Online-Zeitung Mensch und Krebs - Krebszeitung
Brustkrebs

Brustkrebs im Frühstadium

19. November 2015 Detlef Hoewing 0

Extrem verkürzte Bestrahlungszeit mit gleich guten Ergebnisse Experten empfehlen Teilbrustbestrahlung bei Brustkrebs im Frühstadium Berlin – Die wochenlange Strahlentherapie, die nach einer brusterhaltenden Krebsoperation notwendig ist, kann bei ausgewählten Patientinnen durch eine „akzelerierte“, also eine beschleunigte Teilbrustbestrahlung auf fünf Tage verkürzt werden. Die Behandlung wird Multikatheter-Brachytherapie genannt und hat in einer Studie vergleichbare Langzeitergebnisse erzielt wie der derzeitige Standard mit einer höheren Strahlendosis und längeren Gesamtbehandlungszeit. Bei einer brusterhaltenden Operation schließt sich in der Regel eine Bestrahlung an, um das Risiko für einen Rückfall zu senken. Bei der konventionellen Radiotherapie bestrahlen Radioonkologen die gesamte Brust über sechs bis sieben Wochen. „Gerade für Frauen, die nicht in der Nähe der Klinik wohnen, stellt dies eine Belastung dar“, berichtet Professor Dr. med. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim und Pressesprecher der DEGRO. Viele Kliniken bieten ihren Patientinnen als Alternative zu einer über sechs Wochen laufenden Ganzbrustbestrahlung eine auf fünf Tage verkürzte Teilbrustbestrahlung, die Multikatheter-Brachytherapie an. Dabei platzieren Ärzte mehrere miniaturisierte Katheter im Brustgewebe und beladen sie mit einer Strahlenquelle. Das sogenannte „Tumorbett“ wird nun gezielt von innen bestrahlt. Dies verkürzt die Behandlungszeit auf fünf Tage. Außerdem werden Herz, Lunge und Haut außerordentlich geschont, und bei einem […mehr lesen]

Zeichnung der Anlage der AMS 700 und AMS 800 als AMS 1500. - Grafik Detlef Höwing
Allgemein

Erfahrungen mit AMS 800 + AMS 700 = AMS 1500

31. Oktober 2015 Detlef Hoewing 1

Bei etwa 30% aller zystektomierten Menschen tritt in der Folge eine Harninkontinenz auf, die sich nicht mit Beckenbodentraining beherrschen lässt, da der natürliche innere Sphinkter (Blasenschließmuskel) bei der Entfernung der Blase mit entfernt wurde. Außerdem folgt bei fast allen zystektomierten Männern eine erektile Dysfunktion (ED) auf, da die Prostata mit entfernt wurde. In der Folge kommt es bei vielen Männern zu Depressionen, die eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität darstellt. Es gibt einige operativen Systeme, die eine Harninkontinenz verhindern sollen und weitere Schwellkörperprothesen auf dem Markt, die mich nicht überzeugen konnten. Nur die AMS-Systeme kamen für mich nach einiger Recherche in Frage. Ich berichte hier meine Erfahrungen mit der AMS 800 + AMS 700 = AMS 1500, die ich im Jahr 2015 erhalten habe. Meine Vorgeschichte: Anfang des Jahres 2002 stellte mein Urologe bei einer Ultraschalluntersuchung einen Tumor in der Harnblase fest und überwies mich in eine urologische Klinik zu einer Transurethralen Resektion der Blase (TURB). Dabei wurde bei mir ein aggressives oberflächliches Harnblasenkarzinom pT1G3 festgestellt. Daraufhin wurde im gleichen Jahr im August eine Zystektomie mit Anlage einer orthotopen Neoblase durchgeführt. In der Folge daraufhin hatte ich eine nächtliche Harninkontinenz, die auch nicht mit Beckenbodentraining behandelbar war. Außerdem bekam ich in […mehr lesen]

