Chemotherapie bei Frauen

Chemotherapie - pixabay
Chemotherapie - pixabay

Dr. Beate Klimm, Ärztin der Uniklinik Köln, untersuchte den Einfluss geschlechtsspezifischer Faktoren auf den Erfolg der Chemotherapie bei Patienten mit Hodgkin-Lymphom. Dafür erhielt sie den diesjährigen Wissenschaftspreis des Deutschen Ärztinnenbundes. Der Einfluss des Geschlechts auf den Therapieerfolg stand im Mittelpunkt der Arbeit von Frau Dr. Klimm, die sie mit Kollegen aus der Uniklinik und der Deutschen Hodgkin Studiengruppe durchführte.

Analyse geschlechtspezifischer Faktoren beim Hodgkin-Lymphom

Sie wies nach, dass Frauen oftmals ein besseres Therapieansprechen und Langzeitüberleben als Männer aufweisen und zeigte erstmals die dafür relevanten Faktoren. Dies kann in Zukunft bei der individuellen Einstellung der Chemotherapie genutzt werden und allen Patienten zugute kommen.

Die Erforschung zur geschlechterdifferenzierten Arzneimitteltherapie ist mit dem Arzneimittelgesetz von 2005 gesetzlicher Auftrag geworden. Leider, so der Ärztinnenbund, wird dies aber noch nicht genug umgesetzt. Der Wissenschaftspreis des Ärztinnenbundes wird alle zwei Jahre für herausragende Ergebnisse in der geschlechter-differenzierenden biomedizinischen Forschung verliehen und ist mit 4000 Euro dotiert.

Hintergrund:

Das Hodgkin-Lymphom ist eine bösartige (maligne) Erkrankung des lymphatischen Systems. Jährlich erkranken rund 1800 Deutsche. Das Hodgkin Lymphom tritt am häufigsten bei jungen Erwachsenen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr auf. Ohne Behandlung verläuft die Krankheit praktisch immer tödlich. Die Heilungsaussichten beim Hodgkin Lymphom sind aber inzwischen stetigen Verbesserung der Therapie auf über 80 Prozent bei einer Erstdiagnose gestiegen.

Frau Dr. Klimms Analyse umfasst die Daten von 4626 Patienten (2050 Frauen und 2576 Männer). Die Beobachtungszeit betrug 5,5 Jahre. Demographische Daten, Patientencharakteristika und Überlebensdaten wurden jeweils separat für Frauen und Männer erfasst. Das ereignisfreie Überleben und das Gesamtüberleben wurden nach evidenzbasierten Kriterien gemessen. Alle Berechnungen wurden von hauptamtlichen Statistikern der Deutschen Hodgkin Studiengruppe durchgeführt und geprüft.

Demographische Daten, Patientencharakteristika und bekannte prognostische Faktoren waren zwischen Frauen und Männern relativ ähnlich verteilt. Allerdings wurde mehr Chemotherapie-assoziierte hämatologische Toxizität, insbesondere Leukopenie, bei Frauen beobachtet. Dies bedeutet dass die Zellen des Blutes, insbesondere die weißen Blutkörperchen, vorübergehend therapiebedingt tief absinken. Dies ist eine mögliche Nebenwirkung der Therapie, aber auch ein Zeichen dafür, dass die Therapie gut wirkt. Dieser bei Frauen häufigere Faktor geht einher mit einem guten therapeutischen Ansprechen sowie weniger Rezidiven und krankheitsbedingten Todesfällen. Deshalb erreichen Frauen nach 5,5 Jahren im Vergleich zu Männern ein signifikant besseres Überleben. Die Arbeit von Frau Dr. Klimm wurde im Journal of Clinical o­ncology publiziert.

Für Rückfragen:
Sina Vogt
Pressestelle Uniklinik Köln, Leiterin
Telefon: 0221 478 5548

Pressemitteilung Uniklinik Köln, Sina Vogt


Krebszeitung

--Download Chemotherapie bei Frauen als PDF-Datei --


  • Links: Intakter Zellkern, rechts: Zerfall des Zellkerns unter radioaktiver Bestrahlung - Bild: UK Ulm
    Gebärmutterhalskrebs

    Frauen haben nach einer Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs ein erhöhtes Risiko, an weiteren Krebsarten zu erkranken. Das Risiko ist am höchsten, wenn der Gebärmutterhalskrebs durch Strahlentherapie behandelt wurde. Das zeigte eine aktuelle amerikanische Studie, die das Journal of the National Cancer Institute im November 2007 veröffentlichte.

    […mehr lesen]

  • Zellen, die mit Aminolävulinsäure inkubiert werden, bilden Protoporphyrin IX (PpIX), das in der fluoreszenzmikroskopischen Aufnahme rot erscheint. Sowohl Nervenzellen (obere Reihe), als auch Hautkrebszellen (untere Reihe) bilden PpIX. Das linke Bild beider Reihen stellt eine Übersicht dar; die mittleren und rechten Bilder zeigen vergrößerte Ausschnitte der linken Bilder. Grün gefärbt sind die Kraftwerke der Nerven- und Krebszellen, die Mitochondrien. Die Färbemuster von PpIX und dem Mitochondrienfarbstoff ähneln sich. Das legt nahe, dass PpIX sich in den Mitochondrien ablagert. - Abbildung: Ben Novak
    Hautkrebs

    Schmerz entsteht über zwei verschiedene Mechanismen

    Salbe auftragen, Licht an, Licht aus – so leicht lassen sich verschiedene Formen von hellem Hautkrebs heilen. Allerdings leidet ein Großteil der Patienten an starken Schmerzen während der sogenannten Photodynamischen Therapie. Warum die Behandlung mit Salbe und Rotlicht so schmerzhaft sein kann, haben RUB-Forscher aufgedeckt. Sie identifizierten die beteiligten Ionenkanäle und von den Krebszellen ausgeschiedene Signalmoleküle. „Die Ergebnisse liefern möglicherweise einen Ansatzpunkt, den Schmerz zu unterdrücken“, sagt Dr. Ben Novak vom Lehrstuhl Tierphysiologie.

    So funktioniert die Photodynamische Therapie

    Krebszellen sind mit anderen Enzymen als gesunde Zellen ausgestattet und haben einen deutlich höheren Stoffwechsel. Trägt man die sogenannte Aminolävulinsäure in Form eines Gels auf die Haut auf, nehmen Krebszellen wesentlich mehr von diesem Stoff auf als gesunde Zellen. Reichert sich Aminolevulinsäure in den Zellen an, bilden die Mitochondrien – die Kraftwerke der Zellen – das Molekül Protoporphyrin IX. Mit Rotlicht bestrahlt reagiert Protoporphyrin IX mit Sauerstoff. Dabei entstehen hochreaktive Sauerstoffspezies, die freien Radikale, die die Krebszellen zerstören. Etwa 10 Minuten Rotlichtbestrahlung reichen aus, um oberflächlichen hellen Hautkrebs wie zum Beispiel die Aktinische Keratose erfolgreich zu behandeln. Auch Warzen entfernen Ärzte auf diese Weise.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit