlungsqualität der Patienten. Es gibt umfangreiche Datenerhebungen zu Darmkrebs, Hepatitis und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Gerne beantworten wir bei Bedarf Fragen für Ihre Berichterstattung. Regelmäßige Informationen finden Sie auch auf unserer Internet-Seite: www.bng-gastro.de.

Quelle im Internet: http://www.gastromed-bng.de/patienten-aktuelles.html?id=1607

Kontakt: Dr. Holger Böhm, Tel.: 0231/92527-905, bng@skriptstudio.de

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Pressemitteilung Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V.,

Gemeinsam gegen Darmkrebs – Vorsorge kann Leben retten


Krebszeitung

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  • Krebssymbol - pixabay
    Schilddrüsenkrebs

    Die Feinnadelaspirationszytologie (FNAZ) dient der gezielten Entnahme von Gewebe bei Tumorverdacht. Diese Methode hat – bei entsprechender Vorauswahl der Knoten – die höchste Sensitivität und Spezifität, um die häufig gutartigen von wenigen bösartigen Schilddrüsenknoten zu unterscheiden. Bei dem Verfahren sind jedoch etwa 20 Prozent der Befunde nicht eindeutig bestimmbar. Dies führt zu einer hohen Anzahl diagnostischer Operationen. Das Team um den Leipziger Professor Ralf Paschke untersucht spezifische genetische Veränderungen in Schilddrüsenkarzinomen, die etwa zwei Drittel aller Karzinome ausmachen, mit dem Ziel diagnostische Schilddrüsenoperationen reduzieren zu können.

    Bisher wurde in allen Studien zusätzlich gewonnenes Material des FNAZ- Verfahrens verwendet, um die Ergebnissituation zu verbessern. Unter der Leitung von Professor Ralf Paschke konnten Forscher kürzlich die Vorteile des Mutationsnachweises in luftgetrockneten Routine FNAZ-Ausstrichen zeigen. Die Verwendung des zusätzlich gewonnenen Materials führt durch Fixierung und Färbung zu einer herabgesetzten Qualität von DNA und RNA und somit zu einer niedrigeren Sensitivität des Tests für die genetischen Merkmale von Schilddrüsenkarzinomen.

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  • Urothelkarzinom der Blase, Bild: KGH, Wikimedia Commons
    Harnblasenkrebs

    Das Harnblasenkarzinom ist nach dem Prostatakarzinom der zweithäufigste urologische Tumor. Entscheidende Risikofaktoren sind das Rauchen und die berufliche Exposition mit aromatischen Aminen. Gefährdete Berufsgruppen sind beispielsweise Farbarbeiter, Metallarbeiter, Maschinisten, Friseure und Reinigungspersonal. Jährlich treten in Deutschland über 16.000 Neuerkrankungen auf. Ein Drittel der Betroffenen leidet bereits an einem invasiven Tumor, wenn die Diagnose gestellt wird. Das beeinträchtigt die Heilungschancen erheblich. Professor Jens Erik Altwein, Chefarzt der urologischen Abteilung des Krankenhauses der Barmherzigen Brüder in München, plädiert bei Risikopatienten für eine risikogestützte Früherkennung mit dem UBC Rapid Test.

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