Der Weg ist das Ziel

Kongress - pixabay
Kongress - pixabay

Wer hat nicht schon einmal davon geträumt, mit dem Rucksack auf den Schultern das Haus zu verlassen, den Alltagsstress und die Probleme zu vergessen und einem fernen Ort entgegenzuwandern. Zehn Männer wollen sich nun diesen Traum erfüllen und starten am 28. Juli eine fünfwöchige Alpenüberquerung von München nach Venedig. Obwohl sie weder die Ersten noch die Routiniertesten sind, die sich auf die 520 Kilometer lange Wegstrecke begeben, ist ihr Vorhaben außergewöhnlich. Denn hinter jedem Einzelnen von ihnen liegt eine schwere Zeit mit der Diagnose „Prostatakrebs“.

Zehn Krebspatienten wagen Alpenüberquerung von München nach Venedig

Die Krankheit verbindet die zehn Männer, die sich vorher noch niemals begegnet sind, und ist zugleich der Ausgangspunkt für ein wissenschaftliches Projekt zum Thema „Sport in der Krebsnachsorge“ der Deutschen Sporthochschule Köln. Begleitet wird die Wandergruppe von drei Studenten, die ihre Diplomarbeit über die körperliche und psychische Verfassung der Männer während der Reise schreiben. „Wir wollen beweisen, dass man selbst nach einer Krebserkrankung Außergewöhnliches vollbringen kann und dass die gewonnenen Erfahrungen enorm wichtig für die individuelle Problembewältigung sind“, so der wissenschaftliche Leiter Dr. Freerk Baumann vom Institut für Rehabilitation und Behindertensport der Deutschen Sporthochschule in Köln.

Die Schirmherrschaft über das Projekt hat die Krebsgesellschaft NRW. „Nach einer Krebserkrankung fällt es vielen Betroffenen schwer, neues Vertrauen in den eigenen Körper zu gewinnen und die eigene reale Leistungsfähigkeit einzuschätzen. Persönliche Herausforderungen – sei es nun der erste ausgedehnte Spaziergang in der näheren Umgebung oder das große Abenteuer einer Alpenüberquerung – können dazu beitragen, das Gefühl für den Körper und die eigene Kraft wieder zu erlangen“, bestätigt Dr. Margret Schrader von der Krebsgesellschaft NRW.

Genau an diesem Punkt setzt das Projekt „Alpenüberquerung“ an. Die Idee, eine Wegstrecke von 520 Kilometern über insgesamt etwa 20.000 Höhenmeter in 35 Tagen zu Fuß nur mit Willens- und Muskelkraft und ohne motorisierte Hilfsmittel zu bewältigen, bedarf in der heutigen Zeit enormer Motivation. „Die Wahrnehmung wird auf Dinge gerichtet werden, die bisher jedem von uns als so selbstverständlich erschienen, dass sie kaum beachtet wurden. Vermeintliche Probleme, die das Alltagsgeschehen zu Hause immer wieder bestimmen, werden mit der entsprechenden Distanz aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet und es werden gegebenenfalls sogar Lösungsansätze gefunden. Selbst wenn die Männer ‚nur’ einen Teil der Strecke bewältigen, kann diese Erfahrung andere Lebensbereiche positiv beeinflussen“, so Baumann.

Warum der Kölner Sportwissenschaftler für die Alpenüberquerung eine reine Männergruppe ausgewählt hat, begründet er mit der Erfahrung, dass speziell Männer eher defensiver mit ihrer Erkrankung und den damit verbundenen Folgen umgehen als Frauen. „Unter Männern wird ein solches Thema immer noch oft tabuisiert, wodurch ein wichtiger Zweig der Krankheitsbewältigung, der Erfahrungsaustausch, schlicht nicht vorhanden ist. Unser Ziel ist es, unter anderem die Gesprächsbereitschaft der Betroffenen untereinander mit Hilfe der entstehenden Gruppendynamik zu fördern“, erläutert Baumann.

Dass gemeinschaftliche Herausforderungen eine ganze Gruppe, aber auch jeden Einzelnen stärker machen, kann auch der ehemalige Profi-Fußballer Jimmy Hartwig bestätigen.

1991 selbst an Krebs erkrankt, setzt sich der 53-Jährige heute engagiert für die Projekte der Krebsgesellschaft NRW zur Krebsprävention und Rehabilitation ein. Zum Auftakt der großen Tour wird er die Wandergruppe auf der ersten Etappe von München nach Wolfratshausen begleiten. Unterstützt wird das Projekt zudem von der AstraZeneca GmbH als Hauptsponsor und von der Takeda Pharma GmbH.

