Betreuung von chronisch Kranken wird bald eingestellt

Krankenkassen - pixabay
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(21.06.2013) Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat die Einführung einer Pauschale für die Fachärztliche Grundversorgung (PFG) beschlossen, um die fachärztliche ambulante Versorgung sicherzustellen. So sollen „konservativ tätige bzw. eher betreuungsintensiv arbeitende fachärztliche Grundversorger“ besonders gefördert werden.

Am 26.05.2013 hat die KBV völlig überraschend und unverständlich ihren eigenen Beschluss vom 26.02.2013 aufgehoben und beschlossen, dass die fachärztlichen Internisten die Pauschale nicht bekommen dürfen. In vorauseilendem Gehorsam hat sie sich damit dem Druck des Spitzenverbandes der Krankenkassen gebeugt. Hintergrund ist, dass die Kassen kein Geld zur Verfügung stellen wollen. Die fachärztliche Innere Medizin ist jetzt das einzige patientenbehandelnde Fachgebiet, das aus der fachärztlichen Grundversorgung ausgeschlossen wird.

Nach Definition der KBV und der Kassen sind Internisten also nicht konservativ tätig und arbeiten nicht betreuungsintensiv – beides absurde Behauptungen über das Fachgebiet der Inneren Medizin. Die Betreuung von chronisch kranken Patienten durch Internisten wird offensichtlich für entbehrlich gehalten. Die sehr zeitaufwändige, „sprechende Medizin“ kann aber nicht geleistet werden, wenn sie nicht honoriert wird.

Die Versorgung der Patienten, z.B. mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen und chronischen Leberkrankheiten muss also zukünftig von den Hausärzten ohne fachärztliche Unterstützung der Spezialisten für Magen-Darm- und Leberkrankheiten, der Gastroenterologen, durchgeführt werden. Für die notwendigen Untersuchungen und Behandlungen, die bisher ambulant durchgeführt werden konnten, werden die Patienten dann notwendigerweise häufiger als bisher in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen.

Ohne Zweifel wird sich die Situation für die Patienten erheblich verschlechtern. Das ist weder im Interesse der Patienten noch der Hausärzte. Im Interesse der fachärztlichen Internisten ist es auch nicht. Diese möchten ihren Versorgungsauftrag gerne weiter ausüben. Die Internisten werden ihre Patienten und die Selbsthilfegruppen entsprechend informieren und hoffen, dass gemeinsam eine Änderung der Situation erreicht werden kann.

Kontakt: Dr. Holger Böhm, Tel.: 0231/92527-905, bng@skriptstudio.de

Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V.
Holdergärten 13, 89081 Ulm, Telefon: 0700 26426426, Fax:0731 7054711
eMail: kontakt@bng-gastro.de, Internet: www.bng-gastro.de.

Aktuelle Meldungen finden Sie auch im Internet unter www.bng-gastro.de.

Pressemitteilung des Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen Deutschland e.V., Dr. Holger Böhm


Krebszeitung

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  • Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
    dkfz

    Das körpereigene Immunsystem kann eine effektive Waffe gegen Krebs sein. Doch ein Tumor verändert seine Umgebung häufig so, dass die Abwehrzellen ihn von der Blutbahn aus nicht mehr erreichen können. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) haben nun herausgefunden, dass eine lokale und niedrig dosierte Bestrahlung die Blutgefäße für Abwehrzellen durchlässig machen kann. Die Fachzeitschrift Cancer Cell hat diese Ergebnisse jetzt veröffentlicht.

    Das Immunsystem hat die Aufgabe, Fremdkörper zu erkennen und zu zerstören. Damit schützt es den Körper vor Krankheitserregern ─ und vor Krebs. Denn Krebszellen entstehen zwar aus Körperzellen. Doch ihr Erbgut und damit ihre Eiweißausstattung ist oft so stark verändert, dass bestimmte Immunzellen sie als fremd erkennen. Ist das der Fall, wandern sogenannte T-Killerzellen in das Tumorgewebe ein und töten die Krebszellen ab. Reagiert das Immunsystem nicht, kann man ihm auf die Sprünge helfen: Schon vor einigen Jahren war es Forschern gelungen, T-Killerzellen im Reagenzglas auf den Tumor „abzurichten“. Injiziert man diese aktivierten T-Killerzellen dem Patienten, bleibt der Effekt jedoch oft aus – denn viele erreichen den Tumor gar nicht.

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  • Blasenspiegelung (Zystoskopie) beim Mann mit einem flexiblen Zystoskop - Bild: Detlef Höwing
    Harnblasenkrebs

    Im letzten Artikel haben wir über die Risiken, die zu Harnblasenkrebs führen können, aufgeklärt und über mögliche Vorsorge- und Früherkennung berichtet, der ein Mittel darstellt, frühzeitig Blasenkrebs zu erkennen. In diesem Artikel beschäftigen wir uns nun mit den diagnostischen Möglichkeiten, Harnblasenkrebs (auch Blasenkrebs oder medizinisch Urothelkarzinom genannt) zu erkennen.

    Symptome

    Harnblasenkrebs wird oftmals zu spät erkannt, da Symptome der Erkrankung oft sehr spät auftreten und von Arzt wie Patient falsch gedeutet werden können, da gleiche Symptome auch auf weniger gefährliche Erkrankungen hinweisen können. Gerade der Anteil der zu spät diagnostizierten Frauen ist sehr hoch, da bestimmte Frauenleiden die gleiche Symptomatik haben können.

    Die Symptome im Einzelnen:

    • Häufig auftretende Infekte oder Entzündungen der Harnblase
    • Schmerzen beim Wasserlassen
    • Häufiger Harndrang
    • Harninkontinenz
    • Harnverhalt
    • Sichtbare oder nicht sichtbare Blutbeimengungen im Urin (Makro- oder Mikrohämaturie)
    • Zellklumpen im Urin

    Wenn diese Symptome auftreten, ist unbedingt der Arztbesuch bei einem Urologen zu empfehlen, der den Ursachen auf den Grund gehen wird. Bei Blutbeimengungen im Urin ist auf jeden Fall ein Harnblasenkrebs auszuschließen, so die Empfehlung der internationalen Leitlinien zum Harnblasenkrebs

    Schmerzen entstehen oft erst sehr spät in weit fortgeschrittenen Stadien oder wenn ein Harnleiter (von der Niere zur Harnblase) oder die Harnröhre durch einen Tumor verlegt ist. In diesem Fall können die Schmerzen auch in den Flanken oder im Rücken sein, wegen der Stauung oder Entzündung der betroffenen Niere.

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