Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen

Brustuntersuchung - Quelle: Humannews
Brustuntersuchung - Quelle: Humannews

Brustkrebs ist mit mehr als 57.000 jährlichen Neuerkrankungen noch immer die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. Um die aktuellsten medizinischen und forscherischen Erkenntnisse auszutauschen, treffen sich 3.000 Teilnehmer der sieben medizinischen Fachgebiete Gynäkologie, Radiologie, Chirurgie, Pathologie, Innere Medizin, Radioonkologie und Plastische Chirurgie vom 11. bis zum 13. Juni 2009 in Düsseldorf. Dort findet unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ulrich R. Kleeberg die 29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie statt.

Neue Systeme: Digitale Mammadiagnostik hat viele Vorteile

Digitale Mammadiagnostik: Neue Systeme

von Professor Dr. med. Rüdiger Schulz-Wendtland, Schriftführer der Deutschen Gesellschaft für Senologie, Radiologisches Institut Gynäkologische Radiologie, Universität Erlangen-Nürnberg

Die digitale Mammographie gilt heute weitgehend als Standard in der röntgenologischen Untersuchung der Mammae, sowohl in der kurativen/ Früherkennungsmammographie als auch im Mammographie-Screening. Wissenschaftliche Studien haben die Gleichwertigkeit bzw. Überlegenheit der digitalen Mammographie im Vergleich zur analogen Film-Folien-Mammographie nachgewiesen. Hierbei zeigten sich insbesondere bei dichten Mammae, sowie für prä-/perimenopausale Frauen und Frauen unter 50 Jahren signifikante Vorteile. Das gesamte Bildmanagement und damit auch der Befundungsprozess, der am Monitor erfolgt, wurden durch die digitale Mammographie verlässlicher und effizienter.

Das tatsächliche innovative Potential der digitalen Mammographie zum Nutzen der Patientinnen wird jedoch erst durch die Weiterentwicklungen auf der jetzt digitalen Systembasis

Am weitesten fortgeschritten von diesen Neuentwicklungen und zum Teil bereits in die Praxis eingeführt ist die computerunterstützte Befundung der digitalen Mammogramme. Diese so genannten CAD-Systeme haben heute bereits einen Entwicklungsstand erreicht, dass der erfahrene Mammadiagnostiker durch den Einsatz von CAD als Zweitbefunder seine eigene Spezifität verbessern kann.

Die digitale Tomosynthese (DBT) der Brust scheint momentan die wichtigste Neuerung im Bereich der Röntgenmammographie darzustellen. DBT ist in der Lage das „strukturelle Rauschen“ des normalen Brustgewebes zu überwinden und so die Zahl der falsch-negativen wie auch die Zahl der falsch-positiven Befunde zu reduzieren. Die Tomosynthese ist der Einstieg in die dreidimensionale Mammographie und eröffnet neue Möglichkeiten zu einer verbesserten Größen -und Volumenbestimmung von Befunden, die zunehmende Bedeutung für therapeutische Fragestellungen gewinnen. Die verschiedenen Ansätze zur digitalen Kontrastmittel-Mammographie sind interessante Untersuchungsmethoden insbesondere für Befunde im dichten Drüsenparenchym und die Abklärung von Multifokalität und -zentrizität. Da eine solche Untersuchung außerdem immer mit einer zusätzlichen Strahlenexposition verbunden ist, wird sie sich nur schwer gegen die weltweit anerkannte kontrastmittelgestützte MR-Mammographie durchsetzen können, die ohne ionisierende Strahlung auskommt.

Jetzt wurde erstmals ein speziell für die Mammadiagnostik entwickeltes CT-System klinisch erprobt und mit einem konventionellen Mammographiesystem verglichen. Diese Methode ist aber zur Zeit noch nicht zu einem ernsthaften Konkurrenten der digitalen Mammographie oder gar der DBT geworden.

Ein digitales Mammographiesystem bietet in idealer Weise die Plattform zur Systemkoppelung von digitaler Mammographie mit Tomosynthese und automatisierten Ultraschall einschließlich CAD, um die hohe Sensitivität der Röntgenmammographie mit der hohen Spezifität der Sonographie bei Untersucherunabhängigkeit zu vereinigen – dies wäre aber auch mit anderen alternativen Methoden wie optische Bildgebung, elektrische Impedanz oder Elastographie möglich (Hybridsysteme).

An die Stelle der planaren Mammogramme wird in absehbarer Zeit in der Mammadiagnostik – und therapie eine Volumenbildgebung treten, die zusätzlich die Möglichkeit zur Fusion von Bildern aus unterschiedlichen medizinischen Modalitäten nutzt (Tumor Targeting).

29. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Senologie

Düsseldorf, 11.-13. Juni 2009

Tagungspräsident: Prof. Dr. med. Ulrich R. Kleeberg
Tagungsort: CCD, Congress Center Düsseldorf

Organisation:
CTW – Congress Organisation Thomas Wiese GmbH
Hohenzollerndamm 125, 14199 Berlin,
Tel.: (030) 85 99 62-16, Fax: (030) 85 07 98 26

Weitere Informationen:

www.senologie.org
www.senologiekongress.de

Pressemitteilung Deutsche Gesellschaft für Senologie, Stefanie Schlüter


Krebszeitung

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