Bildanalyse bei Lebertumoren

MRT-Thermoeffekt während der Laserung einer Lebermetastase, gekühlter Applikator, 23 Watt (Prof. Vogl, Frankfurt a.M.)
MRT-Thermoeffekt während der Laserung einer Lebermetastase, gekühlter Applikator, 23 Watt (Prof. Vogl, Frankfurt a.M.)

In Bremen geht das weltweit erste Dienstleistungszentrum für die radiologische Diagnostik von Lebertumoren an den Start: MeVis Distant Services (MDS). Die Einrichtung bietet ab sofort Krankenhäusern, Arztpraxen und radiologischen Zentren an, die Daten von Computertomographie- (CT) und Magnet-Resonanz Tomographie Aufnahmen (MRT) der Leber mit einer eigens hierfür entwickelten Software zu analysieren und als dreidimensionale Gebilde darzustellen.

Weltweit erstes Dienstleistungszentrum für die medizinische Bildanalyse bei Lebertumoren eröffnet

Der Operateur kann hierdurch bereits vor der Operation die verschiedenen Operationsmöglichkeiten bezüglich der damit verbundenen Risiken vergleichen und die für diesen Patienten optimale Strategie festlegen. Chirurgen erlaubt diese neue Methode, Eingriffe an dem hochsensibeln Organ exakter zu planen und später den Erfolg der Operation zu überprüfen. Dadurch kann das Risiko bei Tumoroperationen sowie bei Leberlebend-Transplantationen deutlich gesenkt werden. Da sich Dank der schnellen und genauen Datenanalysen Falsch- oder Überbehandlungen vermeiden lassen, sparen die Kunden von MDS außerdem erhebliche Kosten. Das Dienstleistungszentrum wurde vom Centrum für Medizinische Diagnosesysteme und Visualisierung (MeVis) unter der Leitung von Professor Heinz-Otto Peitgen initiiert und in Zusammenarbeit mit über 50 klinischen Partnern auf der ganzen Welt aufgebaut. Das von MDS angebotene Software-Verfahren wird derzeit bei der U.S. Food and Drug Administration (FDA) zur Zulassung eingereicht.

Die Leber erfüllt viele lebenswichtige Aufgaben wie die Verarbeitung chemischer Substanzen, deren Speicherung und Abgabe, den Abbau von Stoffwechselprodukten und Giften sowie die Herstellung und Abgabe von Gallenflüssigkeit und Proteinen. Das Organ wird von insgesamt vier Gefäßsystemen durchzogen, die jede Leberoperation zu einem Eingriff mit hohem Risiko machen: die zu- und abführenden Blutgefäße, das Pfortadersystem und die Gallenwege. Durch die individuelle, starke Verästelung jedes einzelnen Gefäßsystems war es bislang unmöglich, trotz technisch perfekter Aufnahmen die genaue Versorgung des Organs zu erkennen. Im Regelfall konnte der Chirurg erst während eines Eingriffs über die Schnittführung entscheiden. Viel Erfahrung und Fingerspitzengefühl waren erforderlich, um nach einem solchen Radikaleingriff ein funktionstüchtiges Organ zu erhalten. Mit Hilfe der modernen Software, die von MeVis entwickelt wurde, kann der Chirurg nun in Zusammenarbeit mit den Radiologen durch die dreidimensionale Darstellung des gesamten Organs genau erkennen, wie die Leber versorgt wird – und dementsprechend seinen Eingriff planen. Neben den besseren Erfolgsaussichten für Tumorpatienten sind jetzt auch die Chancen und Risiken für Spender und Empfänger bei Leber- Lebend-Transplantationen planbarer.

Die Einrichtung des Dienstleistungszentrums schließt weltweit eine Versorgungslücke. Denn in Zeiten knapper Budgets kann sich kaum ein Krankenhaus eine solch kostspielige Anlage zur Datenanalyse leisten. Dank moderner Übertragungstechnik können jetzt alle medizinischen Einrichtungen von den qualitativ hochwertigen Analyse- und Visualisierungsverfahren der Bremer profitieren. Die Bilddaten werden über eine verschlüsselte Internetverbindung nach Bremen gesendet und von den MDS-Mitarbeitern aufbereitet, analysiert und umgehend an die Auftraggeber zurück geschickt. In Notfällen kann die Dienstleistung innerhalb weniger Stunden angeboten werden. Schon heute senden über 50 medizinische Einrichtungen aus der ganzen Welt die Aufnahmen ihrer Patienten nach Bremen. Allein in Japan, wo aus ethisch-religiösen Gründen fast ausschließlich Leber-Lebendspenden durchgeführt werden, wurden schon über 200 Datensätze aufbereitet und für erfolgreiche Operationen verwendet. Potenzielle Kunden für die neue Dienstleistung der MDS gibt es auch in Deutschland. Jedes Jahr erkranken etwa 20.000 Menschen an einem bösartigen Lebertumor.

Obwohl die Kliniken die Zielgruppe dieser neuen Dienstleistung sind, profitieren in erster Linie die Patienten von dem modernen Verfahren: „Unsere wissenschaftliche Dienstleistung kommt direkt dem Patienten zugute. Bei einem optimal verlaufenden Eingriff wird das Gewebe der größten menschlichen Drüse so gering wie möglich geschädigt. Dadurch erhöht sich der Therapieerfolg und die Heilungschancen der meist schwerkranken Menschen deutlich“, erläutert Dr. Holger Bourquain, Leiter des neuen Dienstleistungszentrums MeVis Distant Services.

Der Gründung des DienstIeistungszentrums gingen intensive Forschungsarbeiten bei MeVis voran. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum unter der Leitung des international renommierten Mathematikers und Chaos-Forschers Professor Heinz-Otto Peitgen ist seit zehn Jahren weltweit führend in der Entwicklung von Software für die Diagnose und Visualisierung von Tumorerkrankungen speziell der Brust, Leber, Lunge und des Gehirns. Im Rahmen eines zweijährigen Forschungsprojekts, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und im Dezember 2004 mit großem Erfolg abgeschlossen wurde, konnten rund 800 Leber-Datensätze für klinische Partner in 14 Ländern in Europa, den USA und Asien ausgewertet werden. Renommierte internationale Spezialisten wie Professor Tanaka im japanischen Kyoto, der weltweit die meisten Leber-Lebendspenden durchgeführt hat, empfiehlt bereits heute die MeVis-Software als Standardlösung für Leber-Lebendspenden.

Pressemitteilung, MeVis an der Universität Bremen, Anja Schattschneider


Krebszeitung

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  • Messnetz aus dem UV-Messverbund - Quelle: Bundesamt für Strahlenschutz
    Hautkrebs

    Messnetz aus dem UV-Messverbund - Quelle: Bundesamt für StrahlenschutzInsbesondere sonnenhungrige Bürgerinnen und Bürger sollten die Hautkrebs-Früherkennung nutzen, die die Krankenkassen jetzt kostenlos anbieten. Das rät das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS). Wie BfS-Sprecher Werner Nording mitteilte, würden jährlich bis zu 140 000 Menschen in Deutschland neu an Hautkrebs erkranken. 90 Prozent der Hautkrebserkrankungen würden mit höchster Wahrscheinlichkeit durch zu viel Sonne verursacht. Die Zahl der Neuerkrankungen habe sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Gerade bei Hautkrebs gebe es mit Hilfe der Früherkennung und guten Behandlungsmöglichkeiten aber gute Heilungschancen.

    Seit Anfang Juli hat Deutschland eine flächendeckende, standardisierte Hautkrebs-Früherkennung eingeführt. Danach hat jeder gesetzlich Krankenversicherte ab 35 Jahren Anspruch auf kostenlose Vorsorgeuntersuchungen. Eine solche Untersuchung wird von der Krankenkasse alle zwei Jahre bezahlt. „Dieses Angebot ist so wichtig, weil noch keine Generation vorher ein so hohes Risiko hatte, an Hautkrebs zu erkranken wie die heute 35-jährigen“, sagte der Sprecher.

    Zur Durchführung der Vorsorgeuntersuchung sind neben Hautärzten auch Allgemeinmediziner, praktische Ärzte und Internisten berechtigt, die eine entsprechende Weiterbildung vorweisen können. Da es sich bei dieser Untersuchung um eine Früherkennungsmaßnahme handelt, wird hier keine Praxisgebühr fällig.

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