Ernährung

Ernährungsmythen bei Krebs

Fasten hungert Tumoren aus, Zuckerverzicht bremst Krebswachstum, basische Lebensmittel schützen vor Krebs: Eine Vielzahl an Diäten oder Ernährungsweisen hat angeblich das Potenzial, Krebs vorzubeugen oder zu verhindern, dass sich die Krankheit im Körper ausbreitet. Halten diese Theorien der wissenschaftlichen Überprüfung stand? Dazu ein Interview mit Dr. Susanne Weg-Remers, Leiterin des…

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„Gesündere Hormone“ durch Ernährung und Sport

NCT Patientensportprogramm Joggen - Quelle: Medienzentrum des Universitätsklinikums HeidelbergGewichtsabnahme – durch Ernährungsumstellung allein oder in Kombination mit Sport – wirkt günstig auf die Produktion von Fettgewebshormonen: Die Fettzellen bilden weniger Leptin, dagegen aber mehr Adiponektin, das Diabetes und Krebs entgegenwirkt. Das erklärt auf molekularer Ebene den gesundheitsfördernden Effekt von Sport und einer Ernährungsumstellung, wie Heidelberger Krebsforscher nun gemeinsam mit amerikanischen Kollegen zeigten.

Schwergewichtige Couch-Potatoes leben gefährlich: Rund 80 Prozent der häufigen chronischen Erkrankungen gehen auf das Konto von krankhaftem Übergewicht, Fettleibigkeit und einem überwiegend sitzenden Lebensstil, so schätzen Epidemiologen. Fettleibige haben ein erhöhtes Risiko für Herz- Kreislauferkrankungen, Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes und Krebs. Dadurch ist ihre Lebenserwartung verkürzt. Dagegen hilft: abnehmen und aktiv werden. Frauen, die abnehmen, senken ihr Brustkrebsrisiko. Und regelmäßige körperliche Aktivität senkt das Risiko für Brust-, Darm- und Gebärmutterkrebs.


Gesund essen zur Krebsvorbeugung

Tag der gesunden Ernährung: Deutsche Krebshilfe gibt Tipps

Bonn (sts) – Am 7. März ist „Tag der gesunden Ernährung“. Die Deutsche Krebshilfe nimmt dies zum Anlass, um auf die krebsvorbeugenden Effekte einer ausgewogenen Ernährung aufmerksam zu machen. Denn: „Krebserkrankungen vorzubeugen, ist leichter als sie zu behandeln“, betont Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der gemeinnützigen Organisation. „Ein ausgewogener Speiseplan mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, wenig Fett und Fleisch ist gesund, verhindert Übergewicht und senkt das individuelle Krebsrisiko.“

Die Deutschen gehören zu den dicksten Europäern: Zwei Drittel der erwachsenen Bundesbürger gelten als übergewichtig oder sogar fettleibig. Sie essen zu viel, zu kalorienreich, zu unausgewogen und sind immer weniger körperlich aktiv. Adipositas und starkes Übergewicht schränken jedoch nicht nur die Lebensqualität erheblich ein, sie können auch zu schweren gesundheitlichen Schäden führen. Dazu gehören Diabetes mellitus Typ 2, Fettstoffwechselstörungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bestimmte Krebsarten wie Brust-, Gebärmutter-, Darm- und Nierenkrebs werden nachweislich durch Übergewicht begünstigt.


Gibt es eine spezielle Krebsernährung?

Im März startet eine Vortragsreihe zum Thema „Ernährung bei Krebs“

Berlin, 28. Februar 2013 – Für viele Krebspatienten wird Ernährung zu einem wichtigen Thema mit vielen offenen Fragen. Zum Beispiel wird immer wieder die Frage nach einer speziellen Krebsernährung gestellt, aber auch, was es während der Chemo- und Strahlentherapie zu beachten gibt. Antworten und alltagstaugliche Tipps gibt die Berliner Krebsgesellschaft zusammen mit der Diätassistentin Brigitte Simmich an vier Nachmittagen zwischen März und Mai.

Die Vortragsreihe startet am 21. März mit allgemeinen Informationen zur Ernährung bei Krebs. Etwa, warum Krebspatienten auf eine ausreichende Eiweißzufuhr achten und auf keinen Fall abnehmen sollten. Auch die häufig gestellte Frage nach einer speziellen Krebsdiät wird hier Thema sein.


