Dem Krebs auf der Spur

Diskutierten unter der Leitung von Nina Ruge über zwei Forschungsansätze zur Früherkennung des Bauchspeicheldrüsenkrebses: Professor Carlos Fernández-del Castillo, Gastgeber Ernst Freiberger, Professor Dr. Markus Büchler und Dr. Ulrich R. Mauerer (v.l.n.r.)

Marburger Mediziner koordinieren EU-Projekt zur Erforschung und Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs

Marburger Mediziner koordinieren einen europäischen Forschungsverbund, der sich damit befasst, die wesentlichen genetischen Ursachen des Bauchspeicheldrüsenkrebses zu identifizieren und die Behandlungsmöglichkeiten zu verbessern. Die Europäische Union fördert das Vorhaben mit über 11 Millionen Euro. Rund 1,5 Millionen Euro fließen an das Team von Professor Dr. Thomas Gress und Privatdozent Dr. Malte Buchholz von der Philipps-Universität. Am 15. November trafen sich die elf beteiligten Partner aus fünf europäischen Ländern in Marburg zur Auftaktveranstaltung für das auf fünf Jahre angelegte Projekt.

Bauchspeicheldrüsenkrebs ist eine der aggressivsten Krebsarten, die bislang medikamentös schwer zu behandeln ist. In dem neuen Forschungsprojekt entwickeln Mediziner, Molekularbiologen, Experten für Datenanalyse und Technologieunternehmen im Labor und am Computer Modelle, um ein genaues Bild von den Krebszellen zu erhalten. „Wir kennen die Unterschiede zwischen gesunden und erkrankten Zellen zwar schon recht genau, doch bislang ist es kaum möglich, die ausschlaggebenden Abweichungen, die ursächlich für die Krebserkrankung sind, von weniger wichtigen Veränderungen zu unterscheiden“, erklärt der Marburger Gastroenterologe Professor Dr. Thomas Mathias Gress.

Infolgedessen haben sich trotz enormer Fortschritte bei der Identifizierung von molekularen Veränderungen, die mit der Krankheit verbunden sind, keine neuen Behandlungsmöglichkeiten ergeben. Daher überleben nach wie vor lediglich sechs Prozent der Betroffenen die Diagnose Bauchspeicheldrüsenkrebs fünf Jahre oder länger. „Das ist die niedrigste Fünf-Jahres-Überlebensrate aller soliden Tumore“, sagt Projektkoordinator Dr. Malte Buchholz.

„In dem neuen Forschungsverbund arbeiten wir mit einem systemmedizinischen Forschungsansatz, der uns erlaubt, komplexe Vorgänge in Zellen zu analysieren“, erläutert Buchholz. „Auf dieser Basis können wir die Moleküle identifizieren, auf die wir uns bei der Suche nach Wirkstoffen zur Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs konzentrieren müssen.“ Im Rahmen des Projektes werden auch für andere Krebsarten entwickelte Medikamente daraufhin untersucht, inwieweit sie für die Therapie des Bauspeicheldrüsenkrebses geeignet sind. „So können wir möglicherweise auf kurzem Weg Verbesserungen in der Behandlung erreichen“, hofft Buchholz.

Ansprechpartner für weitere Informationen:
Privatdozent Dr. Malte Buchholz,
Fachbereich Medizin der Philipps- Universität Marburg
Telefon: 06421/5862714
E-Mail: malte.buchholz@staff.uni-marburg.de

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.uni-marburg.de/fb20/gastroendokrinol/forschung/


Krebszeitung

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  • Chemotherapie - pixabay
    Brustkrebs

    Fluoreszenzbild mit drei typischen epithelialen Tumorzellen (grün) zwischen den übrigen Blutzellen (rot). - Foto: UKJDie Diagnose „Krebs“ ist eine furchtbare Gewissheit, mit der das Leben zur Ungewissheit wird. Diese Erfahrung müssen allein in Deutschland rund 55.000 Frauen jedes Jahr machen, wenn bei ihnen Brustkrebs festgestellt wird. Diagnoseverfahren zur früheren Erkennung, neue Operationstechniken und Therapiekonzepte konnten der Diagnose den Schrecken nicht nehmen, haben aber die Heilungsaussichten und die Lebensqualität der Patientinnen immens verbessert. „Ein wichtiger Schritt hierbei ist die individuell auf die Patientin abgestimmte Therapie“, sagt Prof. Dr. Katharina Pachmann, Onkologin am Jenaer Universitätsklinikum, „denn Brustkrebs ist nicht gleich Brustkrebs.“

    Tumorzellen im Blut zeigen Wirksamkeit der Chemotherapie an

    (Jena) Klinische Forscher am Jenaer Universitätsklinikum haben eine Möglichkeit aufgezeigt, wie die unterstützende Chemotherapie nach einer Brustkrebsoperation weiter individualisiert werden kann. Anhand der Anzahl der im Blut zirkulierenden Tumorzellen lässt sich die Wirksamkeit der Chemotherapie, die sich an die chirurgische Entfernung des Tumors anschließt, überwachen. Für Frauen mit einem erhöhten Rückfallrisiko könnte diese Therapie dann wiederholt bzw. umgestellt werden. Gemeinsam mit der Jenaer Frauenklinik arbeiten die Onkologen daran, diese Methode allen Patientinnen am Interdisziplinären Brustzentrum Jena anbieten zu können.

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  • Kongress - pixabay
    Allgemein

    Immer mehr Menschen erkranken an Krebs. Alleine im Jahr 2014 werden in Deutschland mehr als 500.000 Menschen diese Diagnose erhalten. Der rasante medizinische Fortschritt, besonders in den letzten Jahren, hat Krebs in vielen Fällen zu einer chronischen Erkrankung gemacht. Jeder zweite Krebspatient kann heute geheilt werden.

    Doch Krebs ist für jeden Betroffenen zunächst einmal eine lebensbedrohliche Erkrankung, die ihn tief erschüttert. Die Diagnose trifft die meisten Menschen plötzlich und völlig unerwartet, und das Leben verändert sich mit einem Schlag. Nicht nur das körperliche Wohlbefinden ist beeinträchtigt. Auch das seelische Gleichgewicht gerät ins Wanken: Ängste, Hilflosigkeit, Kontrollverlust treten an die Stelle von Sicherheit und Vertrauen. In dieser Situation benötigen viele krebskranke Menschen nicht nur die bestmögliche medizinische Therapie, sondern auch seelische Begleitung. Diese Unterstützung zu leisten, ist Aufgabe der Psychoonkologie.

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