Kontakt:

Dinah Oelschläger
Krebsgesellschaft NRW Tel. 0211-15 76 09 92
oelschlaeger@krebsgesellschaft-nrw.de

Dr. Freerk Baumann
Deutsche Sporthochschule Köln
Tel. 0221 – 4982 – 4821
f.baumann@dshs-koeln.de

Start: 28. Juli 2008 Marienplatz in München 8:00 Uhr

Die Etappen

  • 01.       München – Wolfratshausen
  • 02.       Wolfratshausen – Bad Tölz (Ruhetag)
  • 03.       Bad Tölz – Tutzinger Hütte
  • 04.       Tutzinger Hütte – Vorderriß
  • 05.       Vorderriß – Karwendelhaus
  • 06.       Karwendelhaus – Halleranger Alm
  • 07.       Halleranger Alm – Wattens (Ruhetag)
  • 08.       Wattens – Lizumer Hütte
  • 09.       Lizumer Hütte – Tuxer Joch Haus
  • 10.       Tuxer Joch Haus – Olperer Hütte
  • 11.       Olperer Hütte – Stein
  • 12.       Stein – Pfunders (Ruhetag)
  • 13.       Pfunders – Kreuzwiesen Hütte
  • 14.       Kreuzwiesen Hütte – Schlüter Hütte
  • 15.       Schlüter Hütte – Puez Hütte
  • 16.       Puez Hütte – Boe Hütte (bzw. Pordoi Hütte)
  • 17.       Boe Hütte – Marmolada Hütte
  • 18.       Marmolada Hütte – Alleghe
  • 19.       Alleghe – Tissi Hütte
  • 20.       Tissi Hütte – Rif. San Sebastiano
  • 21.       Rif. San Sebastiano – Rif. Pian de fontana
  • 22.       Rif. Pian de fontana – Belluno
  • 23.       Belluno – Rif. Alpini °5
  • 24.       Rif. Alpini °5 – Jesolo
  • 25.       Jesolo – Venedig

Ziel: 1. September 2008 Ankunft auf dem Markusplatz in Venedig

Pressemitteilung: Krebsgesellschaft NRW


Krebszeitung

--Download Der Weg ist das Ziel als PDF-Datei --


  • Impfen gegen Gebärmutterhalskrebs - Quelle: 16.05.13_foto sanofi pasteur msd
    Gebärmutterhalskrebs

    Seit mehr als sechs Jahren gibt es in Deutschland die Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs. Sie war die erste Impfung gegen Krebs und wurde weltweit als Durchbruch in der Krebsprävention gefeiert. Prof. Harald zur Hausen, der den zugrunde liegenden Zusammenhang zwischen einer Virusinfektion und der Entstehung von Krebs nachweisen konnte, bekam für diese Entdeckung den Nobelpreis für Medizin.

    Die Impfung bietet erstmals die Chance, Infektionen mit Humanen Papillomviren (HPV) vom Typ 16 und 18 zu verhindern, die für etwa 70% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind. Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 1.600 Frauen an dieser Erkrankung. Derzeit gibt es zwei Impfstoffe. Beide richten sich gegen die HPV-Typen 16 und 18 (bivalent – zweifach), einer zusätzlich gegen HPV 6 und 11 (tetravalent – vierfach). HPV 6 und 11 können andere genitale Erkrankungen, wie z.B. Genitalwarzen, auslösen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die HPV-Impfung seit Marz 2007 für alle Mädchen vom 12. bis zum 17. Lebensjahr. Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

    […mehr lesen]

  • Patientin - pixabay
    Chemotherapie

    „Ich sehe mir endlich wieder ähnlich“

    Etwa 223.100 Frauen erkranken jährlich an Krebs, die Zahl der Neuerkrankungen ist in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. An erster Stelle steht bei den betroffenen Frauen natürlich der Wunsch nach Genesung. In der schweren Zeit, gekennzeichnet oft durch den Verlust der Haare, können kosmetische Angebote das Selbstvertrauen der Krebspatientinnen stärken. Neben Perücken, Tüchern und Schminkkursen gibt es jetzt auch Permanent Make-up für Krebspatienten.

    […mehr lesen]

Google News – Gesundheit