Chemotherapie - pixabay
Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsen-Karzinom: Biomarker verrät Tumorursache

10. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Neuherberg, 07.10.2014. Die Expression des Proteins CLIP2* gibt Auskunft darüber, ob ein papilläres Schilddrüsen-Karziom strahleninduziert oder sporadisch entstanden ist. Damit haben Wissenschaftler des Helmholtz Zentrums München einen neuen Biomarker für die Ursachendiagnostik dieser bösartigen Tumorerkrankung identifiziert. Ihre Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift ‚Oncogene‘ veröffentlicht. CLIP2 dient als Strahlenmarker: Nach einer Strahlenbelastung durch radioaktives Iod sind sowohl die Genaktivität als auch die Proteinexpression erhöht, wie die Wissenschaftler Studien nachweisen konnten. Insbesondere für die Entstehung eines Tumors in der Schilddrüse nach einer Strahlenexposition scheint CLIP2 von Bedeutung zu sein. Das Team um Martin Selmansberger, Dr. Julia Heß, Dr. Kristian Unger und Prof. Dr. Horst Zitzelsberger von der Abteilung Strahlenzytogenetik am Helmholtz Zentrum München fand einen Zusammenhang zwischen hohen CLIP2-Werten und der Strahlenvorgeschichte bei Patienten mit papillärem Schilddrüsen-Karzinom. „In unserer Studie konnten wir die strahlenassoziierte CLIP2-Expression auf Proteinebene in drei unterschiedlichen Gruppen von Patienten mit Schilddrüsen-Karzinom nachweisen“, sagt Erstautor Selmansberger. Die Forschungsarbeit wurde am Helmholtz Zentrum München in Kooperation mit dem Institut für Strahlenschutz und der Abteilung Analytische Pathologie erstellt. Strahlenmarker CLIP2 erlaubt Ursachenunterscheidung und Risikoabschätzung „CLIP2 dient daher als Strahlenmarker und erlaubt es uns, zwischen strahleninduzierten und sporadischen Schilddrüsenkarzinomen zu unterscheiden,“ ergänzt Studienleiterin Heß. Die Wissenschaftler haben in ihren Untersuchungen ein standardisiertes […mehr lesen]

Krebssymbol - pixabay
Schilddrüsenkrebs

Leipziger Forscher eröffnen neue Perspektiven zur Diagnose von Schilddrüsentumoren

7. November 2013 Detlef Hoewing 0

Die Feinnadelaspirationszytologie (FNAZ) dient der gezielten Entnahme von Gewebe bei Tumorverdacht. Diese Methode hat – bei entsprechender Vorauswahl der Knoten – die höchste Sensitivität und Spezifität, um die häufig gutartigen von wenigen bösartigen Schilddrüsenknoten zu unterscheiden. Bei dem Verfahren sind jedoch etwa 20 Prozent der Befunde nicht eindeutig bestimmbar. Dies führt zu einer hohen Anzahl diagnostischer Operationen. Das Team um den Leipziger Professor Ralf Paschke untersucht spezifische genetische Veränderungen in Schilddrüsenkarzinomen, die etwa zwei Drittel aller Karzinome ausmachen, mit dem Ziel diagnostische Schilddrüsenoperationen reduzieren zu können.

Bisher wurde in allen Studien zusätzlich gewonnenes Material des FNAZ- Verfahrens verwendet, um die Ergebnissituation zu verbessern. Unter der Leitung von Professor Ralf Paschke konnten Forscher kürzlich die Vorteile des Mutationsnachweises in luftgetrockneten Routine FNAZ-Ausstrichen zeigen. Die Verwendung des zusätzlich gewonnenen Materials führt durch Fixierung und Färbung zu einer herabgesetzten Qualität von DNA und RNA und somit zu einer niedrigeren Sensitivität des Tests für die genetischen Merkmale von Schilddrüsenkarzinomen.

[…mehr lesen]

Strahlentherapie eines Patienten in der Charité Berlin
Radiologie

Radiojodtherapie – Große Heilungschancen bei Schilddrüsenkrebs

10. April 2013 Detlef Hoewing 0

Etwa 5.000 Menschen in Deutschland werden in jedem Jahr mit der Diagnose Schilddrüsenkrebs konfrontiert, zudem ist eine stetige Zunahme der Erkrankung zu erkennen. Diese Tumorart ist damit die häufigste Form bösartiger Veränderungen der hormonproduzierenden Drüsen. Die große Herausforderung besteht darin, den Tumor frühzeitig zu entdecken. Hierbei kommen nuklearmedizinische Diagnose- und Therapieverfahren zum Einsatz. Sie machen es möglich, die Schilddrüsentumore bereits in frühen Stadien zu erkennen und zu behandeln und so die Sterblichkeit an dieser Erkrankung deutlich zu senken. Mit Ausnahme der Operation übernimmt die Nuklearmedizin hier praktisch die gesamte Diagnose und auch Therapie.

Knotige Veränderungen der Schilddrüse finden sich bei etwa einem Viertel der bundesdeutschen Bevölkerung. Hintergrund ist der langjährige Iodmangel, der zu einem vermehrten Wachstum des Organs und zur Bildung von Knoten führt. Die große Mehrzahl dieser Schilddrüsenknoten ist jedoch gutartig. Hat sich aber Schilddrüsenkrebs gebildet, muss der Schilddrüsentumor – und damit auch die gesamte Schilddrüse – operativ entfernt werden. Aufgrund zu befürchtender Komplikationen, wie etwa einer möglichen Verletzung des Stimmbandnervs, kann die Schilddrüse oft jedoch nicht komplett entfernt werden. Vielmehr ist es nach der Operation die Aufgabe der risikoarmen, nuklearmedizinischen Radioiodtherapie, das verbliebene Schilddrüsengewebe und darin eventuell noch enthaltene Tumorzellen komplett auszuschalten.

[…mehr lesen]

Chemotherapie - pixabay
Schilddrüsenkrebs

Vandetanib bei Schilddrüsenkrebs: Keine Belege für Zusatznutzen

18. Juni 2012 Detlef Hoewing 0

Herstellerdossier enthält keine Daten zu patientenrelevanten Endpunkten innerhalb der Zulassungspopulation

Seit Februar 2012 steht Vandetanib in Deutschland unter dem Handelsnamen Caprelsa® erwachsenen Patientinnen und Patienten zur Verfügung, die an einer bestimmten Form von aggressivem Schilddrüsenkrebs erkrankt sind. Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat jetzt den Zusatznutzen des Wirkstoffs gemäß AMNOG überprüft. Demnach gibt es keine Belege für einen Zusatznutzen. Denn der Hersteller hat in seinem Dossier für die Patientinnen und Patienten, für die das Medikament zugelassen ist, keine Daten zu patientenrelevanten Endpunkten vorgelegt. Angesichts dieser Defizite sah sich das IQWiG gezwungen, das Dossier für „inhaltlich unvollständig“ zu erklären.

„best supportive care“ als zweckmäßige Vergleichstherapie

Wie vom Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt, sollte Vandetanib mit der „best supportive care“ verglichen werden. Darunter versteht man die Therapie, die eine bestmögliche, patientenindividuell optimierte, unterstützende Behandlung zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität gewährleistet.

Die einzige für die Nutzenbewertung relevante Studie verglich die Gabe von Vandetanib in Kombination mit „best supportive care“ mit einer Behandlung mit „best supportive care“ allein.

[…mehr lesen]

Krebssymbol - pixabay
Schilddrüsenkrebs

Neue Therapie bei Schilddrüsenkrebs in der MHH

26. Juni 2006 Detlef Hoewing 0

Bei Patienten, die an einem Schilddrüsenkarzinom leiden, muss in der Regel die Schilddrüse operativ entfernt werden. Um restliches Schilddrüsen- oder Tumorgewebe zu entfernen, dass nach der Operation möglicherweise noch verblieben war, werden die Patienten im Anschluss mit einer Radiojodtherapie behandelt. Das radioaktive Jod reichert sich dabei in dem Restgewebe an und tötet es ab. Die Aufnahme in die Zellen ist aber davon abhängig, dass das die Schilddrüse stimulierende Hormon TSH in ausreichender Menge im Körper vorhanden ist.

Weniger Nebenwirkungen, schnellere Heilung / Pressegespräch mit Patienten am 27. Juni

Bislang mussten Ärzte warten, bis der Körper des Patienten die Produktion des Hormons wieder hochgefahren hatte. Der Patient musste dabei zunächst eine Phase mit Schilddrüsenunterfunktion durchstehen, die von erheblichen körperlichen und psychischen Nebenwirkungen gekennzeichnet ist. Herz-Kreislaufkomplikationen, Arbeitsunfähigkeit sowie erhöhte Unfall- und Verletzungsgefahren drohen wegen einer Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff. Die Schilddrüsenunterfunktion ist zudem verantwortlich für eine verlangsamte Rekonvaleszenz.

Bei der neuen Therapie erhalten die Patienten sofort nach der Operation Thyrogen, ein biotechnologisch hergestelltes Hormon, das dem menschlichen Schilddrüsenhormon zum Verwechseln ähnelt. Damit kann die Schilddrüsenunterfunktion mit allen Nebenwirkungen vermieden werden, auch der Heilungsprozess läuft schneller. Die Krankheitsphase kann in den meisten Fällen von ungefähr sechs Wochen auf zehn bis zwölf Tage reduziert werden.
Über die Erfolge der Therapie an der MHH berichten am

[…mehr lesen]