Deutscher Kongress für Gynäkologie und Geburtshilfe eröffnet

Schmerz - pixabay

Hamburg, gestern ist im Congress Centrum Hamburg der 57. Kongress der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) eröffnet worden. „Die Frauenheilkunde ist weiblich geworden“, erklärte dabei Prof. Walter Jonat, Präsident des Kongresses und der DGGG. Die Tatsache, dass der überwiegende Teil der Frauenärzte inzwischen Frauen sind, sei „eine absolut wünschenswerte Entwicklung“. Allerdings gelte dies noch nicht für führende Positionen. Deshalb müssten bessere Bedingungen geschaffen werden, damit Gynäkologinnen Beruf und Familie besser miteinander vereinbaren können.

Die Frauenheilkunde ist innerhalb der Medizin führend in der Qualitätssicherung. Sie hat über 50 Leitlinien erarbeitet, erläuterte Prof. Rolf Kreienberg (Ulm) vor der Presse. Diese Standards dienen Fachärztinnen und Fachärzten als „Handlungskorridor“, um nach besten wissenschaftlichen Erkenntnissen beraten, untersuchen und behandeln zu können.

Prof. Heribert Kentenich (Berlin) kritisierte vor Medienvertretern beim DGGG-Kongress die Tenzenz zu „genitalen Schönheitsoperationen“.

Auch in Deutschland lassen sich mittlerweile Mädchen und junge Frauen zum Beispiel die Schamlippen operativ „korrigieren“, um einem „Schönheitsideal“ zu entsprechen. Dahinter steht meist eine „Körperbildstörung“. Solche in den USA schon länger verbreiteten Eingriffe könnnen seelische Unsicherheit nicht beheben und zudem körperlich negative Folgen haben. In derRegel werden sie von Ärzten mit der Bezeichnung „Schönheitschirurgie“ vorgenommen. Die DGGG verurteilt dies auch, weil es auf der anderen Seite an Geld und Infrakstruktur mangelt, um Frauen mit ernsthaften und das Leben stark beeinträchtigenden Genitalkrankheiten („Fisteln“) vor allem in Afrika zu helfen.

Prof. Klaus Friese (München) wies bei einer Pressekonferenz in Hamburg darauf hin, dass Infektionskrankheiten in der Gynäkologie zunehmend problematisch werden. Dies betrifft vor allem Infektionen mit Erregern, die gegen fast alle Antibiotika resistent geworden sind und somit kaum noch behandelt werden können. Friese forderte unter anderem einen sorgfältigeren Umgang auch der Ärzteschaft mit diesem Problem.

Pressekontakt:
MWM-Vermittlung
im CCH 040/8080 37-5351
Mail: mwm@mwm-vermittlung.de

Eröffnungsrede von Prof. Jonat

Der Tradition folgend möchte ich zur Eröffnung des 57. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe zu einigen aktuellen und dringenden Fragen unseres Faches Stellung nehmen.

Grundsätzliche Fragen zur Struktur, zur Ethik und zur wissenschaftlichen Fortbildung unseres Faches standen immer wieder im Vordergrund. Mein Vorgänger in Kiel und Präsident der DGGG Robert Schröder formulierte vor mehr als 50 Jahren Gedanken zur Organisation einer Frauenklinik:

Ich zitiere:
„Für den einzelnen Klinikdirektor ist es unmöglich, den Gesamtstoff zu übersehen und maßgebend beurteilen zu können. So müssen also Arbeitsgemeinschaften in den Kliniken eingerichtet werden, wenn man überhaupt mitkommen und nicht dem schlimsten Feind der Wissenschaft in den Dilettantismus verfallen will: Trotz alledem bleiben alle Teilnehmer (der klinikinternen Arbeitsgemeinschaften) in der täglichen klinischen Arbeit und sind vollgültige Assistenten im Gesamtfach. Der Klinikdirektor hat die Problemstellung in der Hand; er sorgt für die Beschaffung der materiellen Grundlagen und für eine vernünftige Koordination.“
Zitat Ende.

Diese Überlegungen gelten bis heute und haben, nebenbei gesagt, durchaus auch Vorbildcharakter für die Strukturüberlegungen, die wir in der DGGG zurzeit anstellen und die im kommenden Jahr zu einer neuen Satzung führen sollen.

Zu den ethischen Herausforderungen, denen wir schon seit Jahren aber auch wieder ganz aktuell gegenüberstehen gehören die Fortpflanzungsmedizin, der Schwangerschaftsabbruch nach medizinischen Indikationen und die Anonyme Geburt. Wir sind als Frauenärztinnen und Frauenärzte immer wieder gefragt, uns mit  Gestaltungsvorschlägen in die gesellschaftspolitische Diskussion einzubringen.

 Die Förderung der Wissenschaft unde Forschung in der Gynäkologie und Geburtshilfe ist Aufgabe unserer Gesellschaft, der wir alle zwei Jahre auf dem Deutschen Kongress am intensivsten nachkommen.

Das Primat des therapeutischen Ergebnisses für medizinische Entscheidungen ist durch eine neue Dimension in Frage gestellt. Die Bewertung der Kosten medizinischer Maßnahmen im Vergleich zum Nutzen steht zunehmend im Mittelpunkt. Folgerichtig beeinflusst die Finanzierbarkeit medizinische Entscheidungswege. Alle am Gesundheitswesen beteiligten: Ärzte in Kliniken und Praxen, Patientinnen, Pflegepersonal, Kostenträger sind davon betroffen.

Wir Ärzte fühlen uns drastisch in unserer Entscheidungsfreiheit eingeschränkt. Unsere Handlungen werden in der Öffentlichkeit viel zu häufig nur aus wirtschaftlichem Blickwinkel betrachtet. Komplexe medizinische Entwicklungen wie z.B. der Anstieg der Rate an Kaiserschnitten werden vereinfacht mit einer verbesserten Einnahmesituation in Verbindung gebracht. Die medizinische Verantwortung bleibt zwar beim Arzt, dieser ist jedoch stets gebunden an überwiegend wirtschaftlich motivierte Weisungen. Vorbedingungen werden in den Verwaltungsetagen der Krankenhäuser oder in den Zirkeln der Politik gefällt. Wir werden zunehmend funktionstragende Mitarbeiter. Der Chefarzt wird Fachreferent eines aus der Betriebswirtschaft stammenden Verwaltungsdirektors oder Geschäftsführers.

Unsere Patientinnen haben das Gefühl, dass ihre Krankenkassen ihren rechtmäßigen Anspruch auf Leistungen nicht mehr erfüllen und die Krankenkassen selbst konzentrieren sich mehr und mehr auf den Wettbewerb und die Kostenprüfungen.

In großer Regelmäßigkeit wird zur Lösung dieser Probleme eine neue Gesundheitsreform propagiert. Im Mittelpunkt steht das klassenlose Krankenhaus mit gleichem Leistungsanspruch und wenn möglich auch gleichen Qualitäts- und Erfolgsanspruch auf Gesundung für jeden.

Die Bezahlung der am Gesundheitswesen Beteiligten ist dabei nie klassenlos gewesen. Unterschiedliche Basisfallwerte und unterschiedliche Honoraranpassungen, denen unsere niedergelassenen Kollegen ausgesetzt sind, sind nur ein Beispiel.

In dieser Situation müssen wir trotz sektoraler Egoismen und Partikularinteressen erkennen, dass unser Anliegen in der Frauengesundheit ein gemeinsames Ziel ist und dieses Anliegen auch gemeinsam weiterentwickeln.

Unser Beruf wird schneller und anspruchsvoller. Es muss uns gelingen, trotz zunehmender Ökonomisierung sowohl in der Klinik als auch im niedergelassenen Bereich Freiräume zu erhalten, damit wir uns unseren Patientinnen wieder mehr zuwenden können.

Pressemitteilung Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, Dipl.Pol. Justin Westhoff und Detlef Höwing


Krebszeitung

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  • Das Deutsche Krebsforschungszentrum - dkfz - in Heidelberg
    dkfz

    Bis zu 40 Prozent aller Krebspatienten leiden noch lange Zeit nach Behandlung ihrer Tumorerkrankung unter Fatigue, d.h. unter anhaltender Müdigkeit mit Erschöpfung, die über eine normale Müdigkeit weit hinausgeht. Die meisten dieser Patienten fühlen sich den Anforderungen des Alltags nicht gewachsen und sind dadurch stark verunsichert.

    Das Fatigue-Telefon des Krebsinformationsdienstes KID im Deutschen Krebsforschungszentrum

    Seit September 2002 bietet der Krebsinformationsdienst KID des Deutschen Krebsforschungszentrums eine spezielle Telefon-Hotline zum Thema Fatigue, dem Erschöpfungssyndrom bei Krebserkrankungen, an.

    Jeweils montags, mittwochs und freitags von 16 bis 19 Uhr
    geben speziell geschulte Mitarbeiter am Fatigue-Telefon
    unter der Rufnummer 06221-424344 Auskunft dazu.

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  • Erste Spezialausgabe des Brustkrebsmagazins Mamma Mia! - Quelle: Mamma Mia
    Brustkrebs

    Am Sonntag, dem 20. Januar 2013, beginnen um 14 Uhr zwischen Starnberg und Stralsund Yogastunden, die nicht allein dem klassischen Neujahrs-Vorsatz dienen, mehr Sport zu treiben und Stress abzubauen. In der ersten deutschlandweiten Yogastunde „Yoga for the Cure“ sorgen geschätze 700 bis 800 Teilnehmer in etwa 70 Studios gleichzeitig für die Aufklärung über Brustkrebs. Die Trainer verzichten auf ihr Honorar, und die Teilnehmer spenden einen Beitrag, der zu 100 Prozent dem gemeinnützigen Verein für die Heilung von Brustkrebs KOMEN Deutschland zugutekommt.

    Yoga for the Cure“ ist eine Initiative der 2011 an Brustkrebs erkrankten Offenbacher Yogalehrerin Stefanie Ebenfeld und ihrer Kollegin Ramona Lauer. Stefanie Ebenfeld konnte in der kräftezehrenden Nachbehandlung viel Kraft aus Yoga schöpfen. Nachdem sie beim Frankfurter „Race for the Cure“ im September erlebt hatte, wie der Benefizlauf öffentlichkeitswirksam auf Brustkrebs aufmerksam macht und gleichzeitig Erkrankte unterstützt, setzte sie die Erfahrung mit Ramona Lauer in das Projekt „Yoga for the Cure“ um. „Wir wollen betroffenen Frauen und deren Angehörigen zeigen, dass es mit Yoga möglich ist, mutig mit der Krankheit umzugehen, nie aufzugeben und die eigene innere Stärke immer als Teil des Heilungsprozesses zu sehen“, sagt sie. Zur Yogastunde am 20. Januar sind aber auch Nichtbetroffene eingeladen, die sich selber durch Bewegung und Entspannung und anderen durch Spenden für die Früherkennung etwas Gutes tun wollen und gleichzeitig im öffentlichen Bewusstsein halten, dass jährlich etwa 72.000 Frauen und 500 Männer neu an Brustkrebs erkranken.

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