DGU-Kongress 2012

Minimalinvasive endoluminale feingezielte LASER -Destruktion superfizieller urothelialer Tumoren

Dr. med. Jörg Neymeyer - Quelle: CharitéFeingezielte LASER-Therapie innerhalb englumiger Hohlorgane erfordert lange, dünne und in definierte Richtungen strahlende Lichtwellenleiter und wenig tiefenschädigende Gewebedestruktion jedoch mit guter Vaporisationsleistung. Um oberflächliche gut- und bösartige Gewebsneubildungen endoskopisch zu Verdampfen, soll die Wirktiefe des kohärenten Lichtbündels des LASER´s geringer als 1 mm sein. Um das zu destruierende Gewebe optimal abzutragen wurde die Harpoon-Faser eingesetzt. Diese hat ein gebogenes Faserende. Die Therapie wurde dadurch erleichtert.

Material und Methoden:

Ein modifizierter Multifunktions-Dioden-LASER für minimalinvasive endoluminale Weichgewebsdestruktion wurde entwickelt (LIMMER-LASER GmbH). Die verwendeten Lichtleiter des Dioden-LASERs wurden entweder als „“harpoon“, als „“bare-fiber“ oder als „“sidefire fibre“ geformt.

Die klinische Effektüberprüfung erfolgte bei urothelialen Tumore des oberen Harntraktes (Ureter und Nierenbeckentumore). Mittels Tip-on-the-Chip-Endoskopen sowie mittels Narrow Banding Imaging (NBI) erfolgte die Detektion der Tumore. Die LASER-Therapie wurde stets videoendoskopisch dokumentiert.

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Aktion „Ich bleibe am Ball!“

Therapie-Begleitung für Patienten mit einer Hormontherapie beim Prostatakarzinom

Leipzig  – Der Patient, der an einem Prostatakarzinom erkrankt ist, benötigt intensive Hilfestellung und Unterstützung durch seinen behandelnden Arzt.

Experten aus der Urologie, der Ernährungswissenschaft, der Psychoonkologie und der
Sporthochschule Köln haben nun speziell für diese Patientenberatung den Therapie-Begleiter „Ich bleibe am Ball!“ entwickelt. Dieser unterstützt den Arzt bei der Aufklärung zur Einleitung der Hormontherapie, in seiner Aufklärung des Patienten zur Vermeidung  bzw. Reduzierung von eventuellen Nebenwirkungen der Therapie sowie bei der Aktivierung seiner Patienten für eine ausgewogene Lebensführung.


Heute endet der weltweit drittgrößte Urologen-Kongress in Leipzig

Vier Tage stand Leipzig im Zeichen der Urologie: Über 7000 Teilnehmer aus mehr als 60 Ländern besuchten den 64. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) vom 26. bis 29. September 2012 im Congress Center Leipzig (CCL). Heute endet die wissenschaftliche Fachtagung unter der Leitung von DGU-Präsident Prof. Dr. med. Dr. h.c. Stefan C. Müller, Direktor der Klinik und Poliklinik für Urologie und Kinderurologie am Universitätsklinikum Bonn.

Aktueller Wissenschaftsaustausch in allen Bereichen der Urologie prägte das Kongressprogramm mit über 100 Einzelveranstaltungen. Thematisch dominierten urologische Tumorerkrankungen, die rund ein Viertel der Krebserkrankungen in Deutschland ausmachen. Besonders diskutiert wurden erste Ansätze für die Umsetzung einer individualisierten Tumortherapie.

Im Blickpunkt des öffentlichen Interesses stand die Präventions-Initiative der DGU, die vor urologischen Folgeerkrankungen des Metabolischen Syndroms warnt. Die Botschaft formuliert Kongresspräsident Prof. Müller: „Wir Urologen wollen unsere Patientinnen und Patienten, und das sind ganz ausdrücklich auch junge Männer, lebenslang bei der Gesunderhaltung begleiten.“ Ein neuer kostenloser Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen dient der Aufklärung.

