DGU-Kongress 2009

Hart, aber ehrlich: Lebensqualität trotz Prostatakrebs

Die deutschen Ärzte stehen im Kreuzfeuer der Kritik: Auch die Urologen nehmen Provisionen und Gegenleistungen von Krankenhäusern entgegen und überweisen im Gegenzug ihre Patienten zur weiteren Behandlung in die jeweilige Klinik. „Die derzeitige Praxis hat sowohl auf die Unabhängigkeit ärztlichen Handelns als auch auf das Selbstbestimmungsrecht des Patienten negative Auswirkungen“, urteilt Professor Lothar Weißbach, Wissenschaftlicher Vorstand der Stiftung Männergesund-heit. Trägt dieses System also dazu bei, dass heute der größte Teil der Prostatakrebspatienten teuer operiert – und zum Leidweisen der Patienten vielleicht sogar übertherapiert – wird?

< >

61. Urologen-Kongress beginnt heute in Dresden

DGU-Präsident Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wirth, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden.Die 61. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) startet heute in der Messe Dresden. Bis zum 19. September werden auf dem weltweit drittgrößten Urologen-Kongress rund 6000 Fachbesucher erwartet. Das Interesse ist in diesem Jahr besonders groß, denn es stehen gewichtige Themen, darunter die Vorstellung der langerwarteten neuen interdisziplinären S3-Prostatakarzinom-Leitlinie, auf dem Tagungsprogramm.

Der Kongress unter der Leitung von DGU-Präsident Professor Dr. med. Dr. h.c. Manfred Wirth, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus an der Technischen Universität Dresden bietet einen kompletten Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse des Fachgebietes Urologie.

Auf der begleitenden Industrieausstellung werden rund 150 Unternehmen vertreten sein und Neues aus Pharmakologie und Medizintechnik präsentieren.

Bereits zum dritten Mal findet im Rahmen der DGU-Jahrestagung ein selbstständiger Pflegekongress für die urologischen Assistenz- und Pflegeberufe statt. Das obligate Patientenforum, am Donnerstag, 17. September 2009 von 19.30 bis 21.00 Uhr im Internationalen Congress Centrum Dresden (ICC ), informiert über die Bedeutung der neuen Prostatakrebs-Behandlungsleitlinie für die Betroffenen.


Neues in der urologischen Infektiologie

Die HIV-Pandemie konnte bisher trotz der Propagierung von „Safer Sex“ nichat eingedämmt werden. daher erscheint es besonders wichtig, dass sich früere Untersuchungen bestätigen, dass die radikale Beschneidung die HIV-Infektionsrate bei Männern signifikant vermindert. Zwei große afrikanische Studien in Kenia und Uganda Zeigen, dass durch eine radikale Beschneidung eine HIV-Infektion in bis zu 53% bei ungeschützten Geschlechtsverkehr vermindert werden kann. Ursache ist, dass nur die innere Seite des männlichen Vorhautblattes Rezeptoren für HIV-Viren aufweist, während die äußere Seite der Vorhaut und auch die Eichel durch Plattenepithel weitgehend geschützt ist. Aus diesem Grund muss zumindest bei Hochrisikopatienten darüber nachgedacht werden, die radikale Beschneidungals einen Baustein in der HIV-Prophylaxe mit in die urologische Beratung zu integrieren.


Neue Strategien beim Nierenzellkarzinom

Die Therapie des Nierenzellkarzinoms hat sich in den letzten Jahren grundlegend gewandelt. Die Einführung der laparoskopischen Nierenteilresektion mit neuen Ischämie- nd Blutstillungstechniken ermöglicht es, heutzutage auch ohne größere äußere Narben die vollständige Tumorentfernung bei Erhaltung der Restniere durzuführen. Die Entwicklung neuer zielgerichteter Chemotherapien als auch moderne Formen der Impftherapie gegen den Nierenkrebs haben in den letzten Jahren zu einer deutlichen Verbesserung in der Therapie ders fortgeschrittenen Nierenkarzinoms geführt.



Urologen verstärken Forschungs-Offensive

Düsseldorf/Dresden. Forschung tut Not im Land der Dichter und Denker. Das gilt auch für die Medizin. Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) reagierte im September 2007 mit der Einrichtung des Vorstands-Ressorts „Forschungsförderung“ und wird im Rahmen des 61. Urologen-Kongresses vom 16. bis 19. September 2009 in Dresden nun das neu eingerichtete „Ferdinand Eisenberger-Forschungsstipendium“ der DGU vorstellen.



Vorstellung der neuen S3 -Prostatakarzinom-Leitlinie

Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Medienvertreter, der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) Professor Dr. med. Dr. h. c. Manfred Wirth lädt Sie im Rahmen des 61. DGU-Kongresses anlässlich der Vorstellung der neuen interdisziplinären S3-Prostatakarzinom-Leitlinie herzlich zu einer Pressekonferenz am Mittwoch, den 16. September 2009 von 14.00 bis 15.00 Uhr in den Erlweinsaal in der Messe Dresden ein.


Leben und Lieben mit Prostatakrebs

Im Rahmen ihrer HAROW-Studie zur Behandlung des lokal begrenzten Prostatakarzinoms hat die gemeinnützige und unabhängige Stiftung Männergesundheit den Patientenfilm „Perspektive durch Beobachten – Leben und Lieben mit Prostatakrebs“ entwickelt.


Was Patienten heute wissen sollten

Medizinischer Fortschritt und Patienteninformation sollen Hand in Hand gehen: Die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) präsentiert im Rahmen ihrer 61. Jahrestagung in Dresden die neue interdisziplinäre S3-Prostatakarzinom-Leitlinie und klärt nahezu zeitgleich in einem Laienforum über deren Bedeutung für die Patientenversorgung auf.