Brustkrebs: Kritik an teuren Antikörpern berechtigt?

Brustkrebszellen - Quelle: Dr. Lutz Langbein, Deutsches Krebsforschungszentrum

Kronberg – Sie sind die Hoffnungsträger der modernen Krebstherapie: die Antikörper. Durch aufwendige Grundlagenforschungen sind Zielstrukturen an der Oberfläche von Krebszellen bekannt, die als Angriffspunkte für therapeutische Antikörper genutzt werden können. Im Labor werden dazu Eiweißbausteine entwickelt, die speziell auf diese Zielstrukturen passen. Zunächst wird ein Wirkstoff an künstlichen Zelllinien, dann im Tierexperiment und schließlich, bei Erfolg, in verschiedenen Phasen bei betroffenen Patientinnen getestet. Die Testung durchläuft im Anschluss daran drei klinische Untersuchungsphasen, die dann, sollte sich der Erfolg weiter bestätigen, zu einer Zulassung des Medikaments führen.

In den vergangenen Jahrzehnten wurde eine Reihe sehr wirkungsvoller Antikörper für die Therapie von Brustkrebs zugelassen, zumeist höchst effektiv bei überschaubaren Nebenwirkungen. Obwohl die Entwicklung dieser Antikörper als großer Fortschritt in der Krebstherapie gesehen werden muss, werden häufig die hohen Kosten dieser Therapien kritisiert. „In der Tat werden hohe finanzielle Ressourcen bei der Entwicklung von neuen Wirkstoffen aufgewendet, welche häufig im dreistelligen Millionenbereich liegen“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Janni, Ärztlicher Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Ulm, in der aktuellen Ausgabe des Brustkrebsmagazins Mamma Mia!. „Allerdings ist die Entwicklung der Sterblichkeit durch Brustkrebs, die sich seit den 90er Jahren drastisch reduziert hat, ein guter Beweis dafür, dass sich dieses finanzielle Investment für unsere Patientinnen lohnt. Brustkrebs gilt heute als eine mehrheitlich heilbare Erkrankung. Eine Reihe von Faktoren haben dazu geführt, wie eben auch die Entwicklung von neuen, zwar teils teuren, aber zielgerichteten und sehr effektiven Substanzen“, so Janni weiter.

„Neue Therapien werden häufig zunächst im fortgeschrittenen Krankheitsstadium eingesetzt. Den Therapiekosten wird dann die zusätzlich gewonnene Lebenszeit der Patientinnen gegenübergestellt“, berichtet Eva Schumacher-Wulf, Chefredakteurin des Brustkrebsmagazins. „Dann steht plötzlich die Frage im Raum, was „ein Tag Leben“ kosten darf.“ Dieser Ansatz, so Schumacher-Wulf, wird der Gesamtsituation nicht gerecht. Zum einen spiele auch die Lebensqualität eine große Rolle. Heutzutage können Krebspatienten auch im fortgeschrittenen Erkrankungsstadium dank neuer Therapien häufig viele Jahre bei guter Lebensqualität leben. Außerdem könne man die metastasierte Situation nicht isoliert betrachten. „Viele Medikamente, die sich bei einer fortgeschrittenen Krebserkrankung bewährt haben, werden nach einiger Zeit auch nach der Erstdiagnose eingesetzt und erhöhen hier die Heilungschancen der Patientinnen“, so Schumacher-Wulf.

Mehr zum Thema Antikörpertherapie bei Brustkrebs: Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin, Ausgabe 4/2014. Bestellung: Mamma Mia! Leserservice, Postfach 1363, 82034 Deisenhofen oder www.mammamia-online.de.

Kontakt:Mamma Mia!
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Eva Schumacher-Wulf
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61476 Kronberg
Fon: 0170-3109209
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Pressemitteilung von Mamma Mia! Das Brustkrebsmagazin, Eva Schumacher-Wulf

Brustkrebs im Frühstadium


Krebszeitung

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  • Die Bildfolge zeigt die Isolierung einer Brustkrebszelle (kleiner Kreis links und Mitte) und rechts einen Ausschnitt aus ihrem »molekularen Porträt«. - © Fraunhofer ITEM
    Brustkrebs

    Hamburg – Fast flächendeckend gibt es nun in Deutschland ein Mammographie-Screening durch besonders qualifizierte Zentren. Ebenso wie in vergleichbaren europäischen Ländern mit so einem Früherkennungsprogramm für Brustkrebs, ist auch in Deutschland der Erfolg dieses Programms sichtbar.

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    Dr. med. Axel Schroeder Quelle: Wahlers PRDie Urologie in Deutschland ist als integratives und zunehmend geriatrisches Fach höchst erfolgreich. Der Wandel zu einer Gesellschaft des längeren Lebens stellt jedoch auch die Urologen vor neue Herausforderungen. Konzepte wie „Active Surveillance“ beim früh erkannten Prostatakarzinom und eine bessere Versorgung Pflegebedürftiger können durch neue Vertragsformen befördert werden. Von diesen innovativen Versorgungsmodellen können Patienten, Kassen und Ärzte gleichermaßen profitieren.

    Im Rahmen eines Vertragsworkshops, zu dem der Berufsverband der Deutschen Urologen e. V. (BDU e. V.) im Juni 2012 in Berlin eingeladen hatte, tauschten sich Vertreter mehrerer gesetzlicher Krankenkassen, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Politik sowie gesundheitspolitischer Medien über mögliche Therapiebereiche der Urologie für Selektivverträge nach § 73 c Sozialgesetzbuch V aus. Die Workshop-Besucher zeigten sich darin einig, dass die Urologie ein hohes Potenzial für individuelle Vertragsgrundlagen bietet. Harald Möhlmann, Geschäftsführer „Versorgungsmanagement“ der AOK Nordost, sieht vor allem in der Heimversorgung gute Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit der Urologie: Seiner Erwartung nach seien die Leistungs- und Strukturqualität durch urologische Selektivverträge zu optimieren, wodurch eine höhere Zufriedenheit der Patienten erreicht werden könne.

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