Darmspiegelung kostenlos – zu wenig machen mit!

Postkarte für die Darmkrebs-Vorsorge - Quelle: Dr. Thomas Block

Gesundheitsorganisationen rufen zur Krebs-Früherkennung auf. Anlässlich des Darmkrebsmonats März ruft die Deutsche Krebshilfe gemeinsam mit anderen Gesundheitsorganisationen dazu auf, die Darmkrebs-Früherkennung in Anspruch zu nehmen. „Die Darmspiegelung ist in der Hand eines erfahrenen Untersuchers eine schmerzfreie und sichere Untersuchung“, betont Professor Dr. Wolff Schmiegel, Vorsitzender des Fachausschusses ‚Krebs-Früherkennung’ der Deutschen Krebshilfe. Dies belegt auch eine Befragung bei über 1.300 Untersuchten: 99 Prozent würden die Früherkennungs-Koloskopie weiter empfehlen.

Die Einführung der Darmspiegelung ab 56 Jahren als Früherkennungsmaßnahme in den Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung im Herbst 2002 war ein wichtiger Schritt. „Damit hat Deutschland ein weltweit einzigartiges Darmkrebs-Früherkennungsprogramm“, so Schmiegel. Doch bislang nehmen nur knapp zwei Prozent der Anspruchsberechtigten dieses Angebot wahr. Die Gründe dafür sind vielfältig: niedrige Teilnahmeraten bei allen Krebs-Früherkennungsuntersuchungen, Schamgefühle vor der Darmspiegelung, Angst vor der Diagnose, noch nicht ausreichende Bekanntheit der Untersuchung, widersprüchliche Informationen und zum Teil längere Wartezeiten.

„Wir setzen uns ein für eine umfassende, qualitätsgesicherte Darmkrebs-Früherkennung“, betont der Magen-Darm-Spezialist Schmiegel. Kritiker des Programms bemängeln, dass das seit 2002 bestehende Programm erst ab dem 50. Lebensjahr beginnt und nicht wie früher im 45. Lebensjahr. „Erst im Alter von 50 Jahren steigt die Häufigkeit für Darmkrebs stark an“, erläutert Schmiegel. „Wer familiär belastet ist, sollte selbstverständlich schon früher mit der Früherkennung beginnen.“ Dafür hat die Deutsche Krebshilfe ein Verbundprogramm „Erblicher Darmkrebs“ etabliert.

„Die Darmspiegelung ist die Untersuchungsmethode der ersten Wahl“, erläutert Schmiegel. „Hier müssen wir weiter Überzeugungsarbeit leisten, damit mindestens zwei Drittel der Anspruchsberechtigten in Deutschland mitmachen. Denn dann könnten jährlich 15.000 Menschenleben gerettet werden.“

Die Deutsche Krebshilfe hat bereits im Jahr 2000 die Krebs-Früherkennung zu einem ihrer Arbeitsschwerpunkte erklärt. Im Jahr 2003 richtete sie hierfür einen Fachausschuss ein, um die Krebs-Früherkennung der Öffentlichkeit näher zu bringen und um das Früherkennungsprogramm weiter zu entwickeln.

Info-Kasten: Darmkrebs-Früherkennung
Alle gesetzlich Versicherten haben Anspruch auf regelmäßige Darmkrebs-Früherkennung ab dem 50. Lebensjahr: Angeboten wird ein jährlicher Stuhlblut-Test zwischen dem 50. und 55. Lebensjahr. Im 56. Lebensjahr folgt dann die Darmspiegelung, die nach zehn Jahren wiederholt wird. Wer sich gegen die Koloskopie entscheidet, kann ab dem 56. Lebensjahr alle zwei Jahre den Stuhlblut-Test machen lassen.

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe


Krebszeitung

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  • Der HDAC-Inhibitor verstärkt deutlich die Wirkung eines Chemotherapeutikums in Prostatakrebszellen. - Quelle: Prof. James Beck, Universitätsklinikum Jena
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    Eine Gruppe von Krebsmedikamenten, die HDAC-Inhibitoren, wirkt in präklinischen Studien auch gegen das bösartige Neuroblastom, eine aggressive Krebserkrankung des Kindesalters. Wissenschaftler vom Deutschen Krebsforschungszentrum und vom Universitätsklinikum Heidelberg fanden nun heraus, dass die Medikamente in den Tumorzellen die Produktion eines krebshemmenden RNA-Moleküls ankurbeln und so das bösartige Wachstum der Tumorzellen bremsen.

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  • Im rechten Bereich des Bildes befindet sich der Messkanal, das Herzstück des Zytometers. © Fraunhofer ICT-IMM
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    Als „Meilenstein in der Geschichte der Brustkrebstherapie“ bezeichnet Prof. Dr. Matthias W. Beckmann, Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Erlangen, das Forschungsergebnis von zwei Studien über den Anti-Tumor-Wirkstoff Herceptin. Die Frauenklinik beteiligte sich an der weltweiten Herceptin-Studie („HERA“) und an der deutschen Herceptin-Studie „TECHNO“ mit der größten Studiengruppe. „Wir konnten nachweisen, dass die Rückfallquote beim Brustkrebs durch die Herceptin-Gabe in Kombination mit einer Chemotherapie halbiert werden konnte“, erklärt Prof. Beckmann. Eine neue Studie ist ab September geplant.

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