Brustkrebs: Genauere Diagnostik und gezieltere Therapie

Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM

Forschungsverbund startet mit Gemeinschaftsprojekt TransLUMINAL-B

Unter Federführung der Charité – Universitätsmedizin Berlin beginnen mit einem Kick-off-Meeting die Arbeiten am Forschungsprojekt TransLUMINAL-B. Erforscht werden soll in den kommenden drei Jahren der Prozess der Metastasenentstehung und die Rolle von bösartigen Zellen, die sich im Verlauf bestimmter Brustkrebserkrankungen in Blut und Knochenmark anreichern. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Vorhaben im Rahmen ihres Schwerpunktprogrammes „Translationale Onkologie“ mit 2 Millionen Euro.

Jedes Jahr erkranken 72.000 Frauen in Deutschland an Brustkrebs. Das aktuelle Forschungsprojekt befasst sich mit der häufigsten Form dieser Erkrankung, den sogenannten luminalen Tumoren. Diese Tumoren machen 70 bis 80 Prozent der Mammakarzinome aus und sind dadurch gekennzeichnet, dass ihr Wachstum von Hormonen abhängig ist. In der Behandlung wird daher meist eine endokrine, also hormonelle Therapie gewählt. In vielen Fällen ist dies wirksam, aber nicht in allen. Eine Gruppe von luminalen Tumoren birgt ein hohes Risiko, diese Tumoren sind häufig resistent gegenüber der Therapie, was zu Rückfällen und dem Auftreten von Metastasen führt.

Es sind zunächst nur wenige vereinzelte Tumorzellen, die sich in Blut und Knochenmark finden. Doch diese wenigen Zellen sind entscheidend für die Ausbreitung des Tumors im Körper. Um diesen Mechanismus besser zu verstehen, untersuchen im Rahmen des TransLUMINAL-B-Projektes die Wissenschaftler um Prof. Dr. Carsten Denkert, Forschungsgruppenleiter am Institut für Pathologie der Charité, die Veränderungen in den einzelnen Tumorzellen aus Blut und Knochenmark. Sie wollen herausfinden, warum und wie sie sich im Körper ausbreiten und weshalb sie gegenüber bisherigen Therapieformen resistent sind. „Die besonderen Eigenschaften der einzelnen bösartigen Zellen aus dem Blut werden wir im Gewebe des Tumors ebenfalls untersuchen und miteinander vergleichen“, erklärt Prof. Carsten Denkert. „Auf diese Weise soll es künftig möglich sein, bereits beim ersten Auftreten eines Tumors vorherzusagen, ob mit einem ungünstigen Verlauf und einer hohen Metastasierungswahrscheinlichkeit zu rechnen ist.“ Mit diesem Wissen können Tumoren von Beginn an gezielter behandelt und wertvolle Zeit gewonnen werden.

Förderschwerpunkt Translationale Onkologie der Deutschen Krebshilfe

Um den Transfer von Erkenntnissen aus dem Labor in den klinischen Alltag zu beschleunigen, hat die Deutsche Krebshilfe im Jahr 2014 das Förderschwerpunkt-Programm „Translationale Onkologie“ eingerichtet. Der Begriff „Translationale Onkologie“ bezeichnet die Schnittstelle zwischen der Wissenschaft und ihrer praktischen Anwendung. Das bedeutet: die im Labor gewonnen Erkenntnisse sollen rasch Patienten in Form verbesserter Diagnose- und Therapiemöglichkeiten zugutekommen.

Verbundprojekt TransLUMINAL-B

Das TransLUMINAL-B-Projekt wird von Prof. Dr. Carsten Denkert am Institut für Pathologie der Charité – Universitätsmedizin Berlin koordiniert. Beteiligte Projektpartner sind das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg (Prof. Dr. Andreas Trumpp), das Institut für Pathologie der Universität Heidelberg (Prof. Dr. Wilko Weichert), die Universität Regensburg (Prof. Dr. Gero Brockhoff, Privatdozentin Dr. Anja K. Wege und Prof. Dr. Christoph Klein) sowie die German Breast Group (Prof. Dr. Sibylle Loibl).

Kontakt:
Prof. Dr. Carsten Denkert
Institut für Pathologie
Charité – Universitätsmedizin Berlin
t: +49 30 450 536 047
E-Mail: carsten.denkert@charite.de


Weitere Informationen:

http://www.charite.de
http://pathologie-ccm.charite.de/forschung/ag_translationale_tumorforschung_und_…

Pressemitteilung
Charité – Universitätsmedizin Berlin, Manuela Zingl

Der informierte Patient – Individuell beraten, gemeinsam entscheiden


Krebszeitung

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