Bundesweit hohes Qualitätsniveau in Krankenhäusern – Verbesserungspotenzial aber noch nicht ausgeschöpft

Krankenkassen - pixabay
Krankenkassen - pixabay

Berlin, 19. September 2013– Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat am Donnerstag in Berlin die Veröffentlichung des Qualitätsreports 2012 beschlossen. Der seit elf Jahren erscheinende Report bietet einen umfassenden Überblick über die bundesweite Behandlungs- und Ergebnisqualität zu ausgewählten medizinischen und pflegerischen Leistungen in Krankenhäusern.

Insgesamt wurden im Erfassungsjahr in 1658 Krankenhäusern mehr als 4 Millionen Datensätze zu 464 Qualitätsindikatoren erhoben. Das gesetzlich verpflichtende Verfahren umfasst 30 verschiedene Leistungsbereiche, die der G-BA festlegt. Die Ergebnisse von 289 der 464 Indikatoren müssen ab diesem Jahr jährlich von den Krankenhäusern veröffentlicht werden.

Für das Jahr 2012 wurden unter anderem die Ergebnisse der Versorgung von Früh- und Reifgeborenen (Geburtshilfe und Neonatologie), Transplantationen, Hüft- und Knie-Totalendoprothesen sowie kathetergestützte Eingriffe an Herzkranzgefäßen und Herzklappen untersucht. Erstmals ist im vorliegenden Report ein Kapitel zu Infektionen im zeitlichen Zusammenhang mit einer stationären oder ambulanten Behandlung (nosokomiale Infektionen) enthalten.

„Transparenz schafft Vertrauen. Zusammenfassend betrachtet haben die deutschen Krankenhäuser auch im Jahr 2012 erneut ihre große Leistungsfähigkeit und ein hohes Qualitätsniveau unter Beweis gestellt. Im Vergleich mit den Ergebnissen des Jahres 2011 weisen 57 Indikatoren auf eine Verbesserung der Versorgung hin. Erfreulicherweise hat sich insbesondere die Zahl der nosokomialen Infektionen bei Neugeborenen verringert. Allerdings haben sich die Ergebnisse zu 21 Indikatoren im Vorjahresvergleich rechnerisch auffällig verschlechtert. Ob und welche qualitativen Mängel damit verbunden sind, wird im strukturierten Dialog mit den einzelnen Krankenhäusern aufgeklärt werden“, sagte Dr. Regina Klakow-Franck, unparteiisches Mitglied im G-BA und Vorsitzende des Unterausschusses Qualitätssicherung.

Mit auffälligen Krankenhäusern werden als ein fester Bestandteil des Verfahrens im Rahmen des sogenannten strukturierten Dialogs beispielsweise konkrete Zielvereinbarungen zur Behebung qualitativer Mängel geschlossen.

„Auch in methodischer Hinsicht wird die stationäre externe Qualitätssicherung kontinuierlich weiterentwickelt“, betonte Klakow-Franck. „So wurde die Risikoadjustierung der Indikatoren konsequent vorangetrieben, um valide und faire Qualitätsvergleiche zu ermöglichen. Zudem verwenden wir immer häufiger wenn möglich, vorhandene Routinedaten. Das ist ein aktiver Beitrag zur Entbürokratisierung.“

Erstellt wird der Qualitätsreport durch das Göttinger Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH (AQUA-Institut/Institution nach § 137a SGB V), das im Auftrag des G-BA die kommentierten Ergebnisse von 14 Bundesfachgruppen zusammenfasst. Diese werden von Expertinnen und Experten gebildet, die die Verfahren der externen stationären Qualitätssicherung beratend begleiten.

Der aktuelle Qualitätsreport kann ab Mitte Oktober unter

https://www.sqg.de/themen/qualitaetsreport/index.html

abgerufen oder als Druckexemplar bestellt werden. Weitere Details werden bei der Qualitätssicherungskonferenz des G-BA am 14. und 15. Oktober in Berlin vorgestellt. Die Veranstaltung zählt zu den zentralen Foren für das Thema medizinische und pflegerische Qualitätssicherung in Deutschland.

Das AQUA-Institut ist ein wissenschaftliches Dienstleistungsunternehmen, spezialisiert auf Qualitätsförderungsprojekte im Gesundheitswesen. AQUA unterstützt den G-BA bei der Umsetzung der externen stationären Qualitätssicherung.

Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses

Dem Versorgungsstärkungsgesetz voraus: Die Zweitmeinung in der Urologie


Krebszeitung

--Download Bundesweit hohes Qualitätsniveau in Krankenhäusern – Verbesserungspotenzial aber noch nicht ausgeschöpft als PDF-Datei --


  • In Leukämiezellen (hier lila) wird durch das neue Medikament der Signalweg zum natürlichen Absterben wieder freigemacht. Foto: Universitätsklinikum Ulm
    Leukämie

    Das erneute Auftreten einer Leukämie nach einer Stammzelltransplantation zu verhindern, ist Ziel eines neuen Forschungsprojekts an der Universität Duisburg-Essen. Geleitet wird es von Prof. Dr. Dietrich Beelen und Dr. Dr. Lambros Kordelas von der Klinik für Knochenmarktransplantation in Kooperation mit Priv. Doz. Dr. Vera Rebmann vom Institut für Transfusionsmedizin der Universität Duisburg-Essen. Das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird von der Deutschen José Carreras Leukämie- Stiftung mit 124.000 Euro gefördert.

    […mehr lesen]

  • Dickdarm Aquarell Quelle: dkfz
    Darmkrebs

    29.06.09) Der Berufsverband Niedergelassener Gastroenterologen (bng) sieht sich durch das klare Bekenntnis von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zum weiteren Ausbau der Programme zur Früherkennung von Darmkrebs in seinen Bemühungen um eine verbesserte Akzeptanz von Vorsorge-Koloskopien bestärkt.

    Die Bundesgesundheitsministerin hat im Rahmen der Nationalen Krebskonferenz in Berlin erklärt, die bestehenden Früherkennungsprogramme für Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs organisatorisch nach dem Vorbild der Brustkrebsfrüherkennungsprogramme weiterentwickeln zu wollen. Prof. Dr. Jürgen F. Riemann hat in diesem Zusammenhang die Bedeutung der Einführung eines organisierten Einladungsverfahrens herausgestellt.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit