Der Test analysiert RNA-Moleküle via PCR-Technik. Hierfür werden die Proben in so genannte 96-Well-Platten pipettiert, die auf dem Bild zu sehen sind. - Copyright: Andreas Heddergott / TUM
Forschung

Bluttest sagt Tumorresistenz vorher

23. August 2017 Detlef Hoewing 0

Wenn Bakterien resistent werden, können Antibiotika nicht mehr gegen sie wirken. Auch Tumorzellen können sich so verändern, dass bestimmte Medikamente nicht mehr helfen. Für Krebspatienten und behandelnde Ärzte ist es deshalb wichtig, schon früh zu wissen, ob eine Therapie noch anschlägt oder nicht. Mit ihrem neuen Bluttest können Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) jetzt für schwerkranke Prostatakrebs-Patienten diese Vorhersage treffen. Tumorzellen bei Prostatakrebs brauchen zum Wachsen das Hormon Testosteron. Sie haben dazu einen Rezeptor, an den das Hormon bindet und der dann der Zelle das Signal zum Wachsen und Teilen gibt. Ist ein Tumor groß und beginnt sich bereits im Körper auszubreiten, setzen Medikamente deshalb an diesem Punkt an: sie blockieren entweder den Rezeptor, so dass Testosteron nicht mehr binden kann oder sie hemmen die Testosteronbildung im Körper. Zwei der am häufigsten eingesetzten Medikamente sind Abirateron und Enzalutamid. Auf der Suche nach resistenten Tumorzellen Manche Tumorzellen aber entwickeln Resistenzen und wachsen trotz Therapie weiter. Der Grund hierfür ist, dass sich die Struktur des Rezeptors verändert hat: Die neue Variante gibt auch ohne Testosteron kontinuierlich das Signal zur Zellteilung. Der am häufigsten vorkommende so veränderte Rezeptor heißt AR-V7. „Wenn wir vorher wissen, ob ein Tumor Zellen mit diesem […mehr lesen]

Evaluationsergebnisse der Entscheidungshilfe Prostatakrebs
Deutsche Krebshilfe

Prostatakrebs-Studie PREFERE wird nicht fortgeführt

6. Dezember 2016 Detlef Hoewing 0

Deutsche Krebshilfe, Krankenkassen und -versicherungen beenden Förderung vorzeitig Bonn/Berlin – Die Deutsche Krebshilfe, die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen werden die PREFERE-Studie zur Bewertung der gängigen Behandlungsoptionen bei Frühformen von Prostatakrebs nicht fortführen und die Studienförderung zum 31. Dezember 2016 beenden, weil die Zahl der eingeschriebenen Patienten weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. Damit bleibt weiter unklar, von welcher der vier Möglichkeiten – Radikaloperation (radikale Prostatektomie), perkutane Strahlentherapie, Brachytherapie (dauerhaft in der Prostata platzierte Strahlenquellen), Aktive Überwachung – Patienten mit einem Prostatakarzinom im frühen Stadium am meisten profitieren. Das vor dreieinhalb Jahren begonnene Studienprojekt hat die Erwartungen zur Durchführbarkeit, insbesondere der Rekrutierungsrate, die der Entscheidung, die Studie zu fördern, zugrunde lagen, nicht erfüllt. Zu diesem Fazit kommen die Deutsche Krebshilfe sowie die gesetzlichen Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen nach einer weiteren Zwischenbewertung der Studie, die unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Stöckle, Direktor der Klinik für Urologie und Kinderurologie des Universitätsklinikums des Saarlandes in Homburg/Saar, und Prof. Dr. Thomas Wiegel, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Ulm, durchgeführt wurde. Hinzu kommt, dass kürzlich veröffentlichte Daten einer englischen Studie (ProtecT-Studie) nach eigenen Aussagen der Studienleiter grundlegende Änderungen im Studiendesign notwendig gemacht hätten. Für die weitere Betreuung der 343 […mehr lesen]

