A) Signalwege, die im Mausmodell mit konstitutiv aktivem CD40 aktiviert werden. B) Geförderte Fragestellung: Was geschieht mit der Aktivierung der Erk-Proteine und letztendlich mit der Tumorentstehung, wenn die in anderen Systemen sehr gut charakterisierte Raf-MEK-ERK Signalkaskade durch Inaktivierung von Raf unterbrochen wird? C) Die Ergebnisse führten zu der Identifizierung eines völlig neuartigen Signalwegs, der – unabhängig von Raf-Kinasen – zur Erk-Aktivierung und Tumorentstehung beiträgt.
Forschung

Wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur Heilung von Lymphknotenkrebs

25. April 2017 Detlef Hoewing 0

Wenn die in Zellen notwendigen Signalweiterleitungsmechanismen verstärkt und/oder nicht mehr abschaltbar sind, wird die Entstehung von Tumoren wahrscheinlicher. Die Rolle einer in der Signalweiterleitung maßgeblich involvierten Proteinfamilie – die Raf-Kinasen – haben Forscher am Helmholtz Zentrum München bei der Entstehung von Tumoren des Immunsystems genauer untersucht. Dazu wurden in einem bereits etablierten Maus-Tumormodell die beiden Raf-Kinasen B-Raf und C-Raf genetisch und parallel auch in humanen Tumorzelllinien pharmakologisch ausgeschaltet. Dabei konnten überraschende Erkenntnisse gewonnen werden, die zu einer verbesserten Therapie dieser Form von Lymphknotenkrebs führen könnten. Weiße Blutkörperchen des Immunsystems, die B-Lymphozyten (B-Zellen), produzieren bei einer Infektion mit Viren oder Bakterien spezifische Antikörper gegen die Erreger und schützen damit den Organismus. Um möglichst wirksame Antikörper produzieren zu können, werden in den B-Zellen genetische Veränderungen ausgelöst. Manchmal führen diese jedoch auch zu ‚unerwünschten‘ Abweichungen anderer Gene und können dadurch Ursache einer Entartung der Zellen sein und damit eine Krebserkrankung hervorrufen. Aus diesem Grund treten Tumore, die auf einer krankhaften Veränderung von B-Zellen beruhen, mit zirka 26 Fällen pro 100.000 Personen im Jahr mit vergleichsweise großer Häufigkeit auf. Leider sind die Faktoren, die in diesen Tumorzellen eine essentielle Rolle bei der Entstehung oder Aufrechterhaltung des entarteten Verhaltens spielen, meist noch nicht bekannt. Deren […mehr lesen]

Elektronenmikroskopische Aufnahme der Interaktion von Lymphomzellen mit Epithelzellen der Blutgefäße. Foto: Wilting
Allgemein

Lymphdrüsenkrebs: Krebsforscher der UMG entdecken neuen Ansatzpunkt für eine Behandlung

22. November 2016 Detlef Hoewing 0

Spezieller Signalweg reguliert Wanderung und Ausbreitung von Krebszellen bei Lymphdrüsenkrebs. Veröffentlichung in Oncogene und Leukemia (umg) Bisherige Standardtherapien zur Behandlung von Lymphdrüsenkrebs (Morbus Hodgkin, Hodgkin Lymphom) bringen jüngeren Patienten gute Heilungschancen. Doch bei älteren Patienten wirken die Therapien oftmals nicht so gut. Nach wie vor stellt für den behandelnden Arzt eine große Herausforderung dar, dass die Ausbreitung des Lymphoms sich nicht kontrollieren lässt. Ein interdisziplinäres Forscherteam der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) unter Leitung der Klinik für Hämatologie und Medizinische Onkologie, hat in Kooperation mit Kollegen aus Brno (Tschechische Republik) jetzt einen molekularen Faktor gefunden, der das gerichtete Wanderungsverhalten von Hodgkin Lymphomzellen reguliert und somit für die Ausbreitung der Tumorzellen von großer Bedeutung zu sein scheint. Die Ergebnisse der Forscher zeigen, dass das Molekül WNT5A ein Netzwerk von Faktoren reguliert, die die zielgerichtete Wanderung der Lymphomzellen in Richtung auf das Gefäßsystem koordinieren. Diese neuen Erkenntnisse können dazu beitragen, Behandlungskonzepte zu entwickeln, welche die Ausbreitung des Lymphoms behindern und zudem die Nebenwirkungen von aktuellen Therapien bei Lymphdrüsenkrebs verringern. Die Forschungsergebnisse sind veröffentlicht in Oncogene und Leukemia (NPG). ORIGINALVERÖFFENTLICHUNGEN Linke F, Zaunig S, Nietert MM, von Bonin F, Lutz S, Dullin C, Janovská P, Beissbarth T, Alves F, Klapper W, Bryja V, Pukrop T, […mehr lesen]

Krebssymbol - pixabay
Allgemein

Weltblutkrebstag: Blutkrebs ist gut behandelbar.

30. Mai 2016 Detlef Hoewing 0

Interview mit Professor Alwin Krämer, Leiter der Klinischen Kooperationseinheit Moekulare Hämatologie/Onkologie des Deutschen Krebsforschungszentrums und des Universitätsklinikums Heidelberg, zu Epidemiologie, Risikofaktoren, Behandlung und Prognose von Leukämien, Lymphomen und Myelom anlässlich des Weltblutkrebstages 2016 am 28.5.2016. Herr Professor Krämer, was versteht man unter Blutkrebs? Krämer: Blutkrebs im engeren Sinne sind natürlich Leukämien, weißes Blut zu Deutsch. Akute Leukämien bezeichnen Erkrankungen, die sehr fulminant auftreten, einen sehr raschen klinischen Verlauf nehmen und unbehandelt auch sehr schnell zum Tode führen. Im Gegensatz dazu nehmen chronische Leukämien meist einen eher langsamen Verlauf, zeigen häufig nur milde Symptome und führen auch unbehandelt über längere Zeiträume nicht zwingend zum Tode. Darüber hinaus gibt es die Lymphome, Lymphknotenkrebs, einhergehend mit Lymphknotenschwellungen an verschiedenen Stellen des Körpers. Das Myelom ist eine Krebsform, die von sogenannten Plasmazellen ausgeht, die typischerweise im Knochenmark ansässig sind. Durch deren Entartung kommt es an einzelnen Stellen im Knochenmark zu einer herdförmigen Vermehrung dieser Plasmazellen, verbunden mit Knochenbrüchen und Veränderungen der Blutbildung. Wie häufig ist Blutkrebs und wer erkrankt daran? Krämer: Die einzelnen Blutkrebsarten sind im Vergleich zu den häufigen soliden Tumorformen wie Brustkrebs, Darmkrebs oder Lungenkrebs sehr seltene Erkrankungen. Die meisten davon treten genau wie solide Tumoren mit zunehmendem Alter häufiger auf. Eine […mehr lesen]

Professor Dr. Micheal Manns (links) und Professor Dr. Frank Wacker (rechts) bei einer Fallbesprechung. - "Foto: MHH/Kaiser"
Krebsthemen

Doppelter Lymphdrüsenkrebs – Mediziner untersuchen Genveränderungen

14. Mai 2016 Detlef Hoewing 0

Essen, 13.05.2016 – Die Diagnose ist doppelt schlimm: Sehr selten treten bei einem Patienten zwei Formen von Lymphdrüsenkrebs gleichzeitig auf. Wissenschaftler des Universitätsklinikums Essen der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen (UDE) untersuchen gemeinsam mit Kollegen in Frankfurt/Main die Genveränderungen solcher ungewöhnlichen Erkrankungen. Sie erforschen, wie sich schrittweise eine normale Blutzelle verändert. Die Deutsche Krebshilfe fördert das dreijährige Projekt mit rund 370.000 Euro. Lymphome (Lymphdrüsenkrebs) sind Krebsformen von Lymphozyten, einer Unterart der weißen Blutzellen. Normale Lymphozyten spielen eine wichtige Rolle im Immunsystem. Es gibt über 30 verschiedene Formen von Lymphomen – diese unterscheiden sich nicht nur im Erscheinungsbild, in der zellulären Herkunft und den Genveränderungen, sondern auch in ihrem klinischen Verhalten. Selten gibt es zwei unterschiedliche Lymphome zugleich, was als Kombinationslymphom bezeichnet wird. Die Krebszellen der beiden Lymphome stammen meist von einer gemeinsamen Ursprungszelle ab. Erst mehrere Genmutationen bewirken, dass aus einer normalen weißen Blutzelle ein Lymphom wird. „Daher wird vermutet, dass die gemeinsame Vorläuferzelle bereits Mutationen getragen hat, und dann in Tochterzellen unterschiedliche Genveränderungen hinzugekommen sind“, erklärt Prof. Dr. Ralf Küppers vom UDE-Institut für Zellbiologie (Tumorforschung), der das Projekt gemeinsam mit Prof. Martin-Leo Hansmann aus Frankfurt am Main leiten wird. Die Wissenschaftler versuchen nun, die krebsverursachenden Genschäden aufzudecken. Sie isolieren […mehr lesen]

Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
Hirntumoren

ZNS-Lymphom – Neuer Therapieansatz bei aggressivem Hirntumor

23. März 2016 Detlef Hoewing 0

Die Therapie des primären ZNS-Lymphom, einer seltenen und sehr aggressiven Lymphom- bzw. Hirntumorart, ist ausgesprochen schwierig. Vor allem Patienten, die nicht auf die Ersttherapie ansprechen oder einen Rückfall erleiden, haben eine schlechte Prognose. In der internationalen Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology (JCO) haben Wissenschaftler der Deutschen Studiengruppe für Primäre ZNS-Lymphome (G-PCNSL-SG) nun die Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff Temsirolimus publiziert. Zwar stellen die Ergebnisse keinen Therapiedurchbruch dar, eröffnen aber neue Perspektiven für Patienten und dokumentieren den Erfolg deutscher Wissenschaftler in der Hirntumorforschung. Primäre ZNS-Lymphome sind Gewebeneubildungen (= lymphatische Neoplasien), die zum Zeitpunkt der Erstdiagnose auf das zentrale Nervensystem (ZNS), insbesondere das Gehirn und das Nervenwasser, begrenzt sind. Die meist sehr aggressiven Lymphome können durch Therapien mit Zytostatika, die die Blut-Hirn-Schranke passieren, oder durch Ganzhirnbestrahlung manchmal über mehrere Jahre zurückgedrängt werden. In einigen Fällen gelingt sogar eine Heilung. Allerdings spricht etwa ein Viertel der Patienten auf die primäre Therapie nicht an und mehr als die Hälfte erleidet ein Rezidiv. Für diese erfolglos vorbehandelten Patienten haben Ärzte und Wissenschaftler der Deutschen Studiengruppe für Primäre ZNS-Lymphome (G-PCNSL-SG) mit Sitz an der Charité Berlin eine Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff Temsirolimus als Monotherapie durchgeführt. Das zielgerichtete Medikament, das bereits bei anderen rezidivierten Lymphomen eine […mehr lesen]

Maligne Lymphome: Aktualisierte Broschüre informiert über laufende Studien zur Therapieoptimierung
Lymphome

Nebenwirkungen bei möglicher Anti-Krebs-Strategie gegen Lymphome entdeckt

17. November 2014 Detlef Hoewing 0

Das Protein Malt1 ist eine der wichtigsten Schaltzentralen in menschlichen Immunzellen und ein echtes Multitalent. Treten genetische Fehler darin auf, kann das zur Entstehung von Lymphdrüsenkrebs (Lymphomen) führen. Als möglicher Therapieansatz gilt deshalb, bestimmte Funktionen von Malt1 gezielt zu blockieren und so die Krebszellen zu zerstören. Im Mausmodell zeigten Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) jetzt aber, dass eine solche Blockade schwere Nebenwirkungen hervorrufen kann. Das Protein Malt1 übernimmt in Immunzellen, so genannten Lymphozyten, viele unterschiedliche Aufgaben. Es wirkt unter anderem als Enzym, als so gennannte Protease, die Botenstoffe abbaut und so deren Menge kontrolliert. Welche Bedeutung die spezielle Protease-Funktion für die Entwicklung von Immunzellen hat, war bisher nicht bekannt. Vor einigen Jahren rückte sie in den Fokus von Prof. Jürgen Ruland und seinem Team vom Klinikum rechts der Isar der TUM. Blockade als Therapieansatz Anhand von Zellkulturexperimenten konnten die Wissenschaftler in früheren Studien zeigen, dass eine Blockade der Protease-Funktion von Malt1 Lymphdrüsenkrebszellen absterben ließ. Eine Idee war deshalb, diese Strategie gegen Lymphome einzusetzen, in denen Malt1 häufig aufgrund eines genetischen Defekt übermäßig aktiv war. „Es gilt als vielversprechender Therapieansatz, Substanzen zu entwickeln, die gezielt die Protease-Funktion von Malt1 hemmen.“, erklärt Andreas Gewies, Erstautor der Studie. Der nächste Schritt war […mehr lesen]

Maligne Lymphome: Aktualisierte Broschüre informiert über laufende Studien zur Therapieoptimierung
Krebsthemen

Maligne Lymphome: Verbesserte Prognose durch individualisierte Therapie

10. September 2014 Detlef Hoewing 0

Hamburg / Berlin, 9. September 2014 – Vom 10. bis 14. Oktober findet in Hamburg unter Federführung des Kongresspräsidenten Prof. Dr. Carsten Bokemeyer und des Vizepräsidenten Prof. Dr. Norbert Schmitz die Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie statt. Der Kongress bietet den 5.000 erwarteten Teilnehmern einen Überblick über die neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse im Bereich Hämatologie und Onkologie, Informationen über aktuelle Studienergebnisse und die Möglichkeit im kollegialen Dialog Erfahrungen auszutauschen. In den letzten Jahren haben sich die Therapieergebnisse bei nahezu allen Lymphomen erheblich verbessert. Neben den großen, bekannten Entitäten bietet die Jahrestagung 2014 den Krebsexperten auch die Gelegenheit, sich mit selteneren Lymphomen vertraut zu machen, die sich in vielerlei Hinsicht von den in Europa häufiger anzutreffenden Entitäten unterscheiden. „Hierzu haben wir renommierte Spitzenforscher aus Asien und den USA eingeladen, die ihre Erfahrungen und neuen Therapieansätze mit uns teilen werden”, freut sich Kongresspräsident Prof. Dr. Carsten Bokemeyer. Prognose bei malignen Lymphomen erheblich verbessert Bei der Therapie maligner Lymphome sowie beim Verständnis der zugrundeliegenden Pathophysiologie sind in den letzten Jahren erhebliche Fortschritte erzielt worden. Dies gilt insbesondere für die Gruppe der Non-Hodgkin-Lymphome (NHL) mit ihren zahlreichen Subtypen der B- und T -Zell-Lymphome. „In Deutschland findet die Behandlung […mehr lesen]

Auf weißen Blutkörperchen von Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie docken zwei Rezeptoren an der Außenseite der Zelle aneinander (oben, blau dargestellt) und lösen über Bausteine an der Innenseite der Zelle (unten) eine Signalkaskade aus. Diese ist ein wichtiger Bestandteil der Umwandlung der Immunzelle in eine sich unkontrolliert vermehrende Krebszelle. Gafik: Dühren-von Minden
Lymphome

Studie am UKSH untersucht neuartigen Antikörper zur Therapie von Lymphdrüsenkrebs

1. August 2014 Detlef Hoewing 0

Als eines von weltweit drei Medizinischen Zentren ist die Klinik für Innere Medizin II – Hämatologie, Onkologie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) für die wissenschaftliche Prüfung eines neuartigen Wirkstoffs zur Behandlung des Malignen B-Zell-Lymphom Lymphdrüsenkrebs ausgewählt worden. Es handelt sich um eine Phase-I-Studie zur Behandlung von Patienten mit hochmalignem oder niedrigmalignem B-NHL (speziell follikuläres NHL) im Rezidiv. Ziel des Einsatzes des neuartigen Antikörpers zur Immuntherapie ist zum einen eine verbesserte Wirksamkeit, zum anderen die Verringerung der Nebenwirkungen. Aufgabe der Wissenschaftler der Klinik für Innere Medizin II (Direktor: Prof. Dr. Dr. Michael Kneba) ist die Prüfung der Verträglichkeit der Substanz, die Erfassung des Nebenwirkungsprofils, die Bestimmung der optimalen Dosierung sowie die Überprüfung der Wirksamkeit des neuen Therapeutikums. „Der einzige vergleichbare Antikörper hat in lymphatischen Leukämien, die auf alle bekannten Therapien nicht angesprochen hatten, langfristige Remissionen – also einen Rückgang der Erkrankung – erzielt, so dass das Wirkprinzip überzeugend scheint“, sagt Dr. Matthias Ritgen, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin II, der die Studie betreut. „Sollte bei Studienteilnehmern ein Ansprechen gezeigt werden können, ist es möglich, die Therapie auch über das Studienende hinaus weiterzuführen.“ Die Studie wurde von der Ethik-Kommission der Christian-Albrechts- Universität zu Kiel geprüft und zustimmend bewertet. Eine Phase-I-Studie ist […mehr lesen]

Hodgkin/Reed-Sternberg (HRS)-Zellen - Quelle: nature com
Deutsche Krebshilfe

Neue Broschüre zum Hodgkin Lymphom

3. April 2014 Detlef Hoewing 0

Patientenleitlinie informiert in allgemeinverständlicher Sprache Bonn (be) – Betroffene, die an einem Hodgkin Lymphom erkrankt sind, haben viele Fragen. Häufig ist es für sie jedoch schwer, die Fachsprache der Ärzte zu verstehen. Ausführliche Informationen in allgemeinverständlicher Form enthält die neue Patientenleitlinie „Hodgkin Lymphom“. Sie wurde von zahlreichen Experten und Betroffenen gemeinsam entwickelt und auf die Informationsbedürfnisse von Patienten abgestimmt. Die Broschüre ist bei der Deutschen Krebshilfe kostenlos erhältlich und steht im Internet auf www.krebshilfe.de als Download zur Verfügung. „Welche Therapie ist für mich die richtige?“ „Wie wird sich die Behandlung auf meinen Alltag auswirken?“ „Werde ich nach der Therapie noch Kinder bekommen oder zeugen können?“ „Bin ich bei meinem Arzt auch wirklich gut aufgehoben?“ Diese Fragen stellt sich jeder, bei dem ein Hodgkin Lymphom, früher auch Morbus Hodgkin genannt, diagnostiziert wurde. Antworten auf diese Fragen finden Betroffene in der neu erschienen Patientenleitlinie „Hodgkin Lymphom – Ein Ratgeber für Patientinnen und Patienten“, die die Deutsche Krebshilfe, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) herausgeben. Die neue Patientenleitlinie informiert über aktuelle medizinische Erkenntnisse und unterstützt Betroffene dabei, ihren Ärzten die richtigen Fragen zu stellen. Auf dieser Basis können an Krebs erkrankte Menschen kompetent und selbstbewusst ihren individuellen Weg […mehr lesen]

Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
Krebsthemen

Studie bestätigt bessere Ergebnisse durch ergänzende Strahlentherapie bei ausgedehnten Tumoren

13. März 2014 Detlef Hoewing 0

Berlin – Besonders aggressive B-Zell-Lymphome, eine Krebserkrankung des Lymphsystems, die vor allem bei älteren Menschen auftritt, wurden lange Zeit mit einer Kombination aus Chemo- und Strahlentherapie behandelt. In letzter Zeit wurde auf die Radiotherapie allerdings immer häufiger verzichtet, stattdessen setzten Ärzte vielversprechende neue Medikamente ein. Zwar konnten die sogenannten monoklonalen Antikörper, die diese Krebszellen gezielt angreifen, die Therapieergebnisse verbessern. Jedoch wurde in einer aktuellen Studie gezeigt, dass vor allem bei ausgedehnten Tumoren die Langzeiterfolge durch eine zusätzliche Strahlentherapie noch weiter optimiert werden können, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO).

B-Zell-Lymphome gehören zu den Non-Hodgkin-Lymphomen, die wiederum eine Untergruppe des Lymphdrüsenkrebses sind. B-Zell-Lymphome bestehen aus Zellen des Immunsystems, die normalerweise Antikörper produzieren. Bei aggressiven Varianten des B-Zell-Lymphoms kommt es häufig zu einem ausgedehnten Befall der Lymphdrüsen, bei dem die Tumorgröße einen Durchmesser von mehr als 7,5 cm hat und der auch als „bulky disease“ bezeichnet wird. Bei diesen Patienten hat der Tumor häufig die Grenzen der Lymphdrüsen überschritten. Die Therapie bestand lange Zeit in einer Chemotherapie, die nach den Anfangsbuchstaben der vier eingesetzten Medikamente als CHOP bezeichnet wird. Patienten mit „bulky disease“ erhielten außerdem teilweise eine Bestrahlung.

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