Rasche Isolierung seltener Zellen (c) Wiley-VCH
Deutsche Krebshilfe

Krebs-Diagnostik im Blut

27. Oktober 2015 Detlef Hoewing 0

Liquid Biopsy schon bald Standard Tumordiagnostik anhand von Blut-proben ist ein rasant wachsendes Forschungsfeld. Nun veranstaltet das Universitätsklinikum Freiburg am 29. Oktober 2015 von 8:30 Uhr bis 18:00 Uhr im Historischen Kaufhaus in Freiburg den ersten Kongress in Deutschland zum Thema „Tumor Liquid Biopsy“. Über 200 Ärzte und Forscher, unter anderem aus Deutschland, Frankreich und den USA, diskutieren über neue Forschungsansätze und aktuelle klinische Studien. Therapeutisch besonders relevant ist die kontinuierliche Tumorkontrolle durch Liquid Biopsy, was eine frühzeitige Anpassung der Therapie erlaubt. Die Veranstaltung findet in Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Cancérpôle du grand-est in Straßburg statt. Bösartige Tumoren setzen einzelne Tumorzellen sowie Teile ihrer Erbmoleküle (DNA, RNA) in das Blut frei. Diese Erbmoleküle sind je nach Tumortyp spezifisch verändert. Damit lässt sich in einer Blutprobe die genetische Signatur des Tumors nachweisen, die sich im Laufe einer Krebserkrankung ändern kann. Erstmals kann der Arzt schnell und flexibel auf Tumorveränderungen reagieren Bislang muss für die Bestimmung des Tumortyps verdächtiges Gewebe operativ entnommen werden. Verlaufskontrollen werden in der Regel mit bildgebenden Verfahren wie der Computertomografie durchgeführt. Das könnte sich mit Liquid-Biopsy-Verfahren bald ändern. „Liquid Biopsies werden schon in wenigen Jahren zum Standard in der Krebsdiagnostik gehören. Denn sie zeigen wesentlich früher und genauer […mehr lesen]

Strahlentherapie - Quelle: Deutsche Krebshilfe
Chemotherapie

Radiochemotherapie bei Speiseröhrenkrebs

23. Oktober 2015 Detlef Hoewing 0

Bestrahlung und Medikamente vor der Operation können Überlebenszeit verdoppeln Berlin – Eine Kombination aus Bestrahlung und Chemotherapie verbessert die Erfolgsaussichten einer Operation bei Speiseröhrenkrebs. Selbst lokal fortgeschrittene Tumore in der Speiseröhre können nach Vorbehandlung mit der sogenannten neoadjuvanten Radiochemotherapie häufig komplett entfernt werden. Zudem verbessert sie die langfristigen Überlebenschancen der Patienten deutlich, zeigt eine aktuelle Studie aus den Niederlanden. Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) empfiehlt die Vorbehandlung aller Patienten mit dem entsprechenden Tumorstadium, die körperlich belastbar genug sind. In Deutschland erkranken jedes Jahr fast 7000 Menschen an einem Speiseröhrenkrebs. „Bei der Mehrheit handelt es sich um Plattenepithelkarzinome, die im oberen Abschnitt der Speiseröhre auftreten“, berichtet Professor Dr. med. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim. Im unteren Abschnitt, am Übergang zum Magen, komme es eher zu Adenokarzinomen. „Diese Tumore können Spätfolge eines jahrelangen Sodbrennens sein und sind in den letzten Jahren deutlich häufiger geworden“, fügt der DEGRO-Pressesprecher hinzu. Speiseröhrenkrebs wird oft erst spät erkannt. „Die meisten Patienten befinden sich bei der Diagnose in einem Stadium, in dem eine sichere Heilung nicht mehr möglich ist“, so Professor Wenz. „Bei diesen Patienten hat der Krebs bereits Lymphknoten in der Nähe der Speiseröhre befallen. Eine komplette Entfernung […mehr lesen]

Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
Prostatakrebs

Behandlung bei Prostatakrebs: OP, Bestrahlung oder Brachytherapie?