Asco-Brunnen - pixabay
Forschung

ASCO 2016 – Fortschritt bei spezieller Form von Lungenkrebs

11. Juni 2016 Detlef Hoewing 0

Phase-III-Studie mit Alecensa (Alectinib) von Roche zeigte bessere Wirksamkeit als Crizotinib bei japanischen Patienten mit bestimmter Art von Lungenkrebs Erste direkte Vergleichsstudie von Alecensa mit Crizotinib bei Patienten mit fortgeschrittenem ALK-positivem nicht-kleinzelligem Lungenkrebs (NSCLC)  Wie Roche (SIX: RO, ROG; OTCQX: RHHBY) bekannt gab, hat das Medikament Alecensa® (Alectinib), ein oral verabreichter Hemmstoff der anaplastischen Lymphomkinase (ALK), bei japanischen Patienten mit fortgeschrittenem oder rezidivierendem ALK-positiven nicht-kleinzelligen Lungenkrebs (NSCLC) das Risiko für ein Fortschreiten der Erkrankung oder den Tod (progressionsfreies Überleben, PFS) um 66 Prozent reduziert, verglichen mit Crizotinib (Hazard Ratio [HR]=0,34, 99%-KI: 0,17-0,70, p<0,0001). Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) wurde bei den Patienten, die mit Alecensa behandelt wurden, noch nicht erreicht (95%-KI: 20,3 Monate-nicht erreicht), während es bei Patienten unter der Therapie mit Crizotinib 10,2 Monate betrug (95%-KI: 8,2-12,0). Dies waren die Resultate einer vorgegebenen Zwischenanalyse der Phase-III-Studie J-ALEX bei Patienten, die zuvor noch nicht mit einem ALK-Inhibitor behandelt wurden. In der Gruppe mit Alecensa traten weniger Nebenwirkungen als in der Crizotinib-Gruppe auf. Das Sicherheitsprofil von Alecensa entsprach dem in früheren Studien, und es gab keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen. „Dies ist die erste klinische Studie, die zeigt, dass die Patienten mit Alecensa länger ohne Fortschreiten ihrer Erkrankung lebten als mit […mehr lesen]

Die Abbildung zeigt schematisch den Antikörper Atezolizumab, der den PD-Liganden (PD-L1) blockiert. So werden bestimmte Immunzellen (zytotoxische Lymphozyten) wieder aktiviert, den Tumor anzugreifen. Schema: privat
Krebsthemen

Immuntherapie bei Lungenkrebs

14. Mai 2016 Detlef Hoewing 0

Internationale Studie mit Beteiligung des LungenTumorZentrums Universität Göttingen erprobt neue Immuntherapie zur Behandlung von metastasiertem Lungenkrebs. Publikation in renommierter Fachzeitschrift „The Lancet“. (umg) Krebszellen können das Immunsystem gezielt in die Irre führen. Normalerweise attackiert das Immunsystem neu entstandene bösartige Zellen und verhindert so, dass Menschen an Krebs erkranken. Wenn es den Krebszellen gelingt, bestimmte Signale (PD-L1) zu zeigen, wird das Immunsystem inaktiviert und der Krebs kann ungehindert wachsen. In den letzten Jahren wurden Therapieansätze entwickelt, die das Immunsystem reaktivieren können, so dass der eigene Körper den Krebs wieder angreift. In einer internationalen klinischen Studie haben Forscher jetzt einen neuen Antikörper geprüft. Im Gegensatz zu einem bereits für die Behandlung von Lungenkrebs zugelassenen Antikörper, der den gleichen Signalweg auf der Oberfläche der beteiligten Immunzellen (PD-1) blockiert, wurde jetzt erstmals ein Antikörper getestet, der direkt das Tumorsignal (PD-L1) abschirmt. Seniorautor der Studie ist Dr. Achim Rittmeyer, Oberarzt an der Lungenfachklinik Immenhausen und Mitglied des LungenTumorZentrums Universität Göttingen. Dr. Rittmeyer ist zuständig für die Thorakale Onkologie. Die Ergebnisse wurden Ende April 2016 in der renommierten Fachzeitschrift „The Lancet“ veröffentlicht: Originalveröffentlichung: Louis Fehrenbacher, Alexander Spira, Marcus Ballinger, Marcin Kowanetz, Johan Vansteenkiste, Julien Mazieres, Keunchil Park, David Smith, Angel Artal-Cortes, Conrad Lewanski, Fadi Braiteh, Daniel […mehr lesen]

