Unter Sauerstoffmangel fördert PHD3 die Aufnahme des epidermalen Wachstumsfaktorrezeptors, das Wachstum erlahmt. In Tumorzellen ist der Prozess gestört, die Zelle wächst trotz Sauerstoffmangels. - Garvalov et al., Nature Communications
Krebs bei Kindern

Neuroblastom: Unsterblichen Tumorzellen auf der Spur

16. Oktober 2015 Detlef Hoewing 0

Das Neuroblastom ist ein Tumor, dessen Zellen im unreifen Stadium verblieben sind. Er ist bei kindlichen Krebspatienten sehr verbreitet und führt bei 15 Prozent von ihnen zum Tod. Genetische Untersuchungen, an denen die Medizinische Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) am Universitätsklinikum Essen (UK Essen) beteiligt war, haben nun einen bisher unbekannten Mechanismus aufgeklärt, wie sich diese Tumorzellen unsterblich machen können und die körpereigene Abwehr austricksen. Hierüber berichtet das renommierte Fachmagazin Nature in seiner jüngsten Ausgabe. Es gibt häufig einen Zusammenhang mit den Veränderungen des Tumor-Genoms krebserkrankter Kinder und dem Schweregrad der Erkrankung. Allerdings ließ sich bislang bei vielen kleinen Neuroblastompatienten keine direkte genetische Ursache zuordnen. In Kooperation mit Kollegen der Universitätskliniken Köln, Heidelberg und Berlin haben die UDE-Forscher herausgefunden, dass durch Veränderungen im Tumor-Genom von Patienten mit Hochrisiko-Neuroblastomen das Protein Telomerase aktiviert wurde. Dadurch werden Tumorzellen in die Lage versetzt, sich unbegrenzt zu teilen. PD Dr. Alexander Schramm, der auf Essener Seite die Studie begleitet hat: „Obwohl wir bei der Definition von Risikogruppen in den vergangenen Jahren Fortschritte verzeichnen konnten, schließt die aktuelle Studie eine große Lücke.“ Untersucht wurde das komplette Tumorgenom junger Neuroblastompatienten, um neue Behandlungsmöglichkeiten zu finden. Die Wissenschaftler spürten dabei Umlagerungen im Tumor-Genom auf, die dazu führen, […mehr lesen]

Überlebensraten von Kindern und Jugendlichen mit Krebs - Quelle: Deutsches Kinderkrebsregister Mainz
Krebs bei Kindern

Knochenkrebs bei Kindern und Jugendlichen: Immunzellen im Tumor beeinflussen Therapieerfolg

6. Mai 2015 Detlef Hoewing 0

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg weisen beim Knochenkrebs Osteosarkom mit neuem mikroskopischen Verfahren erstmals bestimmte Immunzellen im Tumor nach / Immunzellen bestimmen Erfolgsaussichten der Krebsbehandlung und dienen als Ansatz für neue immuntherapeutische Verfahren / Kinderkrebsstiftung hat Projekt mit 180.000 Euro gefördert Mit neuen Methoden der Probenaufbereitung ist es Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Heidelberg erstmals gelungen, beim Knochenkrebs Osteosarkom bestimmte Immunzellen im Tumorgewebe unter dem Mikroskop sichtbar zu machen und deren Einfluss auf Aggressivität der Erkrankung und Erfolgsaussichten der Therapie zu zeigen. Damit steht den Medizinern ein neuer Biomarker zur Verfügung, mit dem sie für jeden Patienten bereits zum Zeitpunkt der Diagnose den Krankheitsverlauf besser einschätzen können. Von den Erkenntnissen erhoffen sich die Forscher auch Ansatzpunkte für neue, personalisierte Therapien, die an den Immunzellen angreifen. Die Kinderkrebsstiftung hat das Forschungsprojekt seit 2007 mit rund 180.000 Euro gefördert. Das Osteosarkom ist die häufigste primäre Krebserkrankung des Knochens und betrifft vor allem Kinder und Jugendliche. Jährlich erkranken in Deutschland 300 Patienten neu. Die meisten Osteosarkome wachsen und streuen sehr schnell. Bislang erhalten alle Patienten eine Behandlung aus Chemotherapie und Operation. Trotz intensiver Forschung konnten in den letzten drei Jahrzehnten keine neuen Therapieoptionen etabliert gefunden werden, die zu einer wesentlichen Verbesserung der Überlebenschance für Osteosarkompatienten geführt […mehr lesen]

Zell-Ernte: Angezüchtete Zellen werden vom Boden einer Nährplatte abgeschabt, um an ihnen die zelleigene Tumorkontrolle zu untersuchen - Foto: Forschungszentrum Karlsruhe
Krebs bei Kindern

Die Gene spielen eine Rolle

13. März 2015 Detlef Hoewing 0

MHH-Wissenschaftler konnten zeigen, dass Kinder mit RASopathien ein etwa zehnfach erhöhtes Krebsrisiko haben / Veröffentlichung im British Journal of Cancer Obwohl in der Behandlung von Kindern mit Krebserkrankungen große Fortschritte gemacht wurden, ist erst wenig über die Ursachen von Krebs im Kindesalter bekannt. Eine Ausnahme sind einige Erberkrankungen, die das Krebsrisiko bereits bei Kindern erhöhen. Nun haben Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bewiesen, dass Kinder mit sogenannten RASopathien, einer Gruppe von erblichen Erkrankungen, ein zehnfach erhöhtes Krebsrisiko haben. Das renommierte British Journal of Cancer – das die Nature Publishing Group herausgibt – veröffentlichte die Ergebnisse der Forschergruppe um Professor Dr. Christian Kratz, Leiter der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. Er wird vom Verein für krebskranke Kinder Hannover e.V. unterstützt. Die Wissenschaftler haben erstmals das mit RASopathien verbundene Krebsrisiko im Kindesalter quantitativ nachweisen können: Sie haben festgestellt, dass von insgesamt 735 Kindern und Jugendlichen mit RASopathien zwölf an Krebs erkrankten. Im Durchschnitt der Gesamtbevölkerung tritt in einer Gruppe einer solchen Größe im Schnitt nur eine Krebserkrankung auf. Die Daten stammen aus den 25 Laboren, in denen in Deutschland die Erkrankung diagnostiziert werden kann. Zu den untersuchten Erkrankungen gehört das „Noonan-Syndrom“. Einer von 3000 Menschen wird damit geboren. Es umfasst […mehr lesen]

Andere Kinder und draussen spielen kann Leukämie vorbeugen. Auch ein Schnupfen ist da nicht schlimm. - Quelle: DccCheck com
Krebs bei Kindern

Eine zweite Chance für krebskranke Kinder

6. Dezember 2014 Detlef Hoewing 0

Krebs bei Kindern ist heute meist dauerhaft heilbar. Doch 20 Prozent der krebskranken Kinder erleiden nach zunächst erfolgreicher Behandlung einen Rückfall, an dem sie schließlich versterben. Mit dem INFORM-Projekt* wollen Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum und dem Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung diesen Kindern eine zweite Chance eröffnen: Die Grundlage dafür ist die Analyse des gesamten Tumor-Erbguts zum Zeitpunkt des Rückfalls. Damit können die Forscher herausfinden, welche Faktoren den Krebs zum Wachsen anregen und dem einzelnen Kind möglicherweise mit einem der neuen, zielgerichteten Medikamente helfen. Das Ziel ist es, deutschlandweit bei allen Kindern mit Krebsrückfällen nach Erbgutveränderungen zu suchen und herauszufinden, ob es Medikamente gibt, die zu genau diesem Tumor passen. Die Deutsche Krebshilfe und die Deutsche Kinderkrebsstiftung unterstützen nun eine Machbarkeitsstudie über zwei Jahre mit rund 1,1 Millionen Euro. Das drängendste Problem in der Krebsmedizin bei Kindern sind heute Rückfälle nach einer intensiven Stahlen- und Chemotherapie. „Das betrifft in Deutschland jedes Jahr etwa 500 krebskranke Kinder. Zum Zeitpunkt des Rückfalls sind die wirksamen Behandlungen bereits weitgehend ausgereizt, die Medikamente versagen häufig, wenn der Krebs zurückkehrt“, erklärt Prof. Otmar Wiestler, Vorstandsvorsitzender des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ). „Deshalb ist es uns so wichtig, für diese Kinder neue Behandlungsmöglichkeiten zu finden.“ Mit einer […mehr lesen]

Gewebeprobe eines Osteosarkoms unter dem Mikroskop: Rot gefärbt sind Immunzellen, die den Tumor attackieren. Dr. Pierre Kunz
Krebs bei Kindern

Vielversprechende Immuntherapie gegen Rhabdomyosarkome

24. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Vielversprechende Immuntherapie gegen den häufigsten und sehr bösartigen Weichteiltumor bei Kindern Rhabdomyosarkome sind die häufigsten, bösartigen Weichgewebstumoren bei Kindern. Trotz aggressiver Hochdosistherapien überleben nur 30 bis 60 Prozent der jungen Patienten die nächsten fünf Jahre. Bei Betroffenen mit einem Hochrisikotyp und im metastasierten Stadium sind es sogar nur 5 bis 10 Prozent. Diese alarmierenden Zahlen machen neue Therapieansätze dringend erforderlich. Forscher der Universitäten Gießen und Aachen haben jetzt ein Antikörper-basiertes Behandlungskonzept entwickelt, das speziell gegen diesen Tumor gerichtet ist. In Vorarbeiten hatte die Arbeitsgruppe um die Professoren Stefan Gattenlöhner und Stefan Barth bereits ein sogenanntes Immuntoxin synthetisiert, welches in Zellkulturversuchen und im Tiermodell eine spezifische, hohe Tumortoxizität zeigte. Darauf aufbauend hat das kürzlich abgeschlossene Projekt zwei weitere Ziele erfolgreich umgesetzt. Zum einen haben die Wissenschaftler das Immuntoxin voll humanisieren können und zum anderen die Expression des Tumorantigens erhöhen können. Während diese Art der Humanisierung mögliche Resistenzen gegen die rettenden Antikörper verhindert, steigert die medikamentös erzeugte Expression des Tumorantigens die Effizienz der Therapie. Zur vollen Humanisierung des Immuntoxins wurde das beim Menschen natürlicherweise vorkommende Zellgift Granzym B eingesetzt. Der wesentliche Vorteil dieser vollen Humanisierung besteht darin, unerwünschte Immunisierungen von Patienten gegen allogene therapeutische Antikörper (zum Beispiel Mausantikörper) zu unterbinden, die zu […mehr lesen]

Schmerz - pixabay
Krebs bei Kindern

Krebs vorbeugen – bereits bei Kinder!

23. September 2014 Detlef Hoewing 0

Am Weltkindertag, dem 20. September 2014, stehen die Rechte der Kinder im Mittelpunkt. Das Recht auf Gesundheit gehört zweifellos zu den wichtigsten. Es umfasst auch den Schutz vor Risiken, die später einmal zu einer Krebserkrankung führen können. Da Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) das Krebsrisiko erhöhen, sollten eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung für Kinder selbstverständlich sein. Eine neue Publikationsreihe aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum fasst die Fakten zum Zusammenhang von Adipositas und Krebs zusammen. Viele Kinder in Deutschland ernähren sich zu süß und zu fetthaltig und bewegen sich nicht genug. Infolgedessen stieg seit den 1980er Jahren der Anteil der adipösen Kinder zwischen drei und 17 Jahren auf heute etwa sechs Prozent. Das entspricht fast zwei Millionen Kindern. Dicke Kinder werden häufig dicke Erwachsene. In den letzten zehn Jahren stieg der Anteil stark Übergewichtiger deutlich an – vor allem unter jungen Erwachsenen: Rund 15 Prozent der jungen Männer und Frauen (25-34 Jahre) sind adipös. Übergewicht erhöht das Risiko, an Krebs zu erkranken. Besonders Krebs des Gebärmutterkörpers (Endometriumkarzinom), Gallenblasenkrebs und Speiseröhrenkrebs werden durch Adipositas begünstigt. Doch auch Nierenzellkrebs, Dickdarmkrebs, Brustkrebs nach den Wechseljahren und Bauchspeicheldrüsenkrebs treten bei stark übergewichtigen Menschen häufiger auf als bei schlanken. In Deutschland lassen sich jährlich schätzungsweise drei Prozent […mehr lesen]

Andere Kinder und draussen spielen kann Leukämie vorbeugen. Auch ein Schnupfen ist da nicht schlimm. - Quelle: DccCheck com
Krebs bei Kindern

Mutperlen für krebskranke Kinder der Charité

8. April 2014 Detlef Hoewing 0

Berliner Krebsgesellschaft spendet der Charité Kinderonkologie Mutperlen im Wert von 2.000 Euro. Aktion startet am 7. April 2014 Berlin, 7.4.2014 – Ab heute erhalten krebskranke Kinder auf den beiden kinderonkologischen Stationen am Charité Campus Virchow Klinikum ein ganz besonderes Geschenk: Jede einzelne Behandlungsmaßnahme wird vom Pflegepersonal mit einer Mutperle belohnt. Die Berliner Krebsgesellschaft hat die Aktion initiiert und der Kinderklinik Mutperlen im Wert von 2000 Euro gespendet. Mutperlen ist ein bundesweites Projekt der Deutschen Kinderkrebsstiftung. Es wurde entwickelt, um krebskranken Kindern Mut zu machen und sie für ihre Tapferkeit zu belohnen. Da es für jede Behandlungs- oder Untersuchungsmaßnahme eine spezielle Perle gibt, entsteht mit der Zeit eine ganz bunte, individuelle Kette. Die Perlensammlung besteht aus 30 verschiedenen Motiven, die die unterschiedlichen Maßnahmen – von einer Spritze über eine Bluttransfusion bis hin zu einer Operation – symbolisieren. „Mit der Vorfreude auf die Belohnung kann den Kindern ein Stück weit die Angst vor der Behandlung genommen werden“, sagt Prof. Dr. Angelika Eggers, Direktorin der Kinderklinik mit Schwerpunkt Onkologie und Hämatologie am Charité Virchow Klinikum, die das Projekt bereits aus ihrer Zeit am Tumorzentrum Essen kennt. „Ich bin der Berliner Krebsgesellschaft dankbar, dass wir das bewährte Belohnungssystem nun auch unseren kleinen Patienten anbieten […mehr lesen]

Verteilung der Kindertumoren - Quelle: Deutsches Kinderkrebsregister Mainz
Krebs bei Kindern

Bewegungsprogramme für krebskranke Kinder zeigen positive Effekte

30. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Eine systematische Studienanalyse der Deutschen Sporthochschule Köln belegt, dass krebskranke Kinder und Jugendliche von spezifischen Bewegungsprogrammen profitieren.

Sind krebskranke Kinder und Jugendliche während der medizinischen Therapie oder in der Nachsorge einer Krebserkrankung in der Lage, an spezifischen Bewegungsprogrammen teilzunehmen? JA – sagen Dr. Freerk Baumann und Diplom-Sportwissenschaftlerin Julia Beulertz. Die beiden Wissenschaftler/innen vom Institut für Kreislaufforschung und Sportmedizin (Abt. Molekulare und Zelluläre Sportmedizin) der Deutschen Sporthochschule Köln haben aktuelle wissenschaftliche Studien analysiert und kommen zu dem Ergebnis, dass sich spezifische Bewegungsprogramme positiv auf die Patientinnen und Patienten auswirken können, ohne den Gesundheitszustand oder den medizinischen Behandlungserfolg negativ zu beeinflussen.

Nicht nur die Krebserkrankung selbst, sondern auch die damit in Zusammenhang stehende, intensive medizinischen Therapie führt häufig dazu, dass die Betroffenen körperlich geschwächt sind und über einen längeren Zeitraum aus ihrem sozialen Umfeld heraus gerissen werden. Dabei zeigt die aktuelle Studienlage, dass durch professionelle Bewegungsprogramme insbesondere Verbesserungen in Bezug auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität, das Erschöpfungssyndrom (Fatigue) sowie die Muskelkraft erzielt werden können. Erste wissenschaftliche Untersuchungen wurden an der Deutschen Sporthochschule Köln bereits vor 15 Jahren durchgeführt. Dennoch fehlt es in der Kinderonkologie bislang noch an einer flächendeckenden bewegungstherapeutischen Versorgung.

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Blick durchs Mikroskop: Der rote Farbstoff ist ein spezieller Tumorzell-Marker, das Skelett der zum Teil riesigen Tumorzellen ist in grün dargestellt, die Zellkerne in blau. © Aufnahme: Roman Reinartz/Institut für Rekonstruktive Neurobiologie der Uni Bonn
Krebs bei Kindern

Ein Gen wird entfesselt: Neue Ursache für Leukämien bei Kindern entdeckt

16. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Epigenetischer Fehler stoppt Zellreifung – Vorhersage über Krankheitsverlauf möglich?

Nicht das Gen ist fehlerhaft: Es hat nur seine Markierung verloren, wird fälschlicherweise abgelesen und trägt so zur Entstehung akuter lymphatischer Leukämien (ALL) bei Kindern bei. Das ist, stark verkürzt, das Ergebnis einer Studie, die Wissenschaftler des Forschungsinstituts Kinderkrebs-Zentrum Hamburg jetzt in der renommierten Fachzeitschrift „The Journal of Experimental Medicine“ (JEM) veröffentlicht haben.

„Die ALL ist nicht, wie bisher angenommen, ausschließlich eine genetische Erkrankung. Gen-Mutationen sind nicht alleine die Ursache, damit aus einer gesunden Zelle eine Leukämie wird“, erklärt Professor Dr. Martin Horstmann, wissenschaftlicher Direktor des Instituts, „vielmehr spielen auch epigenetische Veränderungen, das heißt chemische Veränderungen an der Gensequenz und seiner Verpackung eine wesentliche Rolle“.

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Darstellung eines Hirntumors mit Computer- und Positronenemissions- Tomographie. Die farbigen Konturen dienen zur Planung einer Strahlentherapie - Quelle: dkfz
Krebs bei Kindern

Welche Mutationen sind für die Entstehung kindlicher Ependymome verantwortlich?

2. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Diese und andere Fragen versuchen die Heidelberger Wissenschaftler und Kinderärzte Dr. Hendrik Witt und Professor Stefan Pfister von der Universität Heidelberg und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) zu beantworten. Erst vor kurzem konnte in einer internationalen Studie gezeigt werden, dass zwei unterschiedliche Typen von Kleinhirn-Ependymomen existieren, welche sich anhand ihrer Erbgut-Veränderungen und in ihrem klinischen Verlauf deutlich unterscheiden. Ependymome gehören zu den häufigsten Formen bösartiger Hirntumoren im Kindesalter mit einer Überlebensrate von knapp zwei Drittel. In der aktuellen Studie suchen die Forscher nach Mutationen im Erbgut von Kleinhirn-Ependymomen.

In der bislang größten Ependymom-Studie mit 584 molekularbiologisch untersuchten Tumoren, konnten basierend auf molekularen Besonderheiten zwei unterschiedliche Arten von Ependymomen definiert werden. Gruppe A Tumoren zeigen einen extrem ungünstigen Verlauf, die Tumoren kehren nach einer anfänglichen Operation oft zurück und metastasieren häufig, woran zahlreiche Patienten schließlich versterben. Zudem weisen Gruppe A Tumoren verhältnismäßig wenige Verluste oder Zugewinne von Genabschnitten auf, allerdings sind sehr viele Gene aktiviert, die in wichtigen Krebssignalwegen eine Rolle spielen. Gruppe B Tumoren hingegen haben eine günstigere Prognose, obwohl das Genom dieser Krebszellen sehr instabil ist. Diese Patienten haben mit standardisierter neurochirurgischer und anschließender Strahlentherapie gute Heilungschancen.

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