Auch die deutsche Prostatakrebsstudie PREFERE braucht Öffentlichkeit, denn für die Forschung nach der besten Therapie bei lokal begrenztem Prostatakrebs werden mehr als 7000 teilnehmende Patienten gesucht. Darüber hinaus bekräftigten die Urologen in Leipzig ihre Forderung nach verbindlichen Standards in der medizinischen Aus- und Weiterbildung. Der Generalsekretär, Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg, kündigte eine Novellierung der Musterweiterbildungsordnung an, in der das Fach Urologie mit seinen Kerngebieten gestärkt werden soll. Insbesondere sind die Reintegration der medikamentösen Tumortherapie und der Andrologie Ziele, die die DGU dabei anstrebt.


Urologen veröffentlichen Präventions-Ratgeber

Leipzig. Rauchstopp für Blase und Nieren, Abspecken für Potenz und Kontinenz!
Schmerzhafte Harnsteine vermeiden, Hodenhochstand frühzeitig behandeln, um Folgeerkrankungen zu verhindern: Vielen urologischen Erkrankungen kann man vorbeugen.

Mit ihrem neuen Patientenratgeber wollen die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. die notwendige Aufklärung in der Bevölkerung forcieren. Im Rahmen der gestrigen Eröffnungs-Pressekonferenz des 64. DGU-Kongresses in Leipzig wurde der „Ratgeber zur Prävention urologischer Erkrankungen“ der Öffentlichkeit vorgestellt. Die farbige Broschüre kann ab sofort online auf der Website der Deutschen Urologen bestellt werden. Bis zu 50 Exemplare sind kostenlos. Anforderungsformular und Bestellmodalitäten finden sich auf der Startseite von www.urologenportal.de

Die Zahl altersbedingter urologischer Erkrankungen wächst mit steigender Lebenserwartung. „Harninkontinenz und die gutartige Prostatavergrößerung sind millionenfach verbreitete Volkskrankheiten, denen wir durchaus vorbeugen können. Gleichzeitig verursachen Überernährung und Bewegungsmangel in unserer Wohlstandsgesellschaft schon in jungen Jahren immer öfter sogenannte Lifestyle-Erkrankungen wie Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen, Fettleibigkeit und Bluthochdruck, die mit einer Vielzahl vermeidbarer urologischer Erkrankungen einhergehen. Diese Zusammenhänge wollen wir den Menschen in unserem Ratgeber nahebringen“, sagt DGU-Pressesprecherin Prof. Dr. med. Sabine Kliesch.


Fehler minimieren!

Mehr Sicherheit für urologische Patienten mit dem Risikomanagementsystem CIRS

Dr. med. Wolfgang Bühmann - Quelle: Wahlers PRIn der Luftfahrt sind Berichtssysteme zur Fehlervermeidung seit über 30 Jahren etabliert; das deutsche Gesundheitswesen ist indes noch dabei, eine offene Fehlerkultur zu entwickeln. Der Berufsverband der Deutschen Urologen e.V. (BDU e.V.) unterstützt diesen Prozess aktiv und favorisiert ein anonymes internetbasiertes Fehlermanagementsystem in der Urologie. Das sogenannte CIRS-Urologie ist eine fachspezifische Variante des Berichts- und Lernsystems der Deutschen Ärzteschaft für Kritische Ereignisse und Fehler in der Medizin namens Critical Incident Reporting-System (CIRS), das von der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung propagiert und vom Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ) betreut wird.

Mit CIRS-Urologie geben wir allen Urologinnen und Urologen sowie Mitarbeitern der urologischen Pflege- und Assistenzberufe in Kliniken sowie niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen und ihren Praxisteams ein effektives Werkzeug an die Hand, um die Sicherheit der Patienten zu erhöhen.

