Krebskongress 2012

Mehr als 11.000 Teilnehmer beim 30. Deutschen Krebskongress

Berlin. – Mehr als 9.000 Teilnehmer aus Medizin, Pharma und Politik haben in diesem Jahr den Deutschen Krebskongress in Berlin besucht. Das Treffen, das alle zwei Jahre stattfindet, ist der größte onkologische Kongress im deutschen Sprachraum. Am anschließenden Krebsaktionstag nahmen zirka 2.000 Besucher teil – die zahlreichen patientenverständlichen Beratungs- und Informationsangebote für Betroffene, deren Angehörige und Interessierte stießen auf ein reges Interesse.

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Der Patient im Fokus der Experten

Neben der Erforschung neuer Medikamente, den Diskussionen um die Finanzierbarkeit moderner Therapien und der Umsetzung verbesserter Früherkennungsmaßnahmen wurde der Patient mit seinen Belangen bislang oft übersehen. Mit dem vierten Behandlungsfeld des Nationalen Krebsplans steht „Der Patient im Mittelpunkt“ der Krebsforschung.


Mammographie-Screening in Deutschland auf sehr gutem Weg

Berlin. Zum zweiten Mal seit Einführung des größten europäischen Mammographie-Screening-Programms im Jahr 2005 legt die Kooperationsgemeinschaft Mammographie die Auswertungen der Daten für Deutschland in einem Evaluationsbericht vor. Erstmalig finden sich im aktuellen Bericht Ergebnisse für die „Folgerunden“, da im Auswertungszeitraum 2008-2009 die Einführung des Mammographie-Screening-Programms weitgehend abgeschlossen war und Frauen bereits wiederholt (im Zwei-Jahres-Intervall) am Screening teilgenommen haben.


Erhöhung der Überlebensrate und Sicherung der Behandlungsqualität

Prof. Dr. med Ferdinand Hofstätter bei der Pressekonferenz des DKK2012Krebsregister erfassen die Häufigkeit, die Eigenschaft, die Diagnose und Behandlung und den Verlauf aller Krebserkrankungen. Epidemiologische Krebsregistrierung konzentriert dabei sich auf Häufigkeit und Tumoreigenschaften, klinische Registrierung auf spezifische Diagnose- und Therapieverfahren und den Verlauf der Erkrankung (Heilung, Rückfall, Tod). Zwischen beiden Registerformen besteht ein enger Zusammenhang in den verwendeten Methoden, aber auch in der Datengewinnung (möglichst einheitliche und abgestimmte Datenwege im Sinne der Datensparsamkeit). Leitlinien stellen das kontinuierlich aktualisierte medizinische Wissen dar, das Diagnose- und Therapieverfahren bestimmt und leitet. Die Daten dafür stammen im Wesentlichen aus hochwertigen klinischen Studien. Die Leitlinien liefern damit wiederum das Grundgerüst für definierte Versorgungsstrukturen, wie sie die zertifizierten Zentren der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Krebshilfe mit ihren angeschlossenen Netzwerken darstellen.


Krebs-Patienten bestmöglich versorgen

Pressekonferenz der Deutschen Krebshilfe beim DKK2012Deutsche Krebshilfe: Leitlinien sichern ärztliche Qualität Bonn (jft) – Wenn Menschen an Krebs erkranken, verändert sich schlagartig das Leben der Betroffenen. In dieser von Unsicherheit und Angst geprägten Situation müssen die Patienten die Gewissheit haben, dass sie nach dem besten derzeit verfügbaren medizinischen Wissen therapiert werden. Systematisch entwickelte Leitlinien, wissenschaftlich begründet und praktikabel, sind Ärzten und Patienten dabei eine große Orientierungs- und Entscheidungshilfe. Die Deutsche Krebshilfe hat daher vor vier Jahren gemeinsam mit der Deutschen Krebsgesellschaft und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) das „Leitlinienprogramm Onkologie“ aufgelegt. Anlässlich des 30. Deutschen Krebskongresses in Berlin machten der Lenkungsausschuss des Leitlinienprogramms sowie Patientenvertreter heute, am 23. Februar 2012, deutlich, wie wichtig Leitlinien als Handlungsempfehlungen für Ärzte und allgemein verständliche Patientenratgeber für Betroffene sind.


Quality Assurance in Oncology

Douglas Blayney on the press conference from the DKK2012 in Berlin

In the United States survival from cancer is steadily improving. Most care is delivered in outpatient physician offices or clinics. When cure is not possible, oncologists direct their efforts to symptom palliation when cure is not possible. Care is also rising in cost. In all of these aspects of care delivery –- potentially curative therapies, the outpatient setting, and of symptom palliation — it is not clear that neither all patients benefit nor that care is uniformly delivered.


DKK und ASCO

Erstmals in seiner Geschichte führt der Deutschen Krebskongress eine Veranstaltung gemeinsam mit der American Society of Clinical Oncology (ASCO) durch. Es geht um das Thema Versorgungsqualität in der Onkologie und wir freuen uns sehr, dass es gelungen ist, den ASCO-Präsidenten 2009/2010 dafür zu gewinnen.



Forschen für den Patienten

Pressekonferenz des dkfz beim Krebskongress 2012

Die 5-Jahres-Überlebensraten bei Krebserkrankungen insgesamt in Deutschland liegen heute bei 61 bis 62 Prozent für Frauen sowie 54 bis 57 Prozent bei Männern. Das ist zwar eine erhebliche Verbesserung zu den Überlebensraten, die in den 1980er-Jahren in Deutschland ermittelt wurden (Frauen 50 bis 53 Prozent, Männer 38 bis 40 Prozent) – aber immer noch eine unbefriedigende Situation.

Gesamtgenomanalyse von Tumoren auf dem Weg in die klinische Routine

Nach unserem heutigen Wissen könnten die Heilungsraten vor allem durch wirksamere, für den einzelnen Patienten maßgeschneiderte Krebsmedikamente verbessert werden. Heute werden jedoch die meisten Krebspatienten noch ohne Stratifizierung behandelt, was oftmals sehr geringe Ansprechraten von nur rund 30 Prozent zur Folge hat. Histologische Befunde von Tumoren sind jedoch – je nach Art der Krebserkrankung – nur sehr bedingt geeignet, um korrekt die ideale Therapie zuzuordnen.


Priorisierung und Forschungsförderung in Deutschland

Pressekonferenz über die Priorisierung und Forschungsförderung

Medizinischer Fortschritt und gestiegene Lebenserwartung verknappen die Ressourcen im Gesundheitswesen. Es ist absehbar, dass nicht mehr alle bisherigen Leistungen für alle Versicherten gleichermaßen finanziert werden können. Die gerechte Zuteilung von Mitteln ist eine gesamtgesellschaftliche Herausforderung. Die Priorisierung medizinischer Leistungen ist dabei ein neues Reizwort in der Gesundheitspolitik, das sehr kontrovers diskutiert wird und viele Fragen aufwirft. Gemeint ist die Notwendigkeit, Gesundheitsgüter und Versorgungsziele in eine mehrstufige Rangreihe zu stellen, um dadurch trotzdem eine umfassende und gerechte Versorgung aufrecht erhalten zu können.