Deutsche Lymphom-Forschung weit vorn

Gewebe- Dünnschnitt eines kutanen T-Zell-Lymphoms. Die Zellkerne sind blau gefärbt, PP4R1 braun. Die unter der Haut liegenden T-Zellen weisen keine braune Färbung und somit kein PP4R1 auf. - Quelle: Dr. Marco Herling, Universität Köln

Die im Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. zusammengeschlossenen deutschen Lymphom-Studiengruppen konnten beim weltweit wichtigsten Hämatologen- Kongress der American Society of Hematology (ASH) erneut mit herausragenden Vorträgen und Postern beeindrucken. Besondere Aufmerksamkeit fanden die Ergebnisse der Deutschen CLL Studiengruppe (DCLLSG): Dr. Valentin Goede (Uniklinik Köln) präsentierte die CLL11 Studie als eines der sechs besten Abstracts in der Plenary Session. Der aktuell erschienene KML-Newsletter stellt dieses und weitere ASH- Highlights vor.

Die chronische lymphatische Leukämie (CLL) gehört zu den häufigsten Leukämien, an der vor allem ältere Menschen erkranken. Da diese Patienten oft Begleiterkrankungen aufweisen, werden sie nur selten in klinische Studien eingeschlossen – mit der Folge, dass für die Behandlung dieser im klinischen Alltag relevanten Patientengruppe kaum evidenzbasierte Daten vorliegen.

Mit der CLL11-Studie hat die DCLLSG jedoch Komorbidität zum Einschlusskriterium gemacht und an 781 älteren CLL-Patienten mit schweren Begleiterkrankungen drei verschiedene Therapieansätze untersucht: Entweder erhielten die Patienten eine Chemotherapie mit Chlorambucil allein – dies entspricht dem bisherigen Behandlungsstandard für diese Patientengruppe – oder eine Immunchemotherapie bestehend aus Chlorambucil und dem monoklonalen Antikörper Rituximab bzw. Chlorambucil und dem neuen monoklonalen Antikörper Obinutuzumab.

Die aktuell präsentierten Daten zeigten eine deutliche Überlegenheit der Obinutuzumab-Immunchemotherapie: Während das progressionsfreie Überleben für die Chlorambucil-Monotherapie nur 11,1 Monate betrug, lag es für Rituximab-Chlorambucil bei 16,3 und für Obinutuzmab-Chlorambucil bei 26,7 Monaten. Die hohe Wirksamkeit des neuen Antikörpers wurde auch im direkten Vergleich der beiden Immunchemotherapien deutlich: 78 Prozent der zusätzlich mit Obinutuzumab behandelten Patienten sprachen auf die Therapie an (65 Prozent unter Rituximab-Chlorambucil); bei 10mal so vielen Patienten konnte die Krankheit auch nach Therapieende nicht mehr nachgewiesen werden.

„Für ältere, komorbide CLL-Patienten stellen diese Ergebnisse einen wirklichen Überlebensvorteil dar“, fasst Prof. Dr. Michael Hallek, Leiter der CLL-Studiengruppe und Vorsitzender des KML, die Studienresultate zusammen. „So hat auch die amerikanische Zulassungsbehörde auf der Basis unserer Studienergebnisse Mitte November erstmals ein Präparat mit dem Status eines Therapiedurchbruchs zugelassen – das ist schon etwas sehr Besonderes.“

Einen ausführlichen Bericht über dieses und weitere ASH-Highlights der KML-Studiengruppen liefert der aktuell erschienene KML-Newsletter. Er kann in der KML-Geschäftsstelle bestellt oder von der KML-Website www.lymphome.de heruntergeladen werden.

Ansprechpartnerin für die Presse und Fachvertreter:
Silke Hellmich, KML | Information & Kommunikation,
Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.,
Uniklinik Köln,
D-50924 Köln,
Tel.: +49 (0)221 478-7405,
E-Mail: silke.hellmich@uk-koeln.de

Im Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML) haben sich deutschlandweit Wissenschaftler und Versorgungseinrichtungen zusammengeschlossen, die im Bereich der bösartigen Erkrankungen des lymphatischen Systems führend sind. Die Kooperation trägt dazu bei, die Kommunikation und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaftlern, Ärzten und Betroffenen zu verbessern. Das Kompetenznetz Maligne Lymphome ist eines von inzwischen 21 Kompetenznetzen in der Medizin, die auf Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gegründet wurden.

Weitere Informationen finden Sie unter
http://www.lymphome.de – Internetseite des Kompetenznetzes Maligne Lymphome e.V.
http://www.dcllsg.de – Internetseite der Deutschen CLL Studiengruppe

Pressemitteilung Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V., Silke Hellmich

Immuntherapie: Doping für die Killerzellen


Krebszeitung

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