DGU-Kongress 2010

Werden wir in Klinik und Praxis krank?

Prof. Dr. med. Florian M.E. Wagenlehner -Quelle: Wahlers-PRBakterien stellen die am weitesten verbreitete Lebensform auf unserer Erde dar. Sie finden sich auf den höchsten Bergen und in den tiefsten Meeren, in den heißesten Quellen und in tiefgekühltem Polareis. Man schätzt, dass Bakterien bis zu 90% der gesamten lebenden Biomasse stellen. Auch in Pflanzen, Tieren und Menschen findet sich ein Kosmos dieser einzelligen Lebensformen. Bakterien konnten sich über Jahrmilliarden an ihre unterschiedlichen Lebensumstände anpassen. Hierzu haben sie viele verschiedene Strategien entwickelt sich gegen andere Lebensformen zu verteidigen. Zum Beispiel produzieren viele Pflanzen und Pilze Antibiotika oder antibiotikaähnliche Substanzen, gegen die bestimmte Bakterienarten, wenn sie in Kontakt mit solchen Substanzen gekommen sind, Abwehrmechanismen entwickelt haben. Diese Abwehrmechanismen finden sich letztlich natürlicherweise bereits in den verschiedensten Bakterienarten.

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Urologen im Nationalsozialismus

Prof. Dr. med. Dirk Schultheiss - Quelle: Wahlers-PRNachdem das Verhältnis von Urologie und Nationalsozialismus bisher nur in Einzelaspekten untersucht wurde, konnten durch substantielle finanzielle Förderung der DGU seit Sommer 2009 zwei medizinhistorische Arbeitsgruppen in Dresden (Prof. Dr. Albrecht Scholz, Julia Bellmann M.A.) sowie in Ulm (Prof. Dr. Heiner Fangerau, Matthis Krischel M.A.) an dieser Thematik arbeiten und haben mittlerweile durch ihre umfangreichen Quellenstudien einen bemerkenswerten Wissenszuwachs zu verzeichnen. Die Arbeitsgruppe wird koordiniert durch den Archivar der DGU (Prof. Dr. Dirk Schultheiss) und den Vorsitzenden des AK „Geschichte der Urologie“ (Dr. Friedrich Moll M.A.). Kooperationen bestehen bisher mit einem Historikerteam aus Wien (Univ.-Doz. Dr. Manfred Skopec, Mag. Friederike Butta-Bieck) sowie dem Curator der AUA (Prof. Dr. Rainer Engel).


Inkontinenz und Beckenbodenrekonstruktion der Frau

Prof. Dr. med. Klaus-Peter Jünemann - Quelle: Wahlers-PRVoraussetzungen für den Erhalt der Kontinenz bei Mann und Frau ist die anatomisch korrekte Verankerung der Harnröhre im Beckenboden durch den bindegewebigen Bandapparat und die dadurch garantierte urethrale (intrinsische) und externe Harnröhrensphinkterfunktion. Ist eines dieser beiden Elemente geschädigt oder in seiner Wirkweise/anatomischen Lage beeinträchtigt, so resultiert Harninkontinenz. Insbesondere bei der Frau ist das Zusammenspiel von Sphinkterfunktion und anatomischer Position von Harnröhre und Blase untrennbar und muss als funktionelle Einheit betrachtet werden.

Urologen setzen auf neue Therapieansätze

Viel zu lange haben medizinische Fachgesellschaften wie Urologen oder Gynäkologen diese Grundregel des weiblichen Kontinenzmechanismus missachtet und in ihren diagnostischen sowie sich daraus ergebenden therapeutischen Konsequenzen missachtet.


Translationale Medizin in der Urologie

Prof. Dr. med. Bernd Wullich - Quelle: Wahlers-PRWährend die Mehrzahl der Patienten mit Prostatakarzinom eine gute Prognose aufweist, stellt das metastasierte Prostatakarzinom eine inkurable Erkrankung dar. Allein in Deutschland versterben etwa 11.000 Patienten pro Jahr an diesem Tumor. Nahezu alle Patienten entwickeln nach einem anfänglich guten Ansprechen auf eine Androgenentzugstherapie einen Tumorprogress, der über die Bildung von Metastasen schließlich zum Tod des Patienten führt. Der Begriff des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) ersetzt dabei zunehmend die Begriffe „hormonrefraktäres“ und/oder „Androgen-unabhängiges“ Prostatakarzinom.


PSA-gestützte Früherkennung des Prostatakarzinoms

Prof. Dr. med. Michael Stöckle - Quelle: Wahlers PRNach Veröffentlichung der ersten Ergebnisse der europäischen Prostata-Karzinom-Screening-Studie im Frühjahr des 2009 hatten zahlreiche Presseorgane auf vermeindliche Schwächen des PSA-Screenings hingewiesen:Mann müsse mehr als 1400 Männer testen, von denen sich dann 50 einer schwerwiegenden Therapie unterziehen müssten, um damitschlussendlich einem von 1400 den Tod am Prostatakarzinom zu ersparen. Die Zahlenkönnten nicht abschreckender sein. Man hat allerdings versäumt, den Leser auf den vorläufigen Charakter der Studienauswertung hinzuweisen, denn mit zunehmender Nachbeobachtungszeit der Studienteilnehmer werden die Unterschiede im tumorspezifischen Überleben zwischen den beiden Vergleichsgruppen (eine mit und eine ohne die Empfehlung eines PSA-gestützten Prostatascreenings) mit hoher Wahrscheinlichkeit deutlich größer werden.