29. Mai 2015 Detlef Hoewing 0

Radioonkologen empfehlen, über Nebenwirkungen intensiv aufzuklären Berlin – Jedes Jahr erkranken in Deutschland etwa 64 500 Männer an Prostatakrebs. Der Krebs der Vorsteherdrüse ist damit die häufigste Krebserkrankung und die dritthäufigste Krebstodesursache bei Männern. Inkontinenz und andere Blasenstörungen gehören für diese Patienten zu den schlimmsten Folgen der Behandlung. Dies kam in einer Studie heraus, die die Lebensqualität mithilfe von Tests aus der ökonomischen Spieltheorie untersucht hat. Frühere Studien hatten gezeigt, dass die Strahlentherapie gegenüber der Operation Vorteile bringt. Es kommt seltener zu Komplikationen an den Harnwegen, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO). Bei Patienten mit lokal begrenztem Prostatakrebs gibt es drei Behandlungsoptionen: Bei einer Operation wird die gesamte Prostata entfernt. Da zusammen mit der Prostata auch Teile der Harnröhre und Nerven zur Steuerung der Blasenfunktion verloren gehen können, sind Harnwegskomplikationen als Folge möglich. Professor Dr. med. Frederik Wenz, Direktor der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie am Universitätsklinikum Mannheim, erläutert: „In leichten Fällen ist dies eine Inkontinenz, also die fehlende Kontrolle über das Wasserlassen. In schweren Fällen kann es zu Schmerzen oder zu einer Blockade der Harnwege kommen.“ Durch eine US-amerikanische Studie zu Langzeitfolgen nach Prostatakrebstherapie aus dem Jahr 2013 weiß man, dass diese Komplikationen nach einer Strahlentherapie seltener auftreten als […mehr lesen]

Links: CT-Aufnahme, rechts: PET, Mitte: Kombination; Patient mit Lungentumor vor (oben) und nach (unten) Hochpräzisionsbestrahlung.Der Tumor hat sich bei erhaltener Lunge komplett zurückgebildet. Universitätsklinikum Freiburg
Lungenkrebs

Lungenkrebs: Freiburger Klinik für Strahlenheilkunde leitet europaweite Studie

6. Mai 2015 Detlef Hoewing 0

Lungenkrebs ist die häufigste krebsbedingte Todesursache in Deutschland. Bei etwa jedem vierten Patienten ist der Tumor selbst in einem frühen Stadium inoperabel. Mit der Hochpräzisionsbestrahlung lassen sich bereits sehr gute Heilungsraten erzielen. Auf Initiative der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg wird nun in einer Studie untersucht, ob Hochpräzisionsbestrahlung auch bei Patienten sicher und wirksam eingesetzt werden kann, bei denen der Tumor direkt an Organe wie Herz oder Speiseröhre anschließt. Die Studie mit einem Budget von 1,5 Millionen Euro (EORTC und Deutsche Krebshilfe) wird an 23 Zentren in Europa durchgeführt und von Prof. Dr. Ursula Nestle, leitende Oberärztin der Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg (Ärztliche Direktorin: Prof. Dr. Anca-Ligia Grosu), koordiniert. Etwa 80 Prozent der Lungenkrebs-Patienten leiden an einem nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom, das in vielen Fällen inoperabel ist. Ohne lokale Behandlung überlebt aber nur jeder dritte Patient mehr als fünf Jahre. Die Hochpräzisionsbestrahlung bietet vielen dieser Patienten eine wichtige Behandlungsalternative. Die Hochpräzisionsbestrahlung, auch als stereotaktische Bestrahlung oder Radiochirurgie bezeichnet, hat in den letzten Jahren eine rasante medizinisch-technologische Entwicklung erfahren. Die Klinik für Strahlenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg war daran im Rahmen wissenschaftliche Studien und durch den Einsatz modernster Technologien beteiligt. Bestrahlungsgeräte wie der Linearbeschleuniger TrueBeam STx kamen hier erstmals in Europa […mehr lesen]

Chemotherapie - pixabay
Brustkrebs

Brustkrebs: Über- und Untertherapie vermeiden durch gezielten Einsatz der Chemotherapie

21. März 2015 Detlef Hoewing 0

Kronberg – Die Chemotherapie zählt seit Jahrzehnten zu einer der wichtigsten Therapiesäulen in der Krebsbehandlung. Auch wenn der Eindruck entsteht, dass sich diese Therapieform seither nicht wesentlich verändert hat, gibt es doch immer wieder neue Erkenntnisse und Empfehlungen, insbesondere um Über- und Untertherapien zu vermeiden. Ein Fokus der Wissenschaft lag in den vergangenen Jahren beispielsweise auf der „älteren, rüstigen Patientin“. Es stand die Frage im Raum, ob Frauen in einem fortgeschrittenen Alter überhaupt von einer Chemotherapie profitieren. Diese Frage kann nun dank neuer Studiendaten beantwortet werden: „Bei der ICE-Studie, einer internationalen Studie unter deutscher Leitung, wurde untersucht, ob mit einem relativ nebenwirkungsarmen Einzelmedikament überhaupt ein Effekt im Sinne einer Verbesserung der Heilungsrate bei älteren Patientinnen erreicht werden kann. Dies hat sich in dieser Studie nicht zeigen lassen, passend auch zu Ergebnissen einer amerikanischen Studie. Somit muss festgestellt werden, dass bei Indikation für eine adjuvante Chemotherapie auch bei älteren Patientinnen konsequent mit einer Kombinationschemotherapie behandelt werden sollte“, erklärt Prof. Dr. Christoph Thomssen, Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Halle (Saale), im Gespräch mit dem Brustkrebsmagazin Mamma Mia!. Insgesamt ist das Ziel der Forschung, die Chemotherapie gezielter einzusetzen und Übertherapien zu reduzieren. Hierfür stehen neue Diagnosemöglichkeiten zur Verfügung, wie Prof. Thomssen erläutert: „Mit […mehr lesen]

Mit einer SPECT/CT-Untersuchung ermitteln die Ärzte häufig, wie aktiv ein Tumor ist und wie hoch man bei diesem Patienten bestimmte Medikamente dosieren muss - Quelle:Uniklinikum Tübingen
Radiologie

Weltweit erstes SPECT/CT einer neuen Generation – bessere Bilder aus dem Körper

24. November 2014 Detlef Hoewing 0

Die Nuklearmediziner des Tübinger Universitätsklinikums können jetzt ein verbessertes bildgebendes Verfahren einsetzen: Ein SPECT/CT der neuesten Generation wurde während der vergangenen Wochen installiert. Es ermöglicht komplexe dreidimensionale Darstellungen von Stoffwechsel-Vorgängen im Körper. Es ist die weltweit erste Anlage einer neuen Generation. Schon bisherige SPECT/CT-Anlagen haben den besonderen Vorteil von Hybrid-Bildgebung: Sie verbinden zwei unterschiedliche Methoden der Bildgebung – zur selben Zeit und mit derselben Anlage werden also zwei verschiedene Typen medizinischer Bilder erzeugt. Das System errechnet aus diesen beiden Quellen eine dreidimensionale Darstellung, die sowohl die anatomische Struktur im Körper anzeigt als auch die dort ablaufenden Prozesse. Die Fixpunkte in dieser Darstellung liefert die auf Röntgen basierende Computertomografie. Sie zeigt mit ihren Schnittbildern, wie die Anatomie der untersuchten Körperregion aussieht. Dem zweiten Verfahren liegt die Szintigrafie zugrunde, eine nuklearmedizinische Untersuchung, die sichtbar machen kann, wie in genau diesem Moment der Stoffwechsel von Zellen und Organen abläuft. Dafür wird Patienten vorab eine schwach radioaktiv markierte Substanz gespritzt, die sich gezielt in jene Prozesse des Körpers einschleust, die untersucht werden sollen. Die Strahlung kann diese Abläufe dann für kurze Zeit sichtbar machen, eine Gamma-Kamera hält das fest. Das zweite Verfahren, das Schnittbilder aus mehreren Szintigrafien errechnet, heißt SPECT, was die Abkürzung für […mehr lesen]

Leukämiezellen
Forschung

Hautkrebsmedikament kann Blutkrebs fördern

18. November 2014 Detlef Hoewing 0

Das Hautkrebsmedikament Vemurafenib kann den Blutkrebs „Chronisch Lymphatische Leukämie“ begünstigen. Dies zeigten die Wissenschaftler an Patienten- und Labordaten. Unter Laborbedingungen gelang es den Forschern den Ausbruch der Leukämie mit einem zweiten Medikament zu unterdrücken. Potenziell betroffen sind nach Aussagen der Ärzte alle mit Vemurafenib behandelten Patienten. Die Forscher empfehlen daher eine zukünftig engmaschigere Kontrolle bestimmter Blutwerte bei Vemurafenib-Gabe. Die Studie ist in der renommierten Fachzeitschrift Journal of Clinical Investigation erschienen und wurde in der Fachzeitschrift Cancer Discovery hervorgehoben. Geleitet wurde die Studie von Wissenschaftlern der Klinik für Innere Medizin I und der Klinik für Dermatologie und Venerologie des Universitätsklinikums Freiburg sowie des Instituts für molekulare Medizin und Zellforschung und des Exzellenzcluster BIOSS ‚Centre for Biological Signalling Studies‘ der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Das Melanom, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist eine der gefährlichsten Krebsarten. Mit zwei seit 2011 zugelassenen Medikamenten (Vemurafenib und Dabrafenib) können knapp die Hälfte der Patienten erfolgreich behandelt werden. Doch nun zeigen Freiburger Wissenschaftler erstmals, dass das Medikament den Ausbruch einer Chronisch Lymphatischen Leukämie begünstigen kann. Dabei kommt es zur übermäßigen Vermehrung weißer Blutkörperchen. Vermutlich war die Leukämie bei dem untersuchten Patienten bereits zuvor latent vorhanden, wurde durch die Behandlung jedoch aktiv. „Die neu entdeckte Nebenwirkung kann potentiell bei jedem […mehr lesen]

Kein Bild
Hirntumoren

PET-MRT – Neues Bildgebungsverfahren verbessert die Treffsicherheit der Diagnostik bei Hirntumoren

23. Oktober 2014 Detlef Hoewing 0

Bedeutung der PET-MRT für die individualisierte Therapie – Intensive Diskussion auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neuroradiologie e.V. Köln, 23. Oktober 2014. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts versterben pro Jahr in Deutschland über 5.500 Patienten an Hirntumoren. Die individualisierte Krebstherapie hat aber auch in diesem Bereich große Fortschritte gemacht und gibt vielen Betroffenen berechtigte Hoffnung auf ein besseres Behandlungsergebnis. Grundlage dafür ist eine möglichst genaue Charakterisierung des Tumors, um zu wissen, ob und welche der modernen Therapieoptionen im individuellen Fall erfolgsversprechend sind. Weil das Bildgebungsverfahren der PET-MRT anatomische Genauigkeit mit Informationen zu Stoffwechselvorgängen verbindet, kann eine Entnahme von Gewebeproben aus den „bösartigsten“ Tumorarealen sichergestellt werden. Sogenannte Unterdiagnosen, die durch die Entnahme und feingewebliche Untersuchung „harmloseren“ Tumorgewebes entstehen, werden vermieden. Außerdem kann die Untersuchung auch zur Therapieüberwachung eingesetzt werden und frühzeitig darüber Aufschluss geben, ob eine Behandlung anschlägt oder nicht. Die PET-MRT findet in der Onkologie vor allem Anwendung bei der Diagnostik von Hirntumoren. Sie trägt dazu bei, die Tumoren vor der Behandlung zu charakterisieren. In Zusammenschau mit anderen Verfahren (MRT, Perfusionsbildgebung etc.) liefert die PET-MRT sehr gute Informationen zur Lokalisation von stärker malignen (bösartigen) Tumoranteilen (sogenanntes „hot spot imaging“), die dann im Rahmen der Biopsie gesichert werden können. Denn […mehr lesen]

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