Krebssymbol - pixabay
Forschung

Mathematik zur Bekämpfung von Krebs

12. April 2016 Detlef Hoewing 0

Mathematiker und Mediziner der Universität Bonn haben ein neues Modell für eine Immuntherapie bei Krebs entwickelt. Das Verfahren könnte dabei helfen, neue Behandlungsstrategien zu entwickeln und zu verstehen, warum manche Ansätze bei bestimmten Tumoren nicht anschlagen. Die Studie erscheint jetzt im Fachjournal „Scientific Reports“. Eines der größten Probleme im Kampf gegen Krebs ist die hohe Widerstandsfähigkeit der Tumore. Häufig zeigen sich bei einer medizinischen Behandlung zunächst erste Erfolge, die dann aber durch einen Rückfall zunichte gemacht werden. Manchmal schlägt die Behandlung bei einigen der Krebszellen überhaupt nicht an. Andere Zellen entwickeln erst im Laufe der Therapie eine Resistenz. Bestimmte Zellen des Immunsystems, die sogenannten T-Zellen, können bösartige Tumore bekämpfen. Solche Zellen werden gezielt eingesetzt oder aktiviert, um Krebserkrankungen zu behandeln. Die Forschungsgruppen von Prof. Dr. Thomas Tüting und Prof. Dr. Michael Hölzel vom Universitätsklinikum Bonn haben in ihren Experimenten zum Hautkrebs nachgewiesen, dass Tumorzellen ihr äußeres Erscheinungsbild verändern können, wenn im Rahmen der Behandlung eine entzündliche Reaktion auftritt. In der Folge erkennen die T-Zellen diese nicht mehr als schädlich und der Krebs kann sich ungehindert weiter ausbreiten. Ein neues Modell von Mathematikern und Medizinern der Exzellenzcluster Hausdorff Center for Mathematics und ImmunoSensation der Universität Bonn beschreibt diesen Effekt nun mathematisch […mehr lesen]

Schon eine Handykamera reicht aus, um Gewebeproben auf Tumorzellen zu prüfen. Foto: Fraunhofer IAP
Allgemein

Krebs als Stigma?

6. April 2016 Detlef Hoewing 0

Leipziger Wissenschaftler untersuchen Stigmatisierungserfahrungen von Krebspatienten Leipzig. In Deutschland sehen sich jedes Jahr rund 500.000 Menschen mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Dies ist für die Patienten häufig mit enormen Belastungen verknüpft – nicht nur medizinischer, sondern auch sozialer und psychischer Art. In der Abteilung für Medizinische Psychologie und Medizinische Soziologie am Universitätsklinikum Leipzig untersuchen Wissenschaftler jetzt erstmals die Stigmatisierungserfahrungen von Krebspatienten in einer großen empirischen Studie. Krebserkrankungen werden in der Öffentlichkeit häufig negativer wahrgenommen als andere ernste Erkrankungen. Sie lösen in besonderem Maße Angst und Unsicherheit aus. Die Stigmatisierung der Erkrankung erleben viele Patienten in Form von Zurückweisung oder Ausgrenzung, sei es im Alltag, am Arbeitsplatz oder im Freundeskreis. Neben der Krebserkrankung selbst stellt die Stigmatisierung eine zusätzliche Belastung für die Erkrankten dar – ihre Formen und Mechanismen sind jedoch weitestgehend unerforscht. „Die Stigmatisierung von Krebspatienten wurde bislang kaum untersucht. Die wenigen relevanten internationalen Erhebungen zeigen, dass bis zu 80 Prozent der Krebspatienten Stigmatisierung erfahren haben. Mit dem Projekt möchten wir helfen, diese Wissenslücke zu schließen“, so Soziologe PD Dr. Jochen Ernst, Leiter der Studie am Uniklinikum Leipzig. Die Studie untersucht die Erfahrungen von Patienten vier unterschiedlicher Diagnosegruppen (Brust-, Prostata-, Darm-, Lungenkrebs) und analysiert die sozialen und berufsbezogenen Auswirkungen ihrer […mehr lesen]

Gliom (rote Pfeile; obere Reihe), das bereits zum Zeitpunkt der ersten Operation begonnen hatte zu entarten. Untere Reihe: Nachgewachsener, jetzt sehr bösartiger Tumor (gelber Pfeil). © Foto: M. Simon/Neurochirurgie/UKB
Hirntumoren

ZNS-Lymphom – Neuer Therapieansatz bei aggressivem Hirntumor

23. März 2016 Detlef Hoewing 0

Die Therapie des primären ZNS-Lymphom, einer seltenen und sehr aggressiven Lymphom- bzw. Hirntumorart, ist ausgesprochen schwierig. Vor allem Patienten, die nicht auf die Ersttherapie ansprechen oder einen Rückfall erleiden, haben eine schlechte Prognose. In der internationalen Fachzeitschrift Journal of Clinical Oncology (JCO) haben Wissenschaftler der Deutschen Studiengruppe für Primäre ZNS-Lymphome (G-PCNSL-SG) nun die Ergebnisse einer Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff Temsirolimus publiziert. Zwar stellen die Ergebnisse keinen Therapiedurchbruch dar, eröffnen aber neue Perspektiven für Patienten und dokumentieren den Erfolg deutscher Wissenschaftler in der Hirntumorforschung. Primäre ZNS-Lymphome sind Gewebeneubildungen (= lymphatische Neoplasien), die zum Zeitpunkt der Erstdiagnose auf das zentrale Nervensystem (ZNS), insbesondere das Gehirn und das Nervenwasser, begrenzt sind. Die meist sehr aggressiven Lymphome können durch Therapien mit Zytostatika, die die Blut-Hirn-Schranke passieren, oder durch Ganzhirnbestrahlung manchmal über mehrere Jahre zurückgedrängt werden. In einigen Fällen gelingt sogar eine Heilung. Allerdings spricht etwa ein Viertel der Patienten auf die primäre Therapie nicht an und mehr als die Hälfte erleidet ein Rezidiv. Für diese erfolglos vorbehandelten Patienten haben Ärzte und Wissenschaftler der Deutschen Studiengruppe für Primäre ZNS-Lymphome (G-PCNSL-SG) mit Sitz an der Charité Berlin eine Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff Temsirolimus als Monotherapie durchgeführt. Das zielgerichtete Medikament, das bereits bei anderen rezidivierten Lymphomen eine […mehr lesen]

Links: CT-Aufnahme, rechts: PET, Mitte: Kombination; Patient mit Lungentumor vor (oben) und nach (unten) Hochpräzisionsbestrahlung.Der Tumor hat sich bei erhaltener Lunge komplett zurückgebildet. Universitätsklinikum Freiburg
Lungenkrebs

Kombinierte Strahlentherapie beim Kleinzelligen Lungenkrebs

22. März 2016 Detlef Hoewing 0

Bestrahlung kombiniert mit Chemotherapie auch im hohen Alter effektiv Berlin – Lungenkrebs gehört in Deutschland zu den häufigsten bösartigen Erkrankungen, und bei Männern ist er die häufigste tödliche Krebsform. Beim kleinzelligen Bronchialkarzinom, einer Lungenkrebsvariante mit besonders schnellem Wachstum, kann die Kombination aus einer Strahlen- und Chemotherapie den Tumor am besten zurückdrängen. Neue Studienergebnisse zeigen, dass die Kombination auch bei Patienten jenseits des 70. Lebensjahres häufig vorteilhaft ist. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) rät wegen der mit der Behandlung verbundenen Risiken allerdings zu einer genauen Auswahl der Patienten. Das kleinzellige Bronchialkarzinom, auf das etwa 15 Prozent aller Lungenkrebserkrankungen entfallen, wächst so rasch, dass eine Heilung durch eine Operation nur selten möglich ist. „Bei vielen Patienten wird der Tumor jedoch in einem Stadium entdeckt, in dem der Krebs die Lungengrenze noch nicht sichtbar überschritten hat“, sagt Professor Dr. med. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim. In diesem sogenannten „limitierten“ Stadium sei die gleichzeitige Chemo- und Strahlentherapie die derzeit wirkungsvollste Therapie, fügt der DEGRO-Pressesprecher hinzu. Die Therapie wird älteren Patienten derzeit selten angeboten. Und dies, obwohl sie häufiger am kleinzelligen Bronchialkarzinom leiden als junge Patienten. „Es besteht die Sorge, dass die Patienten ab einem gewissen Alter […mehr lesen]

Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
Prostatakrebs

Prostatakrebs: Deutlich kürzere Behandlung durch hochpräzise Bestrahlung

21. Januar 2016 Detlef Hoewing 0

Erste klinische Studie in Deutschland zur hypofraktionierten Strahlenchirurgie bei lokal begrenztem Prostatakarzinom Bei Frühfällen von Prostatakrebs kommen oft mehrere Therapiemöglichkeiten in Frage: Bestrahlung, Operation oder auch zunächst nur „aktive Überwachung“. Diese Methoden werden derzeit in Deutschlands größter klinischer Studie, der PREFERE Studie, gegeneinander geprüft. Jedoch ist diese Studie nur für Patienten unter 70 Jahren geeignet. Im höheren Alter wird zur Behandlung von Prostatakrebs im Allgemeinen eine Strahlentherapie als beste Therapieoption empfohlen. Dabei wird die Prostata über einen Zeitraum von etwa acht Wochen täglich mit kleinen Portionen („Fraktionen“) bestrahlt. Die Verteilung der Strahlendosis auf viele kleine Portionen war bisher nötig, um das umgebende Gewebe, das zum Teil mitbestrahlt wird, optimal zu schonen. Seit einigen Jahren gilt auf Grund der Strahlenbiologie des Prostatatumors als gesichert, dass man auch höhere Fraktionsdosen als bisher üblich einsetzen kann. Eine Verteilung der Bestrahlung auf 25 Fraktionen (also etwa fünf Wochen Behandlungszeit) scheint ebenso erfolgreich und risikolos zu sein wie eine typische Bestrahlung mit bisher 40 Fraktionen. Seit kurzem hat man daher eine noch stärkere Verkürzung der Behandlung untersucht. Voraussetzung dafür ist, dass man moderne Bestrahlungsmethoden einsetzt, mit denen man noch präziser als früher bestrahlen kann. Diese hochpräzise und stark verkürzte („hypofraktionierte“) Bestrahlung wird auch als „Strahlenchirurgie“ […mehr lesen]

Bei akuter myeloischer Leukämie vermehren sich unreife Blutzellen ungezügelt im Knochenmark. Foto: Andreas Neubauer
Leukämie

Deutschlandweite Leukämie-Studie gestartet

7. Oktober 2015 Detlef Hoewing 0

Leukämie-Studie: Ärztinnen und Ärzte an 25 deutschen Kliniken untersuchen nun im Rahmen der sogenannten „BLAST“-Studie ein neues Medikament, das gezielt die Leukämiezellen und Leukämie-Stammzellen angreift. Die Leitung der Studie hat Professor Dr. Carsten Müller-Tidow, Direktor der Klinik für Innere Medizin IV und Leiter des Landeszentrums für Zell- und Gentherapie am Universitätsklinikum Halle (Saale), inne. Die akute myeloische Leukämie (AML) ist nach wie vor eine schwierig zu behandelnde, bösartige Krebserkrankung des blutbildenden Systems. Viele Patienten sprechen zunächst gut auf die Therapie an, erleiden dann aber einen Rückfall und bedürfen weiterer intensiver Therapie oder einer Stammzelltransplantation, um die Chancen auf Heilung zu erhöhen. Hervorgerufen wird dieser Rückfall von Leukämiestammzellen, die sich im Knochenmark in einer Nische verstecken können und gegen die erste Chemotherapie resistent waren. In der Studie wird die Standardbehandlung der AML-Patienten um ein neues Medikament erweitert, das die Leukämiezellen aus dem Knochenmark herauslöst und sie auf diese Weise besser für die Chemotherapie angreifbar macht. Untersucht werden soll, ob mit der erweiterten Therapie tatsächlich mehr Patienten geheilt werden können. Dazu werden im Rahmen der „BLAST“-Studie deutschlandweit insgesamt 196 Patienten behandelt. „Dieses neue Medikament könnte eine große Chance für Patienten mit akuter myeloischer Leukämie sein, weil es einen neuen Wirkungsmechanismus hat. Die […mehr lesen]

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