Laut internationaler Datenlage kommt es bei 10 Prozent der Krankenhauspatienten zu einem unerwünschten Zwischenfall, ein Prozent davon sind schwerwiegend und führen zu relevanten Schäden bis hin zum Tode. Fast die Hälfte dieser Zwischenfälle ist nach Worten des Schweizer Konzeptgebers von CIRS, Prof. Dr. Daniel Scheidegger, grundsätzlich vermeidbar, weil sie sich zuvor bereits als kritische Ereignisse manifestiert haben. Die Ursachen sind meist multifaktoriell und in einer Kombination aus Arbeitsbelastung, Problemen der Kommunikation, Ausbildung und Überwachung, ungenügenden Ressourcen sowie Team- und Patientenfaktoren zu finden. Politischen Forderungen nach verpflichtenden Registern tritt der Berufsverband der Urologen mit der Einführung von CIRS-Urologie entgegen. Freiwilligkeit, Anonymität und Sanktionsfreiheit sind Voraussetzung, damit die notwendige Fehler- bzw. Sicherheitskultur entstehen kann.


Medizinische Qualität in Deutschland in Gefahr

Defizite in der Aus- und Weiterbildung beheben

Prof. Dr. med. Oliver Hakenberg - Quelle: Wahlers PRDie föderale Struktur in Deutschland führt mit lokal unterschiedlichen und schnell wechselnden Konzepten der Schulbildung bereits zu einer unterschiedlichen Vor- und Allgemeinbildung der Studienanfänger. Gleichzeitig wird der Zugang zum Medizinstudium über Abiturnoten und länderspezifische Bonus- und Malus-Systeme geregelt, ohne die wirkliche Motivation und Befähigung der Bewerber zu berücksichtigen.

Die noch immer hohe Attraktivität des Arztberufs sorgt für einen anhaltenden Ansturm auf die begrenzte Zahl der Studienplätze. Dennoch droht wegen der demographischen Entwicklung, sowohl der Bevölkerung als auch der Ärzteschaft, zukünftig ein eklatanter Ärztemangel. Dieser wird sich aufgrund geänderter Ansprüche an die „Work-Life-Balance“ gerade in den operativen Fächern wie der Urologie negativ auswirken. Ein über 70-prozentiger Frauenanteil bei Studienanfängern, mit besonderen Ansprüchen an die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, spielt dabei ebenso eine Rolle wie die relativ hohe „drop-out“-Rate von Studienabsolventen, die ihren weiteren Berufsweg nicht in der klinischen Medizin suchen.


Welche Therapie ist die beste bei lokal begrenztem Prostatakrebs?

Bundesweite Kampagne zum Start der deutschen Prostatakrebsstudie PREFERE:
7600 Patienten gesucht

Prof. Dr. med. Michael Stöckle - Quelle: Wahlers PRDas Prostatakarzinom ist ein sehr ernst zu nehmender Tumor: Etwa jeder 10. Mann dürfte im Laufe seines Lebens mit dieser Diagnose konfrontiert werden, und 3 Prozent aller Männer sterben in Deutschland an dieser Erkrankung. Jedoch können wir diese Krankheit heute in sehr frühem Stadium und bei niedrigem Malignitätsgrad entdecken.

In solchen Fällen ist eine verzögerte Behandlung, manchmal sogar der völlige Verzicht auf eine Behandlung denkbar. Dementsprechend soll bei der geplanten „präferenzbasierten randomisierten Studie“ („PREFERE“) die Frage geklärt werden, ob die Strategie einer „aktiven Beobachtung“ („active surveillance“) bei Patienten in frühen Tumorstadien besser ist als die sofortige Behandlung.


Inkontinenz ist kein Schicksal!

Prävention ist möglich:
Urologen können dabei helfen

Harninkontinenz ist der medizinische Ausdruck für Blasenschwäche und bezeichnet die mangelnde oder fehlende Fähigkeit des Körpers, den Blaseninhalt sicher zu speichern und den Zeitpunkt der Entleerung selbst zu bestimmen. In der Folge kommt es zu unwillkürlichem Urinverlust. Die Ursachen sind ganz unterschiedlich: Am häufigsten sind die Belastungsinkontinenz und die Dranginkontinenz. Belastungsinkontinenz bedeutet Urinverlust bei ganz alltäglichen körperlichen Anstrengungen wie Heben, Bücken, Lachen, Husten, Niesen, Springen oder beim Sport.

