Foto: Pathologie des Klinikums der Uni Heidelberg
Gesundheitspolitik

Erneuter Lieferengpass für Krebsmedikament Melphalan

16. Dezember 2015 Detlef Hoewing 1

DGHO kritisiert Untätigkeit der Bundesregierung Berlin, 16. Dezember 2015 – Erneut ist ein Lieferengpass für das Krebsmedikament Melphalan aufgetreten. Melphalan ist ein lebenswichtiges Standardmedikament für Patienten mit Multiplem Myelom, einem lymphatischen Knochenkrebs. Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind seit Jahren ein chronisches Problem. Die DGHO Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. fordert die Bundesregierung auf, endlich aktiv zu werden. Bereits im vergangenen Sommer hatte über fünf Wochen ein Lieferengpass bei Melphalan bestanden. Das Arzneimittel ist unverzichtbar in der Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom. Es gehört seit Jahrzehnten zur Standardtherapie bei älteren Patienten. Bei jüngeren Patienten wird Melphalan in hoher Dosierung im Rahmen der Stammzelltransplantation eingesetzt und führt zu einer signifikanten Verlängerung der Überlebenszeit. Der Vertreiber dieses Arzneimittels hat jetzt erneut mitgeteilt, dass ein Lieferengpass besteht. Die Lieferung von Melphalan wird kontingentiert. Es wird gebeten, Behandlungen von Patienten nur dann zu beginnen, wenn die Versorgung sichergestellt ist. Es ist zurzeit nicht absehbar, ab wann dieses Arzneimittel wieder uneingeschränkt lieferbar sein wird. „Immer wieder sind in den letzten Jahren Krebsmedikamente nicht lieferbar gewesen. Betroffen sind fast alle Krebserkrankungen“, erklärt Prof. Mathias Freund, Geschäftsführender Vorsitzender der DGHO. Die Gründe für die Lieferengpässe sind vielfältig. „Die meisten Probleme entstehen bei Substanzen, die seit […mehr lesen]

Bei akuter myeloischer Leukämie vermehren sich unreife Blutzellen ungezügelt im Knochenmark. Foto: Andreas Neubauer
Multiples Myelom - Plasmozytom

Therapie des Knochenmarkkrebs – Multiples Myelom:

30. April 2015 Detlef Hoewing 0

Wirkstoffkombination in Studie überlegen Ärzte und Wissenschaftler des Universitätsklinikums Heidelberg veröffentlichen Ergebnisse aus einer Studie mit 504 Patienten in „Leukemia“ / Internationaler Experten-Workshop zum Multiplem Myelom am 24. und 25. April 2015 in der Medizinischer Universitätsklinik Heidelberg / Ärzte, Wissenschaftler und Journalisten sind herzlich eingeladen Zur Behandlung von Patienten mit Multiplem Myelom, einer Krebserkrankung des Knochenmarks, die im weiteren Therapieverlauf noch eine Transplantation mit eigenen Stammzellen erhalten sollen, setzen Onkologen in Deutschland meistens eine von zwei bewährten Medikamentenkombinationen ein. Bislang werden diese als gleichwertig angesehen. Erstmals zeigte nun ein direkter Vergleich in einer großen, multizentrischen Studie unter Federführung des Universitätsklinikums Heidelberg: Die eine Wirkstoffkombination ist besonders in Bezug auf die Nebenwirkungen deutlich überlegen. Patienten, die diese Chemotherapie erhalten, leiden seltener unter Nervenschmerzen oder Blutgerinnungsveränderungen. Außerdem müssen sie während der Behandlung seltener stationär aufgenommen werden. An der Studie mit 504 Patienten, der bislang größten Studie dieser Art in Deutschland, beteiligten sich 31 gößtenteils universitäre Zentren und 75 niedergelassene Onkologen. Die Ergebnisse sind nun im Fachmagazin „Leukemia“ erschienen. Beim Internationalen Myeloma Workshop am 24. und 25. April 2015 am Universitätsklinikum Heidelberg präsentieren die international führenden Myelom-Experten aus Europa und den USA weitere Forschungsergebnisse, den aktuellen Stand in Therapie und Diagnostik sowie neue […mehr lesen]

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Wenn Krebs Knochen schädigt – Forscher untersuchen Ersatzmaterialien

6. Juni 2014 Detlef Hoewing 0

Moderne Materialien sollen Knochen stabilisieren und Heilung anregen / Deutsche Forschungsgemeinschaft verlängert Finanzierung für standortübergreifenden Sonderforschungsbereich mit 9 Millionen Euro / Medizinische Fakultät Heidelberg mit Schwerpunkt Multiplem Myelom beteiligt Bei Patienten mit der bisher unheilbaren Krebserkrankung Multiples Myelom bzw. der Volkskrankheit Osteoporose treten auch ohne Unfall sehr häufig Knochenbrüche auf, die schlecht ausheilen. Helfen sollen moderne Knochenersatzmaterialen, wie z.B. Wirkstoff-freisetzende Knochenzemente, die bei einer Operation in den Knochen eingebracht werden, diesen stabilisieren und die Heilung anregen. Wissenschaftlern der Medizinischen Fakultät Heidelberg stehen für diese vielversprechenden Forschungsarbeiten gemeinsam mit Projektpartnern aus Heidelberg, Gießen und Dresden in den nächsten vier Jahren 9 Millionen Euro der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Verfügung. Die DFG finanziert die Fortsetzung des seit 2010 bestehenden Sonderforschungsbereiches / Transregio 79 (SFB/TRR 79) „Werkstoffe für die Hartgewebegeneration im systemisch erkrankten Knochen“. Am Standort Heidelberg wird der Forschungsverbund durch Professor Dr. Hartmut Goldschmidt, Leiter der Sektion Multiples Myelom, und Dr. Dirk Hose, Leiter des Labors für Myelomforschung der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg, vertreten. Sprecher des SFB/TRR 79 in der nächsten Förderperiode wird Professor Dr. Christian Heiß, zukünftiger Leiter der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Weitere beteiligte Institutionen sind das Institut für Biophysikalische Chemie Heidelberg, das Deutsche Krebsforschungszentrum Heidelberg, […mehr lesen]

Elektronenmikroskopische Aufnahme der Interaktion von Lymphomzellen mit Epithelzellen der Blutgefäße. Foto: Wilting
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Fehler beim Altern von Blutzellen könnte Risiko für Knochenmarkkrebs erhöhen

16. Oktober 2013 Detlef Hoewing 0

Neue genetische Risikofaktoren für Multiples Myelom entdeckt / Wissenschaftler aus Heidelberg und London analysierten Erbgut von mehr als 4.600 Patienten / Ergebnisse in „Nature Genetics“ veröffentlicht

Bestimmte Variationen im Erbgut erhöhen das Risiko, an einem seltenen Knochenmarkkrebs, dem Multiplem Myelom, zu erkranken: Wissenschaftler aus Heidelberg und London haben das Erbgut von mehr als 4.600 Betroffenen nach charakteristischen Merkmalen durchsucht und dabei vier neue genetische Risikofaktoren entdeckt. Ein solcher Risikofaktor ist eine Variation in einem Abschnitt der Erbinformation (Gen), der beim Alterungsprozess von Zellen eine Rolle spielt. Die genetische Variante könnte gemeinsam mit anderen Faktoren bewirken, dass die Krebszellen sich der Alterung und dem vorgegebenen Zelltod entziehen, vermuten die Forscher. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „Nature Genetics“ veröffentlicht.

Die Studie ist ein gemeinsames Projekt von Arbeitsgruppen des Instituts für Krebsforschung am Royal Cancer Hospital in London, des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg (Abteilung Molekulargenetische Epidemiologie, Leiter: Professor Dr. Kari Hemminki) und der Sektion Multiples Myelom (Leiter: Professor Dr. Hartmut Goldschmidt) an der Medizinischen Universitätsklinik Heidelberg.

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Eine Killerzelle kontaktiert eine Tumorzelle (links) und löst sich nach einer Stunde (Mitte). Nach weiteren zwei Stunden bilden sich Bläschen (rechts, roter Pfeil) auf der Oberfläche der angegriffenen Tumorzelle. Abbildung: MPI für Neurobiologie / Jen
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Tumorzellen auf Diät

26. April 2013 Detlef Hoewing 0

Tumorzellen benötigen viel Energie, damit sie sich teilen und ungebremst vermehren können. Diese Energie gewinnen sie auf einem anderen Weg als gesunde Zellen. Ob sich dieser Weg als Ansatz für eine neue Therapie eignet, untersuchen Wissenschaftler der Uni Würzburg am Beispiel des Multiplen Myeloms.

Die Idee klingt bestechend einfach: In einem Multiplen Myelom sind die Tumorzellen auf einen permanenten Nachschub an Glukose und Glutamin angewiesen, damit sie sich teilen und wachsen können. Entzieht man der Zelle Glutamin, stirbt sie. Glutaminase ist das zentrale Enzym des Glutamin-Stoffwechsels und in Tumorzellen häufig erhöht aktiv. Ob sich Glutaminase als therapeutische Zielstruktur eignet, untersucht Dr. Madlen Effenberger in einem neuen Forschungsprojekt am Universitätsklinikum Würzburg. Die Deutsche Krebshilfe finanziert das Projekt mit 250.000 Euro.

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Neue Strategien gegen das Multiple Myelom

19. April 2013 Detlef Hoewing 0

Eine europäische Großinitiative will neuartige Substanzen gegen eine bösartige Blutkrebs-Erkrankung erproben, gegen das Multiple Myelom. Mediziner der Universität Würzburg sind an dem Projekt maßgeblich beteiligt.

