Demografischen Wandel aktiv gestalten

Kongress - pixabay
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DGU-Präsident setzt auf Schulterschluss zwischen Klinik und Praxis

Düsseldorf. Sein Anliegen hat er zum Amtsantritt im Herbst 2013 klar formuliert: Als DGU- Präsident will Prof. Dr. Jan Fichtner den demografischen Wandel gestalten und lädt unter gleichlautendem Motto zum 66. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) vom 1. bis 4. Oktober 2014 ins Congress Center Düsseldorf ein.

Für seine Initiative hat er gute Gründe. „Der demografische Wandel und seine vielfältigen Auswirkungen, beginnend mit den Herausforderungen der Gewinnung unseres urologischen Nachwuchses, der Allokation begrenzter ökonomischer Ressourcen bis zu urologisch- medizinischen Aspekten des hohen Lebensalters, wird eines der großen Zukunftsthemen unseres Fachgebietes sein, und wir sollten die Chance ergreifen, diesen Wandel in engem Schulterschluss zwischen Praxis und Klinik aktiv zu gestalten“, sagt der Chefarzt der Klinik für Urologie am Johanniter Krankenhaus Oberhausen. In Düsseldorf werde man sich all diesen Aspekten im Rahmen von Forumssitzungen widmen.

„Neben den Kerngebieten unseres Faches und der Darstellung der individuellen Indikationsfindung etwa bei urologischen Tumorerkrankungen im höheren Alter werden wir auch vermeintliche Randthemen wie Palliativmedizin, Sexualität im Alter, geriatrische Urologie, Supportivmedizin und Infektiologie ins Visier nehmen, um hier Strategien für eine Urologie unter demografischem Wandel zu entwickeln.“

Von der Politik erwartet Prof. Fichtner dabei nicht allzu viel Unterstützung: „Aus langjähriger Perspektive betrachten wir die politischen Rahmenbedingungen mit der nötigen Portion Gelassenheit und begrüßen prinzipiell Bemühungen der besseren Finanzierung der Pflege sowie die Stärkung der Prävention und Früherkennung. Generell würde ich uns als überschaubarem und intern eng zwischen Klinik und Praxis kooperierendem Fachgebiet jedoch raten, nicht ausschließlich nach der Politik zu schielen, sondern Dinge auch proaktiv selbst in die Hand zu nehmen, so wie wir es zum Beispiel in Bezug auf die Prävention bereits im Jahre 2011 getan haben.“

Den engen Schulterschluss zwischen Klinik und Praxis setzt der amtierende DGU- Präsident, der sich zuvor neun Jahre im Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Urologie engagierte auf der 66. Jahrestagung ganz konkret in die Tat um. „Die Integration der niedergelassenen Kollegen wird nicht nur durch die Wahl praxisrelevanter Themen, sondern auch durch die Inklusion jeweils eines Niedergelassenen in die Moderationen der DGU in Düsseldorf reflektiert werden“, so der Oberhausener Prostata-Experte.

Dass unter seiner Leitung überdies die neuen Medien Einzug auf dem traditionsreichen Kongress halten, ist dem 51-Jährigen, der zumindest zu den jüngsten Präsidenten in der DGU- Geschichte zählt, ein besonderes Anliegen: “Unser erklärtes Ziel ist die bessere Einbindung und Mitnahme der Zuhörer in den Kongress mit dem Ziel einer aktiveren individuellen Beteiligung.

Hierzu nutzen wir im Vorfeld des Kongresses neben der Kongress-Homepage und den bekannten Drucksachen erstmals auch social media wie facebook und twitter. Für den Kongress selbst, haben wir dieses Mal Sitzungen mit TED- und iPad-Formaten geplant – hiermit können zum einen leichter Fragen und Kommentare platziert werden, zum anderen werden wir diese Medien nutzen, um individuelle Diagnose- und Behandlungsstrategien besser darzustellen und die Zuhörer aktiv an den Sitzungen zu beteiligen. Zudem sind wir der Auffassung, dass die reinen Frontalvorträge aus didaktischer Sicht suboptimal sind und wollen durch diese neuen Formate zu einer neuen Wahrnehmung der Kongressinhalte beitragen.“ In diesem Zusammenhang werden auch pro & contra-Sitzungen, roundtable-Diskussionen, Falldiskussionen und „gespielte“ Aufklärungsgespräche sowie Indikationskonferenzen zu einer Auflockerung der Präsentationen beitragen.

Bei so viel frischem Wind überrascht es nicht, dass in Düsseldorf zum ersten Mal auch ein eigenes Forum zu den „Sozialen Medien in der Urologie“ geplant ist, das urologische Apps sowie „Do’s and Dont’s“ bei der Nutzung der neuen Medien thematisiert.

Mit dem Amtsantritt von Prof. Fichtner vollzog sich zudem ein organisatorischer Wandel hinter den Kulissen der DGU-Jahrestagung: Das Projektteam besteht erstmals nicht aus einem personell beim Präsidenten angesiedelten Sekretariat, sondern aus einem DGU-Kongress-Team in der Düsseldorfer Geschäftsstelle, das auch in den kommenden Jahren kontinuierlich diese Aufgabe übernehmen wird. „Damit werden wir keinen jährlich wiederkehrenden Verlust von ‚Frauenpower’ mehr haben“, freut sich der bekennende Teamplayer, der das Präsidentenamt neben der klinischen Tätigkeit dank überaus motivierter und engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sei es aus dem DGU-Vorstand, der Programmkommission, der DGU- Geschäftsstelle und der Firma Interplan mit – O-Ton – außerordentlicher Freude bestreitet.

Weitere Informationen:
DGU/BDU-Pressestelle
Bettina-C. Wahlers
Sabine M. Glimm
Stremelkamp 17
21149 Hamburg
Tel.: 040 – 79 14 05 60
Mobil: 0170 – 48 27 28 7
E-Mail: info@wahlers-pr.de
Internet: www.urologenportal.de


Krebszeitung

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  • Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.
    Leberkrebs

    Alkohol ist ein Leberzellgift und kann die Entwicklung von Leberkrebs in drei Stufen initiieren. Durch Teilung gesunder Leberzellen kann der Tod einzelner Leberzellen kompensiert werden. Ein kontinuierlicher Alkoholkonsum verursacht eine chronische alkoholische Leberschädigung mit starker Leberzellteilung. Dabei besteht das Risiko, dass sich einige Leberzellen in Tumorzellen (kleine Zellen) umwandeln und Leberkrebs verursachen.Das Hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist eine Leberkrebserkrankung mit zunehmender Häufigkeit und sehr schlechten Heilungschancen. Regelmäßiger, starker Alkoholkonsum ist ein erwiesener Risikofaktor für die Entstehung von HCC. Obwohl dieser Zusammenhang schon sehr lange bekannt ist, sind die zugrunde liegenden Mechanismen kaum erforscht. Die Arbeitsgruppe um Dr. Yulia Nevzorova aus der Uniklinik der RWTH Aachen will nun die Mechanismen der alkoholbedingten Leberkrebsentstehung analysieren. Ziel des Projekts ist die Untersuchung der Leberzellteilung nach Alkoholkonsum. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein gezielter Eingriff in den Zellteilungsprozess vor HCC schützen könnte.

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