Wenn Ernährung plötzlich zum Thema wird

Sinnvolle Ernährungsempfehlungen für Krebspatienten gibt die Diätassistentin Brigitte Simmich in vier Vorträgen zwischen März und Mai 2013

Es sind vor allem alltagstaugliche Tipps, die Brigitte Simmich den Patienten und Angehörigen in ihren Vorträgen vermitteln will. Was sollte ich essen bei Krebs und was besser nicht? Aber natürlich erklärt die Diätassistentin auch, warum das eine gut und das andere weniger gut sein soll. Zum Beispiel, warum Krebspatienten auf eine ausreichende Eiweißzufuhr achten sollten. In ihrem ersten Vortrag am 21. März wird es genau um solche allgemeinen Fragen zur Ernährung bei Krebs gehen.


Brokkoli & Co.: Senföle als chemische Keule

Wenn Raupen oder andere Insekten an glucosinolathaltigen Pflanzen wie Brokkoli fressen, kommen die Glucosinolate in Kontakt mit dem Enzym Myrosinase. Dieses setzt die Senföle frei, die dann die hungrigen Insekten vertreiben. Grafik: Dietmar GeigerMit Senfölen wehren Brokkoli und andere Pflanzen Schädlinge ab. Zudem sollen diese Naturstoffe vorbeugend gegen Krebs wirken. Ein deutsch-dänisches Team präsentiert nun in „Nature“ neue pflanzenwissenschaftliche Erkenntnisse über Senföle – mit interessanten Perspektiven für die Agrarwirtschaft.

Pflanzen produzieren eine große Vielfalt an Stoffen, die vom Menschen oft sehr geschätzt werden, wie Koffein oder ätherische Öle. Viele Pflanzenstoffe sorgen beim Essen für besondere Geschmackserlebnisse, viele gelten als gesund. Das trifft auch auf die Senföle zu, die den Senf scharf machen und Kohlgewächsen ihr besonderes Aroma verleihen.

Senföle stehen im Ruf, Krebs verhindern zu können. Darauf gibt es verschiedene Hinweise. „Von Broccoli ist beispielweise bekannt, dass seine Inhaltsstoffe das Bakterium Helicobacter pylori abtöten, das Magengeschwüre und Krebs auslösen kann“, sagt Professor Rainer Hedrich, Pflanzenwissenschaftler an der Uni Würzburg.


Nahrungsergänzung bei Krebs: Nutzen oder Schaden?

Wer an Krebs erkrankt ist, möchte seinen Körper bestmöglich unterstützen. Dazu gehört auch eine ausreichende Zufuhr von Vitaminen und Spurenelementen. Doch reicht eine Extraportion Obst, oder sollten es lieber Brausetabletten sein? Können Vitamine auch schaden?


Krebs: Starker Gewichtsverlust verhindert Heilung

PIXELIO-Foto, Michael Buehrke - Bildquelle:Deutsche KrebshilfeHeidelberg (ng) – Krebs-Patienten verlieren im Laufe der Erkrankung oftmals sehr viel an Gewicht. Dieser extreme Zustand der Abmagerung wird als Auszehrung oder Kachexie (griech.: „schlechter Zustand“) bezeichnet. Der ungewollte Gewichtsverlust beeinträchtigt nicht nur die Lebensqualität der Patienten. Auch die Heilungschancen verschlechtern sich dadurch dramatisch: „Für rund ein Drittel aller Krebstodesfälle wird diese Auszehrung verantwortlich gemacht“, erklärt Dr. Stephan Herzig. Der Wissenschaftler untersucht am Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) in Heidelberg die molekularen Ursachen der Tumorkachexie. Die Deutsche Krebshilfe fördert das Forschungsprojekt mit 165.600 Euro.


Ernährungstherapie bei Krebs

In der entsprechenden Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) steht es schwarz auf weiß: Studien belegen, dass eine Trink- oder Sondennahrung im Vergleich zu normaler Ernährung den Gewichtsverlust signifikant reduzieren kann. Dadurch können im weiteren Verlauf die Lebensqualität der Patienten erhalten, Therapieunterbrechungen vermieden und die Häufigkeit von Krankenhausaufenthalten verringert werden. Leider wird diese Erkenntnis in der täglichen Praxis noch viel zu wenig umgesetzt. Dies war u.a. Thema beim Patientensymposium „Ernährungstherapie bei Krebserkrankungen“, das im Rahmen der 2. Offenen Krebskonferenz im Düsseldorfer Congress Center stattfand.