Jährlich erkranken in den westlichen Industrienationen rund eine halbe Million vor allem ältere Menschen am Multiplen Myelom. Bei dieser Krebskrankheit entarten im Knochenmark bestimmte Immunzellen. Sie überfluten dann den Körper mit fehlerhaft produzierten Antikörpern, unterdrücken durch ihr aggressives Wachstum die Blutbildung und schädigen durch verstärkten Knochenabbau das Skelett. Mit den verfügbaren Standardtherapien ist das Multiple Myelom bislang nicht heilbar.

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Über die Oberschenkelarterie (Arteria femoralis) führt der Radiologe den Katheter bis an die Gefäße heran, die das Myom mit Blut versorgen. D. Klemm 1998
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Multiples Myelom: Zwei Schreibweisen gefunden

28. März 2013 Detlef Hoewing 0

Beim Knochenmarkkrebs, dem Multiplen Myelom, existieren zwei „Schreibweisen“ des Gens für das Protein Cyclin D1. Wissenschaftler entdeckten, dass eine krebsspezifische Mutation nicht rein zufällig auftritt, sondern durch eine Genvariante begünstigt werden könnte.

Das Multiple Myelom ist eine Erkrankung der Antikörper produzierenden Immunzellen. Es wird oft als Knochenmarkkrebs bezeichnet, da sich die Krebszellen typischerweise hier ansiedeln. Die seltene Krebserkrankung ist durch ein komplexes Spektrum an Erbgutveränderungen gekennzeichnet. Bei einer Gruppe der Myelome sind bestimmte Erbgutabschnitte vervielfältigt, bei einer anderen sind typischerweise ganze Chromosomenabschnitte umgelagert, es handelt sich um so genannte Translokationen.

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Doch kein Zufall: erstmals Risikofaktor für krebsspezifische Mutation entdeckt

19. März 2013 Detlef Hoewing 0

Beim Knochenmarkskrebs, dem Multiplen Myelom, existieren zwei verschiedene „Schreibweisen“ des Gens für das Protein Cyclin D1. Eine davon erhöht das Risiko für eine bestimmte Mutation, bei der große Abschnitte des Erbguts umgelagert werden. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum, dem Universitätsklinikum Heidelberg und dem Institute of Cancer Research in London entdecken damit erstmals, dass eine krebsspezifische Mutation nicht rein zufällig auftritt, sondern durch eine Genvariante begünstigt werden könnte. Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift Nature Genetics veröffentlicht.

Das Multiple Myelom ist eine Erkrankung der Antikörper produzierenden Immunzellen. Es wird oft als Knochenmarkkrebs bezeichnet, da sich die Krebszellen typischerweise hier ansiedeln. Die seltene Krebserkrankung ist durch ein komplexes Spektrum an Erbgutveränderungen gekennzeichnet. Bei einer Gruppe der Myelome sind bestimmte Erbgutabschnitte vervielfältigt, bei einer anderen sind typischerweise ganze Chromosomenabschnitte umgelagert, es handelt sich um so genannte Translokationen.

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Prof. Uta Dirksen mit ihrem Kollegen Dr. Konstantin Agelopoulos aus der Medizinischen Klinik A bei der Arbeit im Labor Foto: WWU/DU
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Knochenmarkkrebs: Neue Therapien gesucht

4. September 2009 Detlef Hoewing 0

Wie lassen sich Therapien gegen Knochenmarkkrebs weiter verbessern? Dieser Frage geht eine neue Klinische Forschergruppe an der Universität Würzburg nach. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt die Gruppe in den kommenden drei Jahren mit 3,2 Millionen Euro.

Die neue Forschergruppe am Universitätsklinikum Würzburg widmet sich dem Multiplen Myelom. Bei dieser Form des Knochenmarkkrebses geht die bösartige Erscheinungsform vermutlich auf die Aktivierung krebserregender Signalwege in den Zellen zurück. Darum wollen die Wissenschaftler die einzelnen Signalwege und deren Vernetzung detailliert untersuchen. Mit dem Wissen, das sie dabei gewinnen, lassen sich möglicherweise neue Therapiemöglichkeiten entwickeln.

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Legende: Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Lungenmetastase: Tumorzellen (grün) formen solide Tumorknoten, die in engem Kontakt mit umgebenden Kapillaren (rot) stehen. Die wechselseitige Kommunikation zwischen Tumorzellen und Endothelzellen ermöglicht das Wachstum von Metastasen. Endothelzellen können das Tumorwachstum dabei aktiv fördern. - Quelle: Oliver Meckes (Eye of Science) / H. Augustin (DKFZ)
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Längere Überlebenszeit und höhere Lebensqualität für Patienten mit Knochenmarkkrebs

12. Mai 2009 Detlef Hoewing 0

Über den neuesten Stand in Diagnostik und Therapie des Multiplen Myeloms, einer bösartigen Erkrankung des Knochenmarks, informiert der „2nd Heidelberg Myeloma Workshop“, der am Freitag und Samstag, den 15. und 16. Mai 2009, im Hörsaal der Medizinischen Klinik (Neue Krehl- Klinik) des Universitätsklinikums Heidelberg stattfindet.

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