Blasenkrebsrisiko in der Feuerwehr kaum bekannt

Grafik: Operationsmethode mit TiMesh als Stützgewebe bei der Zystektomie der Frau

Sind die Flammen endlich gelöscht, nehmen die Feuerwehrmänner ihre Atemmasken ab – und erhöhen ihr Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken. Denn das Einatmen der chemischen Substanzen im Rauch kann zu Blasenkrebs führen. Das wissen die wenigsten Menschen, die beruflich oder freiwillig bei Löscharbeiten helfen. Feuerwehrleute haben ein erhöhtes Risiko für Blasenkrebs.1,2 Die Ursache ist der langjährige Kontakt der Brandschützer mit im Rauch enthaltenen kanzerogenen Substanzen. Die Verwendung von leicht brennbarem Plastik im Möbel und Häuserbau könnte das Krebsrisiko verstärkt haben.1 Fangchao Ma von der Universität Miami, der über 35.000 Feuerwehrmänner und -frauen untersuchte, stellte fest, dass vor allem langjährige Mitarbeiter der Feuerwehr häufiger an Blasenkrebs erkranken. Bei denjenigen, die in den 70er Jahren ihren Dienst begonnen haben, konnte er ein um 50 Prozent erhöhtes Risiko für Blasenkrebs nachweisen.

„Bärte in den Mund!“

In den letzten Jahren hat der Arbeitsschutz bei der Feuerwehr einen hohen Stellenwert erhalten. „Das Tragen von Umluft-unabhängigen Atemschutzgeräten hat bei uns oberste Priorität“, sagt Nils Hansen von der Leitstelle der Berufsfeuerwehr in Kiel. „Der Atemschutz wird schon auf dem Einsatzweg und auch noch bei Nachkontrollen der Brandstelle angelegt. Ohne Maske geht bei uns keiner mehr über die Rauchgrenze. Vor hundert Jahren hieß es nur: ‚Bärte in den Mund!’ – Das war damals der einzige Atemschutz.“ Auch nach erfolgreicher Löschung eines Brandes ist die Belastung der Luft mit
krebserregenden Substanzen so hoch, dass Blasenkrebs die Folge sein kann. Zudem werden bei den nachfolgenden Aufräumarbeiten zusätzlich Krebs erzeugende Stoffe aufgewirbelt und eingeatmet. Dass Blasenkrebs bei Feuerwehrmännern eine Folge des Berufs sein kann, wissen die wenigsten Brandschützer.

Früherkennung ermöglicht erfolgreiche Therapie

Ein erhöhtes Blasenkrebsrisiko haben alle Menschen, die beruflich bestimmten chemischen Substanzen wie aromatischen Nitro- oder Aminoverbindungen ausgesetzt sind: Neben Feuerwehrmännern sind das beispielsweise Arbeiter in der Farben- und der Teer verarbeitenden Industrie sowie der Petrochemie, Friseure und Tankwarte. Besonders gefährdet sind langjährige Raucher. Experten raten den Risikogruppen zu einer Früherkennungsuntersuchung beim Urologen. „Eine Früherkennung mit dem UBC Rapid Test verbessert ganz erheblich die Heilungschancen von Blasenkrebs. Sonst wird der Tumor oft erst erkannt, wenn bereits Symptome wie Blut im Urin aufgetreten sind. Dann kann es für eine Heilung zu spät sein“, erläutert der Urologe Dr. Gerson Lüdecke von der Universität Gießen.

1 Guidotti TL: Mortality of urban firefighters in Alberta, 1927-1987. Am J Ind Med
1993;23(6)921-40.
2 Golden AL, et al.: The risk of cancer in firefighters. Occup Med 1995;10:803-820.
3 Ma F, et al.: Mortality in Florida professional firefighters, 1972 to 1999. Am J Ind Med.
2005;47(6):509-17.

Pressemitteilung, Master Media, Julia Loncar


Krebszeitung

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  • Kegelstrahl-CT der Brust - Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft
    Brustkrebs

    Berlin – Um bei Brustkrebspatientinnen zu prüfen, ob der Tumor bereits Krebszellen in das umliegende Gewebe gestreut hat, untersuchen Ärzte benachbarte Lymphknoten und entfernen sie. In den letzten Jahren zeigte sich, dass die Entnahme einer ganzen Reihe von Achsellymphknoten, auch axilläre Dissektion genannt, keinen Vorteil in Bezug auf das Überleben der Patientinnen bietet. Eine neue Studie weist jetzt aber darauf hin, dass eine zusätzliche Bestrahlung der Lymphknotenstationen den Frauen Überlebensvorteile bringt. Experten der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) diskutieren die Ergebnisse der EORTC-Studie anlässlich des Europäischen Krebskongresses in Amsterdam.

    In den letzten Jahren wurde die operative Entfernung der Lymphknoten bei Brustkrebs immer weiter eingeschränkt, da die Eingriffe das Leben der Frauen nicht verlängerten. Professor Dr. med. Wilfried Budach, Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Düsseldorf und Mitglied der DEGRO-Arbeitsgruppe Mammakarzinom: „Indirekte Hinweise ließen uns aber vermuten, dass eine Bestrahlung der Lymphknotenstationen für bestimmte Patientinnengruppen Überlebensvorteile bringt.“ Die lang erwarteten Ergebnisse einer europaweiten Studie der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC- 22922-10925) mit über 4000 Patientinnen und 43 beteiligten Zentren scheinen dies nun zu bestätigen: Danach führt die zusätzliche Bestrahlung zu einem statistisch signifikanten besseren Gesamtüberleben, erklärt der Experte aus Düsseldorf.

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  • Krebssymbol - pixabay
    DGGG-Kongress 2008

    Der (alle zwei Jahre stattfindende) Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe steht diesmal unter dem Motto: „Durch Gemeinsames Gestalten Gewinnen“. Diese an die Abkürzung der Fachgesellschaft (DGGG) angelehnte Selbstverpflichtung bezieht sich laut Prof. Walter Jonat (Kiel), Präsident der Gesellschaft und des Kongresses, „zu allererst auf unsere partnerschaftliche Verantwortung für unsere Patientinnen“. Zudem gehe es aber auch darum, die Frauenheilkunde mit allen Spezialdisziplinen im Zeichen gesellschaftlicher Veränderungen und gesundheitspolitischer Schwierigkeiten „für die Zukunft fit zu machen“. An die 3.000 deutsche und internationale Kongressteilnehmer werden in Hamburg erwartet.

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