DGU-Kongress 2010 eröffnet

Prof. Dr. med Wolfgang Weidner - Quelle: DGUDüsseldorf. Patienten relevant und voller Brisanz: Die Themen der Eröffnungs-Pressekonferenz des 62. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 22. bis 25. September 2010 in Düsseldorf versprechen Diskussionsstoff. Auch wie in den letzten Jahren werden wir nicht nur über diesen Kongress berichten, sondern darüber hinaus wieder Videomaterialien über den Kongress veröffentlichen. Schon zum achten Mal in ihrer Kongress-Geschichte tagt die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V.(DGU) in Düsseldorf: Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse aus Diagnose und Therapie der Urologie sowie Fort- und Weiterbildung stehen im Zentrum des 62. DGU-Kongresses. Vom 22. bis 25. September 2010 werden rund 7000 Teilnehmer aus aller Welt im Congress Center Düsseldorf (CCD) erwartet.


Patientenforum zum Prostatakrebs auf dem 62. Urologen-Kongress in Düsseldorf

Düsseldorf. Die häufigste Krebserkrankung, mit der Deutschlands Männer konfrontiert sind, ist das Prostatakarzinom. Jährlich diagnostizieren Urologen rund 60.000 neue Fälle. „Zugleich sind bei kaum einer anderen Tumorerkrankung die Möglichkeiten der Behandlung so vielfältig wie beim Prostatakarzinom“, sagt Prof. Dr. Wolfgang Weidner, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und des 62. Jahreskongresses der DGU vom 22. bis 25. September 2010 in Düsseldorf. Angesichts der Fülle verfügbarer Informationen sei es für Patienten, die in alle Therapieentscheidungen einbezogen werden müssten, zunehmend schwieriger, einen Überblick zu behalten. Das Laienforum am Donnerstag, den 23. September 2010, ab 19.00 Uhr im Congress Center Düsseldorf, soll den Betroffenen Orientierungshilfe geben.


Studie beim Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom

Düsseldorf. Anlässlich der Präsentation der „Präferenzbasierten randomisierten Studie beim Niedrig-Risiko-Prostatakarzinom“ lädt DGU- und Tagungspräsident Professor Dr. Wolfgang Weidner die Medienvertreter herzlich ein. Hochrangige Referenten und Gäste aus dem Gesundheitswesen werden zu der Sonderveranstaltung auf dem 62. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) am Freitag, 24.09.2010, 17.00 bis 18.00 Uhr im Congress Center Düsseldorf, Raum 7 erwartet.


„Urologische Woche“ in ganz Europa

Düsseldorfer Gymnasiastinnen und Gymnasiasten haben die Möglichkeit, mit einem Schüler-Programm an der 62. DGU-Jahrestagung im Congress Center Düsseldorf teilzunehmen.Globalisierung ist heute mehr als ein Wort – auch in der Urologie! Nationale urologische Fachgesellschaften, wie die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU), arbeiten nicht nur miteinander, sondern auch unter dem Dach der Europäischen Gesellschaft für Urologie eng zusammen. In jedem Herbst etwa initiiert die European Association of Urology (EAU) die „Urology Week“. Auch in diesem Jahr werden in der „Urologischen Woche“ vom 13. bis 17. September 2010 zahlreiche Aktionen in vielen Ländern Europas für mehr Aufmerksamkeit für Prostata, Blase, Niere und Co. sorgen.

Aufmerksamkeit für Prostata, Blase, Niere und Co.

Öffentliche Aufklärung ist nach wie vor notwendig, denn urologische Erkrankungen sind, anders als vielfach angenommen, zahlreich und weit verbreitet. Alt und Jung, Männer und Frauen, aber auch Kinder können betroffen sein. Urologinnen und Urologen behandeln rund ein Viertel aller Krebserkrankungen in Deutschland. Allen voran das Prostatakarzinom, der, mit circa 60 000 Neuerkrankungen pro Jahr, häufigsten Krebserkrankung des Mannes. Blasenkrebs ist mit jährlich circa 27 000 Neuerkrankungen der zweithäufigste urologische Tumor. Volksleiden wie Harnsteinerkrankungen, die gutartige Prostatavergrößerung und Harninkontinenz sind millionenfach verbreitet. So leiden mehr als fünf Millionen Menschen in Deutschland unter einer Blasenschwäche mit unwillkürlichem Harnverlust. „Hier gilt es noch immer, viele Tabus zu überwinden, denn trotz des hohen Leidensdrucks schweigen die meisten Betroffenen aus Scham. Nur etwa 15 Prozent von ihnen werden fachkundig betreut, obwohl die Harninkontinenz in den meisten Fällen sehr gut zu behandeln ist“, sagt DGU-Pressesprecherin Professor Dr. Sabine Kliesch.


Hodenhochstand früher behandeln

Professor Dr. Raimund Stein, Vorsitzender des DGU-Arbeitskreises Kinderurologie.Unfruchtbarkeit und ein erhöhtes Risiko für Hodenkrebs sind mögliche Spätfolgen des Hodenhochstands. Die Fehllage der Hoden zählt zu den häufigsten urologischen Erkrankungen von Kindern und ist deshalb auch eines der Top-Themen auf der 62. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 22. bis 25. September 2010 im Congress Center Düsseldorf. Wichtig für Eltern und Kinderärzte: Die Behandlung soll frühzeitig eingeleitet und wenn möglich zum ersten Geburtstag abgeschlossen sein.