Bei der Dranginkontinenz kann der Urinabgang infolge eines überfallartigen Harndrangs nicht unterdrückt werden. Die Symptome beider Inkontinenzformen können auch gleichzeitig als Mischinkontinenz auftreten.

In Deutschland leiden mehr als acht Millionen Menschen an irgendeiner Form der Harninkontinenz. Die Dunkelziffer ist aber immer noch sehr hoch. Betroffen sind junge und alte Menschen, Frauen und Männer – und auch schon Kinder. Je nach Art der Inkontinenz gibt es heute erfolgreiche Behandlungsmöglichkeiten.


Innovative Verträge mit Krankenkassen zur besseren Versorgung urologischer Patienten

Dr. med. Axel Schroeder Quelle: Wahlers PRDie Urologie in Deutschland ist als integratives und zunehmend geriatrisches Fach höchst erfolgreich. Der Wandel zu einer Gesellschaft des längeren Lebens stellt jedoch auch die Urologen vor neue Herausforderungen. Konzepte wie „Active Surveillance“ beim früh erkannten Prostatakarzinom und eine bessere Versorgung Pflegebedürftiger können durch neue Vertragsformen befördert werden. Von diesen innovativen Versorgungsmodellen können Patienten, Kassen und Ärzte gleichermaßen profitieren.

Im Rahmen eines Vertragsworkshops, zu dem der Berufsverband der Deutschen Urologen e. V. (BDU e. V.) im Juni 2012 in Berlin eingeladen hatte, tauschten sich Vertreter mehrerer gesetzlicher Krankenkassen, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), der Politik sowie gesundheitspolitischer Medien über mögliche Therapiebereiche der Urologie für Selektivverträge nach § 73 c Sozialgesetzbuch V aus. Die Workshop-Besucher zeigten sich darin einig, dass die Urologie ein hohes Potenzial für individuelle Vertragsgrundlagen bietet. Harald Möhlmann, Geschäftsführer „Versorgungsmanagement“ der AOK Nordost, sieht vor allem in der Heimversorgung gute Möglichkeiten für eine Zusammenarbeit mit der Urologie: Seiner Erwartung nach seien die Leistungs- und Strukturqualität durch urologische Selektivverträge zu optimieren, wodurch eine höhere Zufriedenheit der Patienten erreicht werden könne.


Das metabolische Syndrom: „The silent killer“

Präventions-Initiative zu urologischen Folgeerkrankungen mit Patientenratgeber und innovativen Konzepten

Prof. D. med. Dr. h.c. Stefan E. Müller Müller - Quelle: Wahlers PR In Deutschland sind bereits 15 Prozent der Kinder und Jugendlichen übergewichtig (BMI> 25) und mehr als sechs Prozent sogar adipös (BMI> 30). Die World Health Organization (WHO) spricht von etwa 1,6 Milliarden Übergewichtigen und ca. 400 Millionen adipösen Erwachsenen weltweit. Schätzungen zufolge wird diese Zahl auf 700 Millionen ansteigen. Deutsche Männer sind in 66 Prozent, Frauen in knapp 51 Prozent übergewichtig, und etwa 21 Prozent beider Geschlechter sind adipös.

Zunehmender Bauchumfang, und weniger der BMI, ist ein eindeutiger Risikofaktor für kardiovaskuläre Erkrankungen, Diabetes mellitus, aber auch für zahlreiche Malignome. Gerade dieser Zusammenhang ist noch zu wenig bekannt. Eine Gewichtsreduktion von zehn Kilogramm kann z.B. das Risiko an einem Mamma-, Endometrium- oder kolorektalen Karzinom zu erkranken, um bis zu 40 Prozent reduzieren. Besonders hormonabhängige Tumore wie auch das Prostatakarzinom sind mit Übergewicht assoziiert. Der mit Übergewicht und dem Metabolischen Syndrom assoziierte Diabetes mellitus reduziert die Lebenserwartung drastisch. Ist das persönliche Risiko einen Diabetes mellitus zu entwickeln höher als 10 Prozent, verkürzt sich die Lebenserwartung um 13 Jahre.