Blasenkrebs-Mortalität bei Frauen besonders hoch

Zystektomie-Frau - Bild: Detlef Höwing

Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 7.000 Frauen an einem Karzinom der Harnblase. Die Inzidenz ist vergleichbar mit der des Zervixkarzioms. Die wichtigsten Risikofaktoren für Blasenkrebs bei Frauen sind Rauchen, häufiges Haarefärben und nitratbelastetes Trinkwasser. Frauen werden jedoch nicht als Risikogruppe für das Blasenkarzinom wahrgenommen, weil Männer etwa dreimal so häufig von diesem bösartigen Tumor betroffen sind. Dabei ist die Mortalität bei Frauen fast doppelt so hoch wie bei Männern. Die Ursache: Bei ihnen wird die Diagnose im Schnitt viel später gestellt. Ergebnisse einer bereits in den 90er Jahren veröffentlichten Studie zeigen, dass zum Zeitpunkt der Diagnose bei 85,2 Prozent der Frauen bereits ein invasiver Tumor vorlag. Bei Männern betrug dieser Anteil 50,7 Prozent. An diesem Zustand hat sich bis heute nichts geändert.

Früherkennung verbessert Behandlungsmöglichkeiten

„Viel zu häufig wird Blasenkrebs sowohl bei Männer als auch bei Frauen erst in einem fortgeschrittenem Tumorstadium diagnostiziert“, sagt der bekannte Urologe Professor Mark Soloway von der Universität Miami.
„Eine frühe Diagnose verbessert die Behandlungsmöglichkeiten. Bei Männern und Frauen mit bekannten Risikofaktoren wie dem Rauchen bietet sich ein Urintest auf tumorassoziierte Faktoren wie der UBC Rapid Test an.“

Der nicht-invasive Test kann innerhalb von 30 Minuten in der Arztpraxis durchgeführt werden. Es werden lediglich das Test-Kit und einige Tropfen Patientenurin benötigt.

Frauen ignorieren Blasenkrebssymptome

Eine mögliche Ursache für die hohe Blasenkrebs-Mortalität von Frauen kann in einer verminderten Wahrnehmung typischer Symptome wie Hämaturie und Dysurie liegen. Frauen sehen in einer Hämaturie – dem Kardinalsymptom für Blasenkrebs – selten ein Alarmzeichen, da Blutspuren im Urin auch während der Menstruation oft vorkommen. Zudem leiden Frauen häufiger unter Harnwegsinfekten und den damit verbundenen Schmerzen.

Vor allem starke Raucherinnen sind gefährdet, an Blasenkrebs zu erkranken. Mehrere Studien der Universität von Südkalifornien haben gezeigt, dass das Risiko bei ihnen bis zu doppelt so hoch ist wie bei Männern mit hohem Tabakkonsum. Regelmäßiges Haarefärben über einen Zeitraum von 15 oder mehr Jahren verdreifacht das Karzinomrisiko.

In einer Studie mit fast 22.000 Frauen aus Iowa im Alter zwischen 55 und 69 Jahren wurde außerdem nitrathaltiges Trinkwasser als Risikofaktor für Blasenkrebs identifiziert. Das Erkrankungsrisiko war schon bei Nitratgehalten unter 10 mg/l erhöht – die deutsche Trinkwasserverordnung sieht für Nitrat einen Grenzwert von 50 mg/l vor.

MasterMedia GmbH, Dr. Petra von der Lage, 7.9.2004


